Stand: 15.11.2019 12:50 Uhr  | Archiv

Myositis: Wenn die Muskelkraft nachlässt

Blutprobe in einer Hand mit Einmalhandschuh. © fotolia Foto: ShawnHempel
Zur Diagnose einer Myositis können Autoantikörper im Blut bestimmt werden.

Eine Myositis ist eine Entzündung der Muskulatur. Sie umfasst eine Reihe verschiedener Muskelerkrankungen, bei denen Autoimmunvorgänge eine wesentliche Rolle spielen. Das Immunsystem greift irrtümlich körpereigenes Gewebe an - im Fall der Myositis die Muskulatur.

Symptom: Kraftverlust in Armen und Beinen

Ein Symptom von Myositis ist der Kraftverlust vor allem an den Armen und Beinen. Die zunehmende Schwäche führt zu Einschränkungen im Alltag, zum Beispiel beim Heben der Arme, beim Aufstehen von einem Stuhl oder beim Treppensteigen. Auch Schluckstörungen oder Schmerzen können auftreten. Chronische Verläufe wie bei der SRP positiven nekrotisierenden Myositis führen oft zu sichtbarem Muskelschwund.

Diagnose der Myositis durch Muskelbiopsie und Blutanalyse

Die Diagnose erfolgt durch eine Muskelbiopsie und die Bestimmung von Autoantikörpern (AAk) im Blut. Parallel wird das Muskelenzym (Creatin Kinase, CK) bestimmt. Zusätzlich kann die Diagnose per Elektromyografie (EMG), Sonografie oder Kernspintomografie (MRT) der Muskeln gesichert werden.

Therapie mit künstlichem Antikörper              

Die Behandlung der SRP positiven nekrotisierenden Myositis erfolgt mit einem künstlichen Antikörper, der das Immunsystem reguliert und schädliche Antikörper blockiert. Allerdings kann es Monate dauern, bis der Patient optimal eingestellt ist und die Muskelzerstörung nachlässt. Die Muskelschäden bei der nekrotisierenden autoimmunen Myopathie sind nicht reversibel. Die meisten Patienten müssen vermutlich lebenslang mit Immunsuppressiva behandelt werden und benötigen Steroide, um den weiteren Verfall der Muskulatur zu verhindern. In einigen Fällen kann eine spezielle Chemotherapie notwendig sein.

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Visite | 19.11.2019 | 20:15 Uhr

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