Stand: 11.11.2019 13:04 Uhr  | Archiv

Gehirntraining: Im Alter geistig fit bleiben

Schematische Darstellung eines Kopfes, in dem sich bunte Zahnräder befinden © Fotolia.com Foto: freshidea / nikkytok
Lernen kann das Gehirn ein Leben lang fit halten.

Lernen im Alter kann das Gedächtnis verbessern und den Rückgang der Gehirnleistung bei Demenz verzögern. Auch das Risiko für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung lässt sich durch lebenslanges Lernen reduzieren. Wer bis ins hohe Alter geistig fit bleiben möchte, kann sein Gehirn im Alltag trainieren - zum Beispiel mit anspruchsvollen Hobbys und Bewegung. Denn das Gehirn behält auch im Alter die Fähigkeit, neue Nervenzellen zu bilden und miteinander zu verknüpfen.

Wie Lernen das Gehirn trainiert

Mit Lernen im Alter ist nicht das Auswendiglernen von Vokabeln oder mathematischen Formeln gemeint. Vielmehr bedeutet es, das Gehirn regelmäßig vor ungewohnte Herausforderungen zu stellen, zum Beispiel Reisen. Die Kombination aus Bewegung und Orientierung in einer neuen Umgebung ist eine besondere Stimulation für das Gehirn. Auch soziale Beziehungen können das Gehirn trainieren.

Wie durch Lernen Nervenzellen entstehen

Beim Lernen bilden Nervenzellen im Gehirn Verknüpfungen: je dichter das Netz, desto größer ist die geistige Leistungsfähigkeit. Das hat bereits in den 80er-Jahren eine Studie an Nonnen bewiesen: Obwohl bei einigen der Frauen im Gehirn typische Alzheimer-Veränderungen nachgewiesen wurden, hatte keine von ihnen eine reduzierte Hirnleistung wie Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme.

Hobbys verbessern Gedächtnis und Konzentration

Hobbys können das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit im Alter verbessern. Dazu zählen:

  • Musizieren gilt als besonders effektiver Schutz vor Demenz. Es erfordert Konzentration und körperliche Koordination.

  • Tanzen regt mehrere Hirnleistungen gleichzeitig an. Die Kombination aus Denken, Sehen, Hören und Bewegen erfordert die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften. Tänzer schneiden in kognitiven Test deutlich besser ab als Nichttänzer.

  • Fremdsprachen: In einer fremden Sprache zu sprechen beansprucht das Gehirn stark. Der Effekt ist noch größer, wenn eine neue Sprache erlernt wird.

Auch Bewegung ist Gehirntraining

Auch Bewegung fördert die geistige Fitness, vor allem das Konzentrations- und Erinnerungsvermögen. So können Gartenarbeit oder Wandern das Wachstum und die Verknüpfung neuer Nervenzellen anregen, insbesondere im Bereich des sogenannten Hippocampus, der zentralen Schaltstelle im Gehirn. Seine Aufgabe ist die Bildung von Gedächtnisinhalten. Im Hippocampus werden Informationen aus verschiedenen Hirnregionen verarbeitet und an Speicherorte in der Großhirnrinde übermittelt.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Martin Korte
Biozentrum
Leiter der Abteilung für Zelluläre Neurobiologie
Technische Universität Braunschweig
Spielmannstr. 7
38106 Braunschweig
www.tu-braunschweig.de

Prof. Dr. Gerd Kempermann
Hirnforscher
Technische Universität Dresden
CRTD - Center for Regenerative Therapies
www.crt-dresden.de

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Visite | 12.11.2019 | 20:15 Uhr

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