Stand: 09.12.2019 14:42 Uhr  - Visite

Krebsdiagnose: Soziale Kontakte helfen

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Gespräche mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe können helfen, mit der Diagnose Krebs zurechtzukommen.

Eine Krebsdiagnose ist ein tiefer Einschnitt im Leben. Nicht nur für den Erkrankten ist es schwer, mit den Folgen und Therapien klarzukommen, sondern auch für Familie, Freunde und Kollegen. So wird die Krankheit zur Belastungsprobe für Beziehungen. In der Regel kann und will nur ein Teil des Umfeldes die schwere Erkrankung begleiten. Und auch für eine Partnerschaft kann die Diagnose Krebs eine schwere Belastung sein. Denn Betroffene fürchten sich oft davor, den Partner mit Ängsten zu belasten. Das kann zu Sprachlosigkeit und Entfremdung führen.

Krebsdiagnose: Soziale Kontakte helfen

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Nach einer Krebsdiagnose verändert sich oft die Beziehung der Erkrankten zur Familie und zu Freunden. Wie können Betroffene und ihr Umfeld damit umgehen?

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Warum der Umgang mit Krebs so schwer ist

Wie Betroffene mit ihrer Krebserkrankung umgehen, ist sehr unterschiedlich: Einige sind sehr offen, andere ziehen sich zurück, um ihr Umfeld nicht zu belasten oder weil sie ihre Erkrankung lieber verdrängen, als sich damit auseinanderzusetzen. Und selbst bei einem offenen Umgang gibt es immer wieder Situationen, in denen es Betroffenen schwerfällt, offen über die Krankheit, die eigenen Ängste und Bedürfnisse zu reden.

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Wie können Betroffene und ihr Umfeld mit einer Krebsdiagnose umgehen? Und welche Rolle spielen Selbsthilfegruppen? Psycho-Onkologin Prof. Tanja Zimmermann informiert. Video (05:34 min)

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Krebs ist heute kein Todesurteil mehr. Trotzdem ist die Diagnose für jeden Patienten ein harter Schlag. Die Sendung finden Sie hier als Videomitschnitt. Video (55:19 min)

Gefahr der sozialen Isolation durch Entfremdung

Nach anfänglicher Unterstützung durch Freunde kann es zu einer schleichenden Entfremdung kommen. Die Betroffenen ziehen sich aus dem Freundeskreis zurück, um niemanden zu belasten - und geraten so mit der Zeit aus der Aufmerksamkeit der Freunde. So werden sie zum Beispiel nicht mehr zu Geburtstagen oder anderen Veranstaltungen eingeladen. Dabei wünschen sich die Betroffenen vor allem Normalität und auch Anteilnahme.

Treffen und gemeinsame Aktivitäten helfen Betroffenen

Wer an Krebs erkrankten Freunden zur Seite stehen möchte, sollte nicht erwarten, dass diese sich melden und um Hilfe bitten. Genau das tun Betroffene nämlich in der Regel nicht. Im Gegenteil: Sie fühlen sich verlassen und ziehen sich weiter zurück, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen.

Deshalb sollten Freunde und Angehörige möglichst konkrete Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen, Projekte oder Treffen machen. Die Betroffenen können ja jederzeit abwinken, wenn sie sich lieber schonen wollen. Doch in den meisten Fällen sind sie gern dabei.

Selbsthilfegruppen - der Wert gemeinsamer Erfahrungen

Nach der Anfangsphase fühlen sich viele Betroffene alleingelassen. Krebs ist aber nicht nach wenigen Wochen vorbei, sondern bestimmt das Leben über Monate oder gar Jahre hinweg. Währenddessen geht das Leben der Gesunden oft wie bisher weiter. Das kann dazu führen, dass sich Krebskranke und Gesunde auseinanderleben, wenn ihnen gemeinsame Themen fehlen oder gemeinsame Unternehmungen seltener werden.

Für Betroffene ist es daher oft sinnvoll, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Gespräche mit anderen Erkrankten können den Krebs zwar nicht heilen, sie helfen aber, mit der Diagnose zurechtzukommen.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. rer. nat. Tanja Zimmermann, Professur für Psychosomatik und Psychotherapie mit Schwerpunkt Transplantationsmedizin und Onkologie
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg Straße 1
30625 Hannover
www.mhh.de

Priv.-Doz. Dr. Philipp Ivanyi, Oberarzt
Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie, Stammzelltransplantation
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
(0511) 532 31 40
www.mhh.de/haematologie

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Visite | 10.12.2019 | 20:15 Uhr

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