Stand: 12.03.2018 13:32 Uhr

Fast Food kann die Lebenserwartung verkürzen

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Auf Lebensmittel wie Burger reagiert das Immunsystem wie auf eine bakterielle Infektion.

Fast Food ist beliebt: Morgens ein Croissant, für zwischendurch eine Laugenstange, Mittagessen im Imbiss und zum Kaffee etwas Süßes. Rund ein Viertel der Deutschen greifen mindestens einmal in der Woche zum schnellen Imbiss. Dass Fast Food dick macht, ist lange bekannt. Jetzt haben Forscher in Studien eine weitere Entdeckung gemacht: Das Immunsystem reagiert auf Lebensmittel mit viel Fett und Kalorien wie auf eine bakterielle Infektion.

Zwei Männer essen Burger in einem Schnellimbiss

Fast Food kann die Lebenserwartung verkürzen

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Fast Food wirkt auf das Immunsystem wie eine bakterielle Infektion und kann die Lebenserwartung verkürzen. Das haben Forscher der Universität Bonn herausgefunden.

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Entzündungsreaktion durch Zucker und Fett

Forscher in Bonn haben durch Experimente mit Mäusen eine Erklärung gefunden, was im Körper durch ungesundes Essen passiert. Vier Wochen wurden die Mäuse mit viel Zucker, Fett und wenig Ballaststoffen gefüttert. Die Forscher kamen zu diesen Ergebnissen:

  • Ein Sensor (Inflammasom) auf Immunzellen reagierte auf ungesundes Essen, als wäre es ein Krankheitserreger. Der Sensor produzierte Botenstoffe, die Abwehrzellen aktivieren - und dadurch Entzündungen im Körper hervorrufen.

  • In den Genen der Mäuse wurden Abschnitte aktiviert, die dauerhaft für die vermehrte Produktion und Aktivität von Immunzellen sorgen. Schon kleine Mengen ungesunder Ernährung können deshalb eine heftige Immunreaktion auslösen. Es kommt immer schneller und häufiger zu Entzündungen.

Nach einer Umstellung auf artgerechte Kost (Getreide) gingen die Entzündungsreaktionen relativ schnell wieder zurück, die genetischen Veränderungen blieben jedoch.

Ungesundes Essen senkt Lebenserwartung

Entzündungsreaktionen durch Fast Food beschleunigen nach Ansicht der Forscher Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2. Sie gehen davon aus, dass sich Ernährungsgewohnheiten auf die Lebenserwartung auswirken. Ungesundes Essen und zu wenig Bewegung führen dazu, dass Kinder, die jetzt geboren werden, im Durchschnitt womöglich kürzer leben als ihre Eltern. So sinkt beispielsweise in den USA die Lebenserwartung seit zwei Jahren. Wichtig sei eine Ernährung mit wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst und gesunden Fetten.

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Interviewpartner

Dr. rer. nat. Anette Christ
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für angeborene Immunität der Universität Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25, 53127 Bonn
Tel. (0228) 28 75 12 25
E-Mail: christa@uni-bonn.de
Internet: www.iii.uni-bonn.de/de.html

Prof. Dr. Eicke Latz
Institut für angeborene Immunität der Universität Bonn
und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Sigmund-Freud-Straße 25, 53127 Bonn
Tel. (0228) 28 75 12 23
E-Mail: eicke.latz@uni-bonn.de
Internet: www.iii.uni-bonn.de/de.html

Dr. med. Matthias Riedl
Facharzt für Innere Medizin
Diabetologie, Ernährungsmedizin
Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter medicum Hamburg
Beim Strohhause 2, 20097 Hamburg
Tel. (040) 807 97 90
E-Mail: info@medicum-hamburg.de
Internet: www.medicum-hamburg.de

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