Stand: 13.09.2016 10:12 Uhr  | Archiv

Ohrstöpsel - Lärm richtig ausschalten

Eine Frau sieht sehr angestrengt aus und hält sich die Ohren zu. © fotolia.com Foto: olly
Zu viel Lärm? Stress? Hier können Ohrstöpsel helfen.

Straßenlärm, laute Musik, nervtötendes Schnarchen - typische Geräusche, die uns um den Schlaf bringen und auf die Nerven gehen können. Da sind Ohrstöpsel oft die einzige Rettung. Es gibt viele verschiedene Modelle, aber welche sind die besten?

Wattebällchen mit einem harten Kern aus Vaseline und Wachs sind der Klassiker. Diese Ohrstöpsel lassen sich weich formen und ins Ohr stecken. Statt Watte wird bei anderen Modellen Silikon verwendet - damit soll man auch schwimmen können. Andere besitzen Silikon-Flügelchen oder Bänder zum sicheren Herausziehen, es gibt Einwegstöpsel und waschbare Modelle.

Ohrstöpsel richtig verwenden

Gefährlich sind Ohrstöpsel nur, wenn man sie falsch benutzt und dabei die Gehörganghaut verletzt. Und zu häufiges Verwenden kann zu Entzündungen führen. Bei richtigem Gebrauch aber schützen die Stöpsel das Gehör vor Lärm. Ein lauter Schnarcher mit 70 Dezibel stört dann nicht mehr. Ein Lkw mit 90 Dezibel wird leiser und selbst eine Kreissäge mit 120 Dezibel fast erträglich. Schon ab 85 Dezibel drohen Hörschäden. Ohrstöpsel können diesen vorbeugen, weil sie den Lärm um 10 bis zu 35 Dezibel senken, sofern sie richtig verwendet werden. Die Stöpsel müssen sauber sein und die Ohren trocken. Sonst bildet sich hinter dem Pfropfen ein feuchtwarmes Klima, ein idealer Nährboden für Bakterien. Die Wachs- und Silikon-Bällchen werden zu einem Keil geknetet und zur Hälfte ins Ohr geschoben. Der Rest wird in der Ohrmuschel verteilt, damit das ganze Ohr dicht ist und der Pfropfen nicht gleich wieder heraus fällt.

Experten empfehlen Silikon-Stöpsel

Etwas einfacher sind Modelle aus Schaumstoff zu handhaben. Auch hier braucht man erst mal einen spitzen Keil. Sitzt der im Gehörgang, dehnt er sich dort wieder aus und macht dicht. Experten empfehlen Mehrwegstöpsel aus Silikon, die gut einzusetzen und leicht zu entfernen sind. Der Druck auf die Haut des Hörganges ist bei diesen Stöpseln relativ gering. Auch Schaumstoff-Stöpsel, egal ob Kegel oder Zylinder, sind relativ leicht und rückstandsfrei zu entfernen. Man kann sich seine Ohrstöpsel übrigens auch selbst machen: Dafür einfach Kosmetiktücher zusammendrehen und in die Ohren stecken.

Interviewpartner im Beitrag:

Priv. Doz. Dr. Miklos Toth
Oberarzt Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/hals-nasen-und-ohrenheilkunde

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.09.2016 | 20:15 Uhr

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