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Gastroschisis: Wenn Teile des Darms außen liegen

OP-Besteck im Operationssaal © Fotolia.com Foto: Kzenon
Eine Gastroschisis muss sofort nach der Geburt operiert werden.

Eine Gastroschisis ist eine angeborene Fehlbildung, die bei einem von 3.000 Neugeborenen auftritt. Der Darm des Kindes liegt dabei außerhalb des Körpers. Die Ursache für die Fehlbildung ist unklar, eine genetische Veranlagung scheint dafür nicht verantwortlich zu sein.

Fehlbildung muss sofort operiert werden

Der Defekt der Bauchdecke muss sofort nach der Geburt operiert werden, da der empfindliche Darm nicht lange an der Luft sein darf, wo er Keimen ausgesetzt wäre und rasch austrocknen würde. Um den Darm zu schützen, wird das Kind in Beugeposition per Kaiserschnitt entbunden. Eine Schwierigkeit der Operation ist, den durch die Gallensäure im Fruchtwasser möglicherweise entzündeten und geschwollenen Darm komplett in dem kleinen Bauch unterzubringen und die Wunde zu verschließen.

Wird es eng, näht der Chirurg zunächst nur die oberste Hautschicht zu und die darunter liegende Bauchmuskulatur erst nach Abschwellen des Darmes.

Experten zum Thema

Prof. Dr. Constantin von Kaisenberg, Bereichsleiter Pränatalmedizin und Geburtshilfe             
Perinatalzentrum
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
www.mh-hannover.de

Prof. Dr. Benno Manfred Ure, Direktor
Zentrum Kinderchirurgie Hannover      
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
(0511) 532 92 60
www.mh-hannover.de

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Operationsteam bei einer Herztransplantation © NDR

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