Stand: 26.05.2015 14:09 Uhr  | Archiv

Natürlich gesund: Ätherische Öle

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Die positive Wirkung von Pfefferminzöl ist in Studien nachgewiesen worden.

Eukalyptus, Orange, Minze oder Lavendel sind Pflanzen, die nicht nur einen betörenden Duft verströmen: Ihre ätherischen Öle können wie Medizin wirken. Bewiesen ist die Wirkung von Pfefferminzöl: Studien zeigen, dass es Spannungskopfschmerzen ebenso effektiv lösen kann wie das Medikament Paracetamol. Auf Nacken und Schläfen gerieben, wirkt es kühlend, muskelentspannend, krampflösend - und der Duft hat über das limbische System einen beruhigenden Effekt.

Cajeput gegen Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen soll Cajeput helfen: Der Cajeput-Baum wächst in Malaysia, Australien und auf den Philippinen. Das Öl erinnert vom Geruch an Eukalyptus, wirkt aber stärker schmerzstillend und besitzt ein geringeres Allergiepotenzial. Ätherische Öle können allerdings stark reizen und dürfen nicht einfach auf die Haut aufgetragen werden. Cajeput lässt sich gut mit Mandelöl und einigen Tropfen Lavendelöl mischen. Cajeput lindert den Rückenschmerz, weil es die Durchblutung fördert. Und Lavendelöl entspannt die glatte Muskulatur. Auch Rheuma- und Arthrosepatienten hilft eine Massage der betroffenen Körperstellen und Gelenke mit dieser Mischung.

Füße können Sie in warmem Wasser mit einem Esslöffel Salz und Zypressen-Öl entspannen. Und um Muskelkater vorzubeugen, nach dem Sport eine Mischung aus Rosmarin- und Orangenöl mit Haushaltszucker ins Badewasser geben. Ohne den Zucker würde das ätherische Öl oben schwimmen und verdampfen. Rosmarin-Öl fördert die Durchblutung - und soll keimhemmend und krampflösend wirken. Der Duft des Orangen-Öls macht gute Laune, denn er geht durch die Nase ins Gehirn.

Wie Duftmoleküle für gute Laune sorgen

In der Nasenschleimhaut treffen Duftmoleküle auf 30 Millionen Riechzellen. Mit feinen Sinneshaaren fangen sie den Duft ein und befördern ihn mit ihren langen Fortsätzen durch den Schädelknochen ins Gehirn. Die durch den Duft ausgelösten Nervenimpulse landen in dem Teil des Gehirns, der für Gefühle und Erinnerungen zuständig ist. Da die meisten Menschen mit fruchtigen Düften etwas Positives verbinden, können solche ätherischen Öle unsere Stimmung beeinflussen.

Die Heilkräfte der Stoffe sind vielfältig: Bei Erkältung kann Honig mit Thymian und Salbei helfen. Bei Bauchweh hilft Kamillentee und gegen Husten ein Eukalyptusbonbon. Inhalieren wir bei einer Erkältung Pfefferminze, Eukalyptus oder Menthol, gelangen die ätherischen Öle über unsere Atemwege in die Lunge und ins Blut. Sie wirken wie Arzneimittel, lassen die Nasenschleimhäute abschwellen und wirken antibakteriell und antiviral.

Asthma-Patienten und Schwangere sollten Öl-Einsatz mit Arzt absprechen

Ätherische Öle kann man auch auf ein Taschentuch träufeln oder auf einen Duftstein geben - das ist besser als eine Duftlampe, die leicht anbrennen kann. Doch nicht jeder verträgt jedes ätherische Öl: Asthma-Patienten und Schwangere sollten vor Gebrauch unbedingt mit ihrem Arzt sprechen. Für Kleinkinder können besonders scharfe Öle sogar lebensgefährlich werden. Sie lösen schlimmstenfalls einen Stimmritzenkrampf aus, der Kehlkopf und Lunge verschließt und zum Ersticken führt. Wer zu Hause mit ätherischen Ölen experimentiert, sollte sofort aufhören, sobald die Augen tränen, die Nase läuft oder Hautausschlag auftritt.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Andreas Michalsen
Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde  
Immanuel Krankenhaus Berlin
Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde an der
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Königstraße 63, 14109 Berlin
Internet: www.naturheilkunde.immanuel.de

Anja Ahl
Heilpraktikerin und Aromaexpertin
22589 Hamburg
Tel. (040) 33 36 78 53
E-Mail: hpanjaahl@gmx.de
Internet: www.heilpraxis-ahl.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.05.2015 | 20:15 Uhr

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