Stand: 27.01.2020 17:45 Uhr  | Archiv

Reizdarm: Helfen Hypnose, Meditation und Yoga?

Menschen praktizieren Yoga. © fotolia.com Foto: Syda Productions
Yoga kann sich beruhigend auf den Darm auswirken.

Ein Reizdarm verursacht Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen und Bauchschmerzen. Untersuchungen zeigen meist keine Auffälligkeiten, trotzdem ist der Leidensdruck groß. Neben einer Ernährungsumstellung können alternative Therapien die Beschwerden lindern, zum Beispiel Darm-Hypnose, Yoga oder Meditation.

Hypnose beruhigt den Darm

Bei einem Reizdarmsyndrom kommen normale Signale aus dem Darm im Gehirn als Schmerz an. Die Darm-Hypnose hat das Ziel, eine normale Kommunikation zwischen Bauch und Kopf wiederherzustellen. Laut Studien hilft die Behandlung drei von vier Betroffenen und ist auch in Gruppen erfolgreich.

Während der Darm-Hypnose werden zur Entspannung Bilder von Weite oder Ruhe erzeugt. Dabei kann eine ruhige Atmung die Verbindung zwischen Darm und Gehirn ebenfalls positiv beeinflussen.

Ängste, dass die Betroffenen während der Behandlung willenlos und manipulierbar werden, sind unbegründet. Die medizinische Hypnose ist vergleichbar mit dem Zustand kurz vor dem Einschlafen.

Yoga entspannt den Darm

Eine weitere Behandlungsmethode bei Reizdarm ist das Yoga. Die Entspannungstechnik verbindet drei Komponenten:

  • Atmung
  • Bewegung
  • meditative Elemente

Die Betroffenen lernen, dass sie selbst etwas gegen die Beschwerden tun können und treten so aus der passiven und oft verzweifelten Rolle heraus. Anfänger sollten einen Kurs besuchen. Danach können sie allein weiter üben - am besten täglich.

Meditation baut Stress ab

Bei der Meditation soll das bewusste Wahrnehmen von Atmung und Körper Stress abbauen und Gelassenheit fördern. Das kann sich positiv auf den Darm auswirken. Betroffene sollten Meditation zunächst unter Anleitung lernen und dann regelmäßig zu Hause anwenden.

Weitere Informationen
Eine Box mit verschiedenen gesunden Lebensmitteln. (Bildmontage) © fotolia.com Foto: pat_hastings, Sphotocrew, valery121283, atoss

Ernährung beim Reizdarmsyndrom (FODMAP-arm)

"FODMAP-arme Ernährung" ist hier angezeigt: Zucker und viele industriell hergestellte Lebensmittel vier bis acht Wochen meiden. Danach einzeln und vorsichtig wieder einführen. mehr

Zwei Personen sitzen in Yogahaltung auf Matten. © colourbox Foto: Pressmaster

Achtsamkeitstraining, Yoga, Meditation: Tipps gegen Stress

Mentale Techniken wie Achtsamkeitstraining, Yoga und Meditieren können helfen, Stress und Anspannung abzubauen. mehr

Experten zum Thema

PD Dr. Viola Andresen, MSc
Gastroenterologin
Leiterin des Palliativ-Teams
Leiterin des Ernährungsteams
Viszeral-Medizinisches Zentrum
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenweg 14
22297 Hamburg
(040) 511 25-50 01
www.ik-h.de
 
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt
Abteilung für Naturheilkunde 
Immanuel Krankenhaus Berlin
Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde an der
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Königstraße 63
14109 Berlin
naturheilkunde.immanuel.de
 
Vijay Kumar Vyas, Yoga- und Ayurvedatherapeut
Immanuel Krankenhaus Berlin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Königstraße 63
14109 Berlin
naturheilkunde.immanuel.de
 
Meike Wessling, Psychotherapeutin
Viszeral-Medizinisches Zentrum
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenweg 14
22297 Hamburg
www.ik-h.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.01.2020 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Frau trainiert auf einer Faszienrolle © Colourbox Foto: Wolfgang Zwanzger

Faszien: Verspannungen mit dem richtigen Training lösen

Als Teil des Bindegewebes umhüllen Faszien Muskeln und Organe. Gezielte Übungen helfen gegen schmerzhafte Verhärtungen. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr