Stand: 05.11.2019 10:29 Uhr

Schnappfinger - welche Therapie hilft?

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Beim Schnappfinger handelt es sich um eine sogenannte Ringbandstenose.

Lassen sich Zeigefinger, Mittelfinger oder der Daumen nur noch mit Anstrengung oder mithilfe der anderen Hand gerade stellen, wird das als schnellender, Schnapp- oder Springfinger bezeichnet. Er macht jeden Handgriff zur Qual, denn beim Greifen springt der Finger schmerzhaft hin und her. Ursache ist meist Überlastung, zum Beispiel bei der Gartenarbeit. Wer beim Schneiden von Rosen oder Büschen trotz schmerzender Finger weitermacht, statt die Hand zu wechseln, eine andere Schere zu benutzen oder einen Nachbarn um Hilfe zu bitten, überlastet seine Fingersehnen.

Eine ausgestreckte linke Hand, die mit der Innenseite zur Kamera schaut.

Schnappfinger - welche Therapie hilft?

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Ein Schnappfinger oder schnellender Finger ist meist die Folge einer Überlastung, zum Beispiel bei der Gartenarbeit. Krankengymastik oder eine Spritzentherapie können helfen.

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Die Sehne hakt

Mediziner sprechen bei einem Schnappfinger auch von einer Ringbandstenose. Normalerweise laufen die Sehnen der Finger geschmeidig durch die sogenannten Ringbänder hindurch. Kommt es an dieser Stelle zu einer Schwellung, hakt die Sehne und es kommt zum schmerzhaften Schnapp-Phänomen. Unbehandelt kann sich die Sehne entzünden und langfristig Schaden nehmen, wenn sie ständig unter dem Ringband reibt und hakt. Bei manchen Menschen verschwindet das Problem von allein wieder, andere benötigen eine Therapie.

Schnelle Linderung bringen:

  • Aufhören mit Überbeanspruchung und schonen der Hand.
  • Massieren der schmerzenden Hand.
  • Kühlen mit Quark-Wickel, kühlenden Tinkturen oder Cremes.

Krankengymnastik lindert Schmerzen

Durch leichte manuelle Therapie und krankengymnastische Übungen werden die Gelenkkapsel gedehnt und die Bewegungsmuskulatur entspannt. Das sollte zu einer sofortigen Linderung der Schmerzen führen. Wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht verschwunden sind, ist ärztliche Hilfe erforderlich.

Im Gespräch
05:47
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Schnappfinger erkennen und behandeln

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Schmerzhafte Überlastung: Physiotherapeut Michael Wagner erklärt im Interview, wie ein Schnappfinger oder schnellender Finger entsteht und wie er behandelt werden kann. Video (05:47 min)

Spritzentherapie gegen die Entzündung

Bei einer Sehnenentzündung können Kortisonspritzen vorübergehend Linderung bringen, indem sie das Gewebe zum Abschwellen bringen und Entzündungsreize lindern.

Wann eine Operation helfen kann

Kehren die Beschwerden nach Absetzen des Kortisons wieder zurück, kann eine Operation erforderlich sein. Entscheidend ist der Leidensdruck durch den Schmerz. Betroffene sollten aber nicht zu lange warten, denn sonst kann ein gekrümmter Finger irgendwann nicht mehr begradigt werden. Ob ein Schnappfinger überhaupt operiert werden kann, hängt auch davon ab, welches Ringband betroffen ist. Pro Finger gibt es acht Ringbänder, und nicht jedes lässt sich operieren. Zunächst muss der Handchirurg ohnehin prüfen, ob die Probleme wirklich von der Sehne herrühren. Dafür drückt er dort auf das Band, wo die Sehne darunter hindurch verläuft. Tut das weh, vergleicht er, ob es auf der Streckseite auch weh tut, wenn er dort auf das Gelenk drückt, oder ob Schwellungen vorhanden sind. Denn das wäre bei einer reinen Ringbandstenose nicht der Fall. Eine Operation ist ratsam, wenn der Finger ständig oder über mehrere Monate immer wieder hakt.

Operative Therapie

Bei dem Eingriff wird das betroffene Ringband längs gespalten, damit die Sehne nicht mehr haken kann und der Finger wieder frei gleitet. Er wird unter lokaler Betäubung durchgeführt, damit der Betroffene keinen Schmerz verspürt, den Finger aber weiterhin bewegen kann. So kann der Operateur während des Eingriffs überprüfen, ob alles wieder in Ordnung ist. Eine Manschette drückt das Blut aus dem Arm, damit er freie Sicht auf das Ringband hat und es spalten kann. Am Ende sorgt ein elastischer Verband dafür, dass der Betroffene den operierten Finger auch in den folgenden Tagen regelmäßig sanft bewegen kann. Das ist wichtig, damit die Sehne während der Wundheilung nicht verklebt. Zwei bis drei Wochen nach der Operation ist die Hand wieder voll belastbar.

Experten zum Thema

Michael Wagner, Physiotherapeut
Praxis für Physiotherapie und Naturheilverfahren
Dintner - Wagner
Große Düwelstraße 13
30171 Hannover
(0511) 28 16 01
www.hannover-therapie.de

Dr. Klaus Martens, Facharzt für Orthopädie und Handchirurgie
Gemeinschaftspraxis Orthopädie Handchirurgie
Kirchenstraße 3
21244 Buchholz
(04181) 44 11
www.orthopaedie-buchholz.de

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.11.2019 | 20:15 Uhr

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