Eine Frau läuft barfuß über eine Wiese, die Aufnahme zeigt die Beine und Füße. © Colourbox Foto: Kirill Grekov

Grasmilben: Schutz vor Bissen und allergischen Reaktionen

Stand: 22.06.2021 18:00 Uhr

Die Grasmilbe gehört zu den Spinnentieren. Die Bisse der Larven können juckende Quaddeln und Entzündungen verursachen. Lange Kleidung, Mückensprays und regelmäßiges Rasenmähen können schützen.

Die Herbstgrasmilbe gehört zu den Spinnentieren, sie wird auch Herbstmilbe, Herbstgrasmilbe, Erntemilbe oder Herbstgraslaus genannt. Während die ausgewachsenen, etwa drei Millimeter großen Tiere unterhalb der Erdoberfläche leben und nicht beißen, sind ihre winzigen Larven umso aggressiver: Sie sind nur 0,2 Millimeter groß, können sich aber schnell bewegen. Die Bisse können stärkere Beschwerden verursachen als Mückenstiche. Besonders aktiv sind die Tiere in der Zeit von Juni bis Oktober.

Bisse der Larven an feuchtwarmen Hautstellen

Eine Grasmilbe in Nahaufnahme. © Picture-Alliance / Mary Evans Picture Library / Last Refuge / ardea.com
Grasmilben suchen sich feuchtwarme Stellen mit dünner Haut.

Auf Grashalmen lauern die Larven auf vorbeikommende Wirte - Menschen und Tiere, an denen sie sich festbeißen können, um Zellsäfte zu saugen. Streift man eine Herbstgrasmilbenlarve mit dem Fuß ab, läuft sie schnell die Beine hinauf - auf der Suche nach einer feuchtwarmen Stelle mit dünner Haut. Häufig findet sie an Kniekehlen, Leisten, im Schambereich und in den Achseln eine geeignete Stelle, wo sie sich in der oberen Hautschicht festbeißt. Dort injiziert sie Enzyme, die die Haut aufweichen, damit sie den Zellsaft und die Lymphe aufsaugen kann.

Symptome: Quaddeln, Hautentzündungen, leichtes Fieber

Bisse von Grasmilben auf einem Arm. © Picture-Alliance / imageBROKER Foto: Michael Weber
Viele juckende Bisse nebeneinander sind typisch für die Larven der Grasmilbe.

Viele Menschen reagieren auf diese Bisse mit einer Entzündung oder allergischen Reaktionen wie oft tagelang juckenden Quaddeln. Wer besonders empfindlich ist, kann sogar leichtes Fieber bekommen. Typisch sind viele kleine Bisse direkt nebeneinander.

Weil die Quaddeln erst ungefähr 24 Stunden nach dem Biss auftreten und sich die Tiere dann schon nicht mehr am Körper befinden, weiß man häufig nicht, wer für die Stiche verantwortlich ist und verdächtigt zu Unrecht völlig unbeteiligte Insekten. Einziger Trost: Gefährlich sind die Bisse nicht, denn die Grasmilbenlarven übertragen keine Krankheiten.

Behandlung: Kortison-Salbe, Anti-Histamin und Hitze-Stift

Ist der Juckreiz nicht mehr auszuhalten, können eine Kortison-Salbe oder eine Anti-Histamin-Tablette helfen. Vorsicht: Werden die Stiche aufgekratzt, kann es zu schlimmen Entzündungen kommen. Gegen den Juckreiz hilft außerdem ein heißer Löffel, der schnell auf die Biss-Stelle gedrückt wird. Auch ein sogenannter Anti-Bite-Hitzestift kann helfen.

Schutz vor Grasmilben: Lange Kleidung und Mückenschutz

In ihrer Not greifen viele Gartenliebhaber beim Rasenmähen zu Einmal-Schutzanzügen. Auch eine lange Hose und ein zusätzlicher Mückenschutz mit den Wirkstoffen Deet oder Icaridin können helfen. Hunde und Katzen können beim Spazierengehen oder Aufenthalt im Garten präventiv mit speziellen Anti-Milbensprays behandelt werden.

Garten milbenfrei halten: Rasen mähen und wässern

Herbstgrasmilbe auf grauem Untergrund
Gartenbesitzer sollten Grasmilben möglichst schlechte Lebensbedingungen bieten.

Gartenbesitzer sollten versuchen, den Milben ihren Lebensraum zu nehmen und jeglichen Kontakt zu vermeiden. Das heißt: den Rasen regelmäßig mähen und wässern - so werden die Larven weggespült. Milben halten sich bevorzugt dort auf, wo sie viele Wirte finden. Ihre Lieblingswirte sind Mäuse, Vögel, Hunde und Katzen. Deshalb den kontaminierten Rasenschnitt nicht auf dem Komposthaufen entsorgen, er bietet Wirtstieren Unterschlupf. Ist der Befall auf eine oder wenige Stellen begrenzt, kann man auch kochendes Wasser ausgießen oder mit Niem- oder Rapsöl sprühen. Um den ganzen Garten milbenfrei zu bekommen, muss man aber auf Nachtfrost warten - den überleben die Tiere nicht.

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