Stand: 09.03.2018 07:38 Uhr  | Archiv

Exotische Früchte: Vitaminbomben mit Nachteilen

Frisches Obst aus der Region hat die meisten Vitamine. Allerdings werden Äpfel und Birnen größtenteils nur bis Oktober geerntet. In den Winter- und Frühlingsmonaten gibt es sie aus der Region nur noch als Lagerobst. Exotische Früchte können daher eine Alternative sein. Aber wie sinnvoll ist es, den Vitaminbedarf mit Ananas, Mango und Zitrusfrüchten zu decken, die weit gereist sind?

Der Körper braucht regelmäßig Vitamine

Unser Körper braucht regelmäßig bestimmte Vitamine und Mineralstoffe. Einige kann er über einen längeren Zeitraum speichern, besonders Vitamin B und C sollten wir dagegen öfter aufnehmen. Deshalb gilt die Empfehlung, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu verspeisen.

Exotische Früchte werden meist unreif geerntet

Zu bedenken ist, dass die Ökobilanz der Exoten nicht sonderlich gut ist. Die Früchte werden meist unreif geerntet und müssen weite Transportwege überwinden, ehe sie hierzulande in den Läden liegen. So braucht eine Ananas aus Costa Rica bis zu 25 Tage in die europäischen Häfen. Äpfel und Kiwis aus Neuseeland sind etwa fünf Wochen unterwegs. Beim Transport auf Schiffen wird die Ware bei etwa 0,5 Grad Celsius gekühlt, die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 90 Prozent. Dabei "schläft" die Frucht und der Reifeprozess wird gestoppt.

Flugobst mit mieser Ökobilanz

Das meiste leicht verderbliche Obst und Gemüse wird per Flugzeug importiert. Der Vorteil ist, dass die Früchte in der Regel reif geerntet werden. Die Ökobilanz ist allerdings verheerend. Denn die ausgestoßenen Emissionen eines Flugzeugs übersteigen die von Schiffen um ein Vielfaches.

Lagerung und Transport verringern Vitamingehalt

Durch Lagerung und lange Transportwege verringert sich der Vitamingehalt von Früchten deutlich. Das gilt für Importware allerdings genauso wie für regionales Obst, denn auch bei Lageräpfeln reduziert sich im Laufe der Zeit ihr Vitamingehalt.

Je länger regionale Äpfel bei uns gelagert werden, umso schlechter wird zudem ihre Ökobilanz. Mit der absurden Konsequenz, dass von weither importierte Äpfel im Frühling eine bessere Ökobilanz haben können als einheimische Sorten.

Am besten regional und saisonal einkaufen

Also lieber Vitamine in Pillenform? Nein, Obst essen ist immer noch deutlich gesünder. Exotische Früchte sollten dabei aber die Ausnahme und etwas Besonderes bleiben. Um klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und sich trotzdem vitaminreich zu ernähren, wird empfohlen, auf saisonales Obst und Gemüse aus der Region zurückzugreifen.

Eine Alternative kann auch Tiefkühlware sein, denn in den gefrorenen Früchten bleiben die Vitamine durch das erntereife Schockfrosten weitestgehend erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 09.03.2018 | 16:20 Uhr

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