Stand: 24.03.2015 12:14 Uhr  - Visite  | Archiv

Gartenverletzung: kleine Wunde, große Gefahr

Bild vergrößern
Verletzungen im Garten sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ärzte erleben immer wieder, dass Gartenverletzungen nicht ernst genommen werden. Dabei können schon kleine Infektionen gefährlich werden: Eitert und schmerzt eine Splitterwunde, muss der Arzt alle Splitterreste entfernen und die Wunde säubern, sonst droht eine Blutvergiftung. Im Erdreich gibt es Staphylokokken, Streptokokken und andere Eitererreger. Diese Bakterien reagieren nicht auf Penicillin und können sich in die Haut "reinfressen".

Mit Tetanus-Impfung vorbeugen

Äußerst gefährlich ist auch die Bakterienart Clostridium tetani, die Tetanus (Wundstarrkrampf) auslöst. Dieser Krankheitserreger ist sehr widerstandsfähig und kommt praktisch überall in der Umwelt vor. Die Bakterien können über Straßenstaub oder Erde in Wunden gelangen. Die Bakterien setzen einen Giftstoff frei, der schließlich den eigentlichen Wundstarrkrampf auslöst. Mit einer Tetanus-Impfung kann man vorbeugen. Die Impfung sollte man unbedingt alle fünf bis zehn Jahre auffrischen - auch bei einer aktuellen Infektion kann die Impfung noch helfen. Gefährlich sind Gartenverletzungen besonders auch bei Vorerkrankungen: Sie können eine Wundheilung verzögern oder es kann sich eine chronische Wunde entwickeln. So kann ein Dorn im Finger gar zum Verlust der Hand führen.

Arbeitshandschuhe schützen

Damit sich aus kleinen Kratzern oder Splittern keine gefährlichen Wunden entwickeln, sollte man jede Verletzung, die man sich im Garten zuzieht, ernst nehmen. Treten Beschwerden oder Entzündungserscheinungen auf und verschlimmern sich, sollte man sofort zum Arzt gehen. Ansonsten sollte man immer als erste Hilfe die Wunde desinfizieren und mit einem Verband oder Pflaster schützen. Und: Vorbeugend bei der Gartenarbeit stets Arbeitshandschuhe tragen.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Zaher Jandali
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Evangelisches Krankenhaus Oldenburg
Auguststraße 22
26121 Oldenburg
Tel. (0441) 23 69 17
Fax (0441) 23 63 64
Internet: www.evangelischeskrankenhaus.de/klinik-fuer-plastische-und-handchirurgie.html

Dr. Christoph Salomon
Facharzt für Allgemeinmedizin
Große Bergstraße 211
22767 Hamburg
Tel. (040) 38 08 78 57
Fax (040) 38 08 76 59
Internet: www.dr-salomon.net

Dr. Paul Preisser
Arzt für Chirurgie, Handchirurgie                      
Unfallchirurgie – Plastische Chirurgie
Chefarzt der Klinik für Handchirurgie
Agaplesion Diakonie Klinikum
Hohe Weide 17
20259 Hamburg
Internet: www.d-k-h.de

 

Dieses Thema im Programm:

Visite | 24.03.2015 | 20:15 Uhr