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Pollen-Allergie: Was hilft im Alltag gegen Heuschnupfen?

Stand: 22.04.2022 08:50 Uhr

Juckende Augen, laufende Nase: Insbesondere Birkenpollen machen Allergikern derzeit zu schaffen. Einige einfache Maßnahmen helfen, besser durch die Heuschnupfenzeit zu kommen - auch ohne Medikamente.

Rund 15 Prozent aller Menschen in Deutschland leiden unter Heuschnupfen. Im Frühjahr setzen ihnen herumfliegende Blütenpollen zu und lösen Symptome wie tränende Augen, laufende oder verstopfte Nase, Hautreizungen und Atemnot aus. Als besonders unangenehm gelten Birkenpollen. Im April produzieren die Bäume sie in sehr großer Anzahl und der Wind trägt sie bis zu 300 Kilometer weit.

Heuschnupfen ohne Medizin lindern

Wer den Verdacht hat, an einer Pollenallergie zu leiden, sollte sich sicherheitshalber zunächst an einen Arzt oder eine Ärztin wenden. Denn die Symptome können sich im Laufe der Zeit verschlimmern und im ungünstigsten Fall zu einem chronischen Asthma führen. Um trotz Heuschnupfen gut durch das Frühjahr zu kommen und die Symptome zu lindern, helfen aber bereits einige einfache Maßnahmen.

Wohnung pollenfrei halten

Wichtig ist, die Pollen möglichst aus der Wohnung und insbesondere aus dem Schlafzimmer herauszuhalten. Denn dort reizen sie nachts die Schleimhäute. Folgende Tricks sind hilfreich:

  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen.
  • Abends die Haare waschen oder gründlich ausbürsten, damit sich die Pollen nicht auf dem Kissen verteilen.
  • Bettwäsche mindestens wöchentlich wechseln.
  • Fenster beim Schlafen geschlossen halten.
  • Böden, Polstermöbel und Teppiche regelmäßig gründlich absaugen. Empfehlenswert sind Staubsauger mit HEPA-Filtern, die auch winzige Schwebstoffe aus der Luft entfernen.
  • Möbeloberflächen feucht abwischen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Luftreiniger aufstellen. Die Geräte filtern Pollen und Staub aus der Luft und können so Erleichterung verschaffen.

Richtiges Lüften für Allergiker

Ein Birkenbaum von unten fotografiert. © zettberlin / photocase.de Foto: zettberlin / photocase.de
Allergiker sollten darauf achten, wann sie lüften, damit sie sich möglichst wenige Pollen ins Haus holen.

Beim Lüften sollten Allergiker einige Regeln beachten, um sich möglichst wenige Pollen in die Wohnräume zu holen. Grundsätzlich sollte man in der Stadt lieber in den Morgenstunden lüften, da dort vor allem abends viele Pollen in der Luft sind. Auf dem Land ist es dagegen umgekehrt, dort fliegen die Pollen eher morgens, daher ist es günstiger abends zu lüften. Allerdings beschreibt diese Regel allenfalls eine Tendenz. Andere Faktoren spielen ebenso eine Rolle, vor allem die aktuelle Wetterlage, der Wind und das direkte Wohnumfeld, etwa eine blühende Birke direkt vor der Tür. Ein günstiger Zeitpunkt zum Lüften ist nach einem Regenguss, da der Regen die Pollen aus der Luft wäscht.

Beim Autofahren sollten Allergiker lieber die Fenster schließen und die Lüftung ausschalten. Es lassen sich auch spezielle Pollenfilter einbauen.

Nasendusche und Dampfbäder lindern Symptome

Um die Symptome zu lindern, können Heuschnupfengeplagte auch versuchen, die Pollen aus der Nase auszuspülen. In der Apotheke gibt es dafür spezielle Nasenduschen. Diese möglichst zweimal täglich anwenden. Angenehm sind auch Dampfbäder oder Inhalationen. Sie befeuchten die Schleimhäute und lindern den Juckreiz. Gegen gerötete, juckende Augen helfen kalte Kompressen, etwa ein feuchter Waschlappen.

Medikamente und Hyposensibilisierung

Bringt all das keine Linderung, kann man auch auf Medikamente zurückgreifen. Sogenannte Antihistaminika hemmen die allergische Reaktion. Erhältlich sind sie in der Apotheke als Nasenspray, Augentropfen oder in Tablettenform. Betroffene mit starken allergischen Beschwerden können zudem über eine Hyposensibilisierung nachdenken, die beim Facharzt erfolgt. Mit dieser Immuntherapie lassen sich Allergien meist erfolgreich behandeln. Über einen längeren Zeitraum wird das Allergen zunächst wöchentlich, dann monatlich verabreicht, meistens per Spritze. So soll sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnen, die allergische Reaktion lässt meist nach.

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45 Min | 30.03.2020 | 22:15 Uhr

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