Stand: 16.12.2019 14:44 Uhr  - Visite

Posttraumatische Belastungsstörung bei Soldaten

Bild vergrößern
Schreckliche Erlebnisse, etwa im Krieg, können körperlich und seelisch krank machen.

Schwere traumatische Erfahrungen wie zum Beispiel Krieg, Folter oder ein Unfall können sich ins Gedächtnis einbrennen und quälen Menschen immer wieder. Bei einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet nicht nur die Psyche. Traumatisierungen sind extremer Stress - und der kann körperlich krank machen: So erkranken Kriegsveteranen häufiger an Autoimmunkrankheiten, denn besonders das Immunsystem reagiert empfindlich auf Stress.

Wie der Krieg Soldaten psychisch krank macht

Visite -

Schreckliche Erlebnisse, etwa im Krieg, können Menschen krank machen. Eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung verursacht Schäden an der Psyche - und an Körperzellen.

5 bei 6 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

PTBS-Betroffene fühlen sich alleingelassen

Von einer posttraumatischen Belastungsstörung betroffenen Soldaten fällt es oft schwer, mit jemandem über die Krankheit zu sprechen, der keine PTBS hat. Sie haben oft keine Verwundung, keinen Kratzer, kein Loch im Bauch - es ist von außen nichts zu sehen. Aber sie fühlen sich leer und angespannt, brechen immer wieder zusammen und zweifeln am Sinn ihres Lebens.

Therapie bei traumatischen Störungen                               

Die Therapie ist für traumatisierte Menschen lebenswichtig und wirkt nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Die Behandlung beginnt mit stabilisierenden Maßnahmen. Dazu gehören neben der Diagnose Einzel- und Gruppengespräche, aber auch komplementäre Therapieangebote wie Entspannungsverfahren, Ergotherapie und Medikamente gegen Schlaflosigkeit und übermäßige Schreckhaftigkeit.

Soldaten verdrängen oft erschütternde Bilder und Erlebnisse, die in der zweiten Behandlungsphase, der Konfrontationstherapie, langsam ausgegraben werden. Die Therapeuten helfen den Betroffenen, verdrängte Emotionen besser zu verarbeiten. Mit der Zeit lässt die Angst nach und die Betroffenen finden den Weg zurück in den Alltag.

Traumatische Schäden lassen sich heilen

Wissenschaftler aus Konstanz und Ulm haben herausgefunden, dass sich traumatische Schäden wieder heilen lassen. Durch die Psychotherapie werden die Erlebnisse chronologisch abgearbeitet und im Gedächtnis in der Vergangenheit abgelegt, damit sie in der Gegenwart keine entscheidende Rolle mehr spielen.

Weitere Informationen

Traumatische Störung verursacht DNA-Schaden

Schreckliche Erlebnisse können Menschen krank machen. Aber dabei leidet nicht nur die Psyche. Traumatische Ereignisse verursachen auch Schäden an unseren Körperzellen. mehr

Experten zum Thema

Oberfeldarzt Dr. Franziska Langner, Oberärztin
Psychotraumazentrum
Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Scharnhorststraße 13
10115 Berlin
(030) 28 41-16 81
berlin.bwkrankenhaus.de

Weitere Informationen
Patienteninformationen der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)
www.degpt.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 17.12.2019 | 20:15 Uhr