Stand: 23.06.2015 15:59 Uhr  | Archiv

"Sonnenstrahlen dringen auch durch Wolken"

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"Ein 100-prozentiger UV-Schutz ist nicht gesund", sagt Dr. Dominik Göddertz.

Die Sonne lockt die Menschen ins Freie. Wer denkt dabei schon an Sonnencreme? Aber bereits nach kurzer Zeit droht ein Sonnenbrand. Und auch bei einem bedeckten Himmel ist Sonnenschutz wichtig. Dr. Dominik Göddertz, Laborleiter Sonnenschutzprodukte der Beiersdorf AG in Hamburg, verrät im Interview, warum.

Warum sollten wir uns auch bei bewölktem Himmel eincremen?

Dr. Dominik Göddertz: UVA- und UVB-Strahlen dringen auch durch die Wolken. Das entspricht zum Teil sogar 90 Prozent der Strahlung, die ohne Wolken auf die Erde trifft.

Wofür steht das UVA-Siegel?

Göddertz: Den UVA-Schutz gibt es schon sehr lange. Es gab in der Historie immer andere Normen. Die aktuelle ist dadurch gekennzeichnet, dass man ein UVA-Logo auf der Sonnencreme-Verpackung findet. Das ist eine Empfehlung der Europäischen Union, dieses auf der Verpackung aufzuführen. Aber viele Produkte ohne Logo haben auch einen ausreichenden UVA-Schutz.

Gibt es den 100-prozentigen UV-Schutz?

Göddertz: Ein 100-prozentiger Schutz wäre nicht gesund, da der Körper bestimmte UV-Strahlung benötigt. Und den kompletten Schutz gibt es auch nicht, es gelangt immer ein Teil UV-Strahlung an die Haut. Vor zu viel aber müssen wir uns schützen.

Woran merke ich, dass mein LSF für den Tag aufgebraucht ist?

Göddertz: Das bekannteste Symptom das man kennt, ist der Sonnenbrand. Dieser tritt aber leider erst sehr viel später nach einer zu hohen UV-Exposition auf, oder auch Stunden später. Manche Menschen bemerken ein leichtes Kribbeln auf der Haut, auch da sollte man sich möglichst schnell aus der Sonne rausbegeben.

Schirmen Kleidung oder zum Beispiel Sonnensegel UV-Strahlen ab?

Göddertz: Verschiedenste Materialien reflektieren UV-Strahlung unterschiedlich stark. Gerade am Strand reflektiert der Sand einen bedeutenden Anteil an UV-Strahlung - bis zu 50 Prozent. Auch der Sonnenschirm ist natürlich nicht dicht, sodass ein genügender Teil UV-Strahlung an die Haut gelangt. Man merkt das auch, wenn man den Strandurlaub unter dem Schirm verbringt und trotzdem braun wird.

Kann ich mein Bad in der Sonne durch Nachcremen verlängern?

Göddertz: Nein, die Zeit, die sie in der Sonnen verbringen können, können sie nicht verlängern, das legen sie direkt am Anfang mit ihrer Eigenschutzzeit und dem Lichtschutzfaktor, den sie benutzten fest. Das wieder Eincremen hält nur den Schutz aufrecht, den sie zum Beispiel durch Schwimmen und Schwitzen verlieren.

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Das Interview führte Madlen Zeller.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 23.06.2015 | 20:15 Uhr

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