Stand: 23.01.2017 17:45 Uhr  | Archiv

Panikstörung: Wenn Ängste krank machen

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Wenn Ängste krank machen, kann eine Panikstörung vorliegen.

Die typischen Symptome einer Panikattacke sind plötzlich auftretende Angstanfälle mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen, Atemnot, Schwindel oder Engegefühlen in der Brust. Dazu kommt die Angst, die Kontrolle über sich und ihr Leben zu verlieren. Mit einer Verhaltenstherapie lassen sich die Beschwerden behandeln.

Panikstörung beeinträchtigt den Alltag

Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat schon mindestens eine Panikattacke erlebt. In etwa vier Prozent der Fälle entwickelt sich daraus eine Panikstörung: Wenn sich Angstanfälle häufen und die "Angst vor der Angst" den Alltag beeinträchtigt, liegt nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Panikstörung vor. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Symptome einer Panikstörung

Angst hilft, Gefahren zu erkennen und darauf zu reagieren. Die Ausschüttung von Stresshormonen führt dazu, dass Körper und Geist zu Höchstleistungen bereit sind. Panikattacken treten jedoch ohne einen konkreten Auslöser auf. Die Botenstoffe Adrenalin und Kortisol versetzen den Körper in Alarmbereitschaft, ohne dass eine Gefahrensituation vorliegt. Das gesamte Nervensystem läuft auf Hochtouren, sodass sich Herzschlag und Atmung beschleunigen. Das kann Unruhe und Beklemmungsgefühle hervorrufen. Die Betroffenen glauben, dass sie krank sind, und ziehen sich immer mehr aus dem Leben und der Öffentlichkeit zurück - um eine erneute Panikattacke zu vermeiden.

Panikstörung erkennen und behandeln

Da die Betroffenen in der Regel eher über körperliche Beschwerden als über Angstgefühle klagen, werden die Panikstörungen oft erst spät erkannt und behandelt. In den meisten Fällen sind die Menschen jedoch körperlich gesund. Bei einer Panikstörung kann eine Verhaltenstherapie helfen. Die Betroffenen lernen,

  • dass es einen Zusammenhang zwischen Ängsten und körperlichen Symptomen gibt.
  • dass Panikattacken nach einiger Zeit von allein abklingen und ihre Gesundheit nicht gefährdet ist.
  • dass nicht jede körperliche Reaktion ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung ist.

Dabei hilft das Erlernen von Entspannungsverfahren wie Qigong und Tai Chi. Den Umgang mit angstauslösenden Reizen vermitteln Psychotherapeuten mit einer Konfrontationstherapie. Diese macht deutlich, dass sich die Angst in bestimmten Situationen nicht - wie befürchtet - ins Unendliche steigert, sondern wieder abnimmt.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 24.01.2017 | 20:15 Uhr

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