Stand: 19.02.2018 17:53 Uhr

Grippe erhöht das Herzinfarkt-Risiko

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Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) lassen sich Herzrhythmusstörungen feststellen.

Grippe-Viren erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt. In den ersten sieben Tagen einer Infektion steigt das Risiko um das Sechsfache, heißt es in einer aktuellen Studie. Demnach sind Influenza-Viren vom Typ B besonders gefährlich. Warum es vermehrt zu Herzinfarkten im Zusammenhang mit einer Grippe-Infektion kommt, ist nicht abschließend geklärt. Vermutlich führt die Abwehrreaktion des Körpers auf die Grippe-Erreger dazu, dass sich Kalkablagerungen (Plaques) von den Innenwänden der Gefäße ablösen und die Herzkranzgefäße verstopfen. Während eines Infekts steigt außerdem die Gefahr, dass sich gefährliche Blutgerinnsel bilden. Besonders gefährdet für einen Herzinfarkt während einer Grippe-Infektion sind der Studie zufolge Menschen über 65 Jahre.

Grippe Patient im Krankenhaus.

Grippe: Herzinfarkt-Risiko steigt

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Bei einer Grippe-Infektion steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Besonders gefährlich sind laut einer Studie Influenza-Viren vom Typ B.

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Herzmuskelentzündung durch Grippe-Viren

Eine Grippe kann nicht nur zum Herzinfarkt führen, sondern auch zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Bei rund fünf Prozent aller viralen Infekte wird das Herz vorübergehend oder dauerhaft geschwächt (myokardiale Beteiligung). Bereits bei geringer körperlicher Belastung kann es dann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Typische Symptome einer Herzmuskelentzündung sind

  • anhaltende körperliche Schwäche bei geringer Belastung
  • Herzrasen
  • unregelmäßiger Herzschlag
  • Luftnot
  • Brustschmerzen

Herzschwäche nach Grippe-Infektion

Von einer Herzmuskelentzündung erholen sich etwa 60 bis 70 Prozent der Betroffenen ohne Folgen. In den anderen Fällen bleibt eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Herzschwäche zurück. In vielen Fällen kann das geschwächte Herz mit Medikamenten unterstützt werden. In besonders schweren Fällen haben die Betroffenen dauerhaft Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können.

Impfung schützt vor Grippe-Infektion

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Januar 2018 eine Grippe-Impfung mit einem Vierfach-Impfstoff für

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • chronisch Kranke, z. B. bei Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schwangere
  • medizinisches Personal

Als guter Schutz vor einer Ansteckung mit Viren gilt häufiges und gründliches Händewaschen. Es reduziert das Infektionsrisiko um bis zu 50 Prozent.

Um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden, sollte eine Grippe oder Erkältung immer auskuriert werde. Auf schwere körperliche Arbeit und Sport sollte während der Infektion verzichtet werden - anschließend das Training langsam steigern.

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Interviewpartner

Priv.-Doz. Dr. Dirk Westermann, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Oberarzt Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herzzentrum Hamburg GmbH (UHZ)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20146 Hamburg
Internet: www.uke.de
 
Prof. Dr. A. van de Loo
Chefarzt der Klinik für Kardiologie
Katholisches Marienkrankenhaus Hamburg
Alfredstraße 9, 22087 Hamburg
Tel. (040) 25 46 21 02
E-Mail: vandeloo.kardiologie@marienkrankenhaus.org
 
Prof. Dr. Norbert Frey
Direktor der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein - Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3, 24105 Kiel
Tel. (0431) 500 22 800, Fax. (0431) 500 22 804
Internet: www.uksh.de/kardiologie-kiel

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.02.2018 | 20:15 Uhr

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