Stand: 23.08.2019 08:49 Uhr  | Archiv

Essbare Blüten: Lecker und gesund

Essbare bunte Blüten liegen auf einem Teller © colourbox
Vom Aussehen und Geruch der Blüten kann man nicht immer auf den Geschmack schließen.

Essbare Blüten geben Speisen nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich eine besondere Note. Viele der Blüten wachsen in heimischen Gärten, zum Beispiel die Holunderblüte und die Blüte der Kapuzinerkresse. Auch die Blüten von Rosen, Lavendel, Phlox oder Begonien überraschen mit einem feinen Geschmack. In der Medizin werden viele Blüten schon seit Jahrhunderten als Heilpflanzen eingesetzt.

Wie Blüten heilen können

Beispiele für Blüten mit heilender Wirkung:

  • Kamille, Ringelblume und Minze helfen gegen Entzündungen, Fieber und regen das Immunsystem an.

  • Das Senföl der Kapuzinerkresse wirkt antimikrobiell und hilft bei Atemwegs- und Harnwegsinfekten. Außerdem ist sie reich an Vitamin C.

  • In der Blüte der Ringelblume stecken ätherische Öle und Flavonoide. Die Mischung wirkt antimikrobiell. Sie stärkt das Immunsysthem und hilft bei Entzündungen und Fieber.

Verwechslung mit giftigen Pflanzen

Einige Blüten können beim Verzehr unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen:

  • Vorsicht bei Chrysanthemen: Während einige Formen essbar sind und Magen-Darm-Beschwerden lindern können, sind andere giftig.

  • Giftig sind das tränende Herz, Rittersporn, roter Fingerhut und gemeiner Goldregen.

  • Maiglöckchen zum Beispiel können zu Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Herzrhythmusstörungen führen.

Geruch und Geschmack von essbaren Blüten

  • Rosen, Jasmin und Lavendel schmecken so, wie sie auch riechen: Rosen und Jasmin eher lieblich, Lavendel dagegen kräftig.

  • Die Kapuzinerkresse riecht zwar kaum, schmeckt aber stark würzig nach Senf.

  • Der fast geruchlose Phlox hat einen leicht süßlichen Geschmack.

  • Begonien sind geruchslos und schmecken säuerlich.

  • Tulpen schmecken wie Kohlrabi.

  • Kleeblüten haben einen ähnlichen Geschmack wie Erbsen.

  • Die Indianernessel hat einen zarten Geruch und gleichzeitig einen stark würzigen Geschmack mit feiner Zitrusnote. Auf einer einfachen Scheibe Baguette mit Frischkäse kommt ihr Geschmack  am besten zur Geltung.

Essbare Blüten richtig zubereiten

  • Die Blüten am besten am Morgen pflücken, da sich die ätherischen Öle, die ihren besonderen Geschmack ausmachen, bei zunehmender Sonneneinstrahlung verflüchtigen.

  • Die grünen Teile einer Blume, also Stengel, Stempel oder Pollenträger, schmecken oft bitter. Deswegen sollte man sie vor dem Verzehr sorgfältig entfernen. Eine Ausnahme bildet die Kapuzinerkresse: Sie ist komplett essbar.

  • Weil Blüten kurzlebig sind, lohnt es sich, ihren Geschmack zu konservieren, zum Beispiel als Sirup oder Essig.  Besonders gut zum Konservieren eignen sich Hibiskus, Veilchen, Rose und Lavendelblüte, denn sie haben eine kräftige Farbe und einen intensiven Geschmack.

Tipps zum Kauf

Viele Gärtnereien bieten inzwischen essbare Pflanzen an. Sie sollten unter Bio-Bedingungen angebaut und nicht gespritzt werden. Blüten aus Blumensträußen von Supermärkten, Tankstellen oder Floristikfachgeschäften eignen sich nicht zum Verzehr, da biologische Anbaubedingungen bei Schnittblumen noch nicht weit verbreitet sind.

Weitere Informationen
Lindenblüten © fotolia.com Foto: Annett Seidler

Heilpflanzen aus dem Wald zubereiten

Essbare Pflanzen aus dem Wald können viele Beschwerden lindern - als Tee, Tinktur oder Kräuterquark. Welche Blätter, Wurzeln und Kräuter haben heilsame Wirkung? mehr

Verschiedene Frühlingskräuter: Löwenzahn, Giersch, Bärlauch und Sauerampfer. © dpa picture alliance

Unkraut - lecker und gesund

Wildkräuter wie Löwenzahn, Giersch und Bärenklau sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen. Sie schmecken gut in Soßen, Salaten und Smoothies. mehr

Vogelmiere (Stellaria media) © fotolia Foto: PhotoSG

Wildkräuter - Aus der Natur frisch auf den Tisch

Für viele Hobbygärtner sind Brennnessel, Spitzwegerich oder Vogelmiere Unkraut. Dabei sind viele Wildkräuter essbar und gesund. Diese Pflanzen lassen sich derzeit sammeln. mehr

Gelbe und grüne Zucchini © fotolia.com Foto: pil76

Gesunde Zucchini: Tipps und Rezepte

Zucchini enthalten wichtige Nährstoffe und wenig Kalorien. Wie schmecken sie am besten? Und wie gefährlich sind Bitterstoffe, die selbst angebautes Gemüse enthalten kann? mehr

Beeren des Weißdorn © NDR Foto: Uwe Kantz

Weißdorn: Arzneipflanze gegen Herzschwäche

Der Weißdorn ist die Arzneipflanze des Jahres 2019. Laut Studien kann Weißdornextrakt bei Herzschwäche helfen. Wie wirksam sind die pflanzlichen Präparate? mehr

Experten zum Thema

Martina Göldner-Kabitzsch
Kochsalon von Blythen
Brandenburgische Str. 65
15566 Schöneiche bei Berlin
www.von-blythen.de

Weitere Informationen
Arzneipflanzenlexikon
www.arzneipflanzenlexikon.info

Ratgeber
Martina Göldner-Kabitzsch: Blüten-Dinner. 184 S.; Jan Thorbecke Verlag (2019); 36 Euro

Karl Hiller und Matthias F. Melzig: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. 664 S.; Spektrum Akademischer Verlag (2010); 29,99 Euro

Dieses Thema im Programm:

Visite | 27.08.2019 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Vollkornbrot, Obst und Gemüse liegen auf einem Holzbrett. © NDR

Ballaststoffe: Gut für Darmflora und Herz

Der Darm, unser größtes Immunorgan, braucht zum Funktionieren Ballaststoffe. In welchen Lebensmitteln stecken sie? mehr

Ein Tropfen hängt an einer Nadelspitze. Dahinter das Wort "Impfung". © picture alliance/Friso Gentsch/dpa Foto: Friso Gentsch

Corona-Impfzentren: Wo und wann wird jetzt geimpft?

Die Impfzentren im Norden sind eingerichtet. Doch wer ist wann an der Reihe und wie kann man sich anmelden? Ein Überblick. mehr

Dr. Silja Schäfer und ihr Patient unterhalten sich in der Hausboot-Küche. © NDR/nonfictionplanet

Was hilft bei Metabolischem Syndrom, Verstopfung, Migräne?

In einer neuen Folge zeigen die Ernährungs-Docs drei Patienten, wie sie mit der richtigen Ernährung ihre Krankheit in den Griff bekommen. mehr

Frau steht auf einer Waage und hält einen Doughnut und einen Apfel in den Händen © Fotolia.com Foto: Maksymiv Iurii

Kalorien sind nicht gleich Kalorien: Was bringt das Zählen?

Kalorien werden unterschiedlich vom Körper verarbeitet. Welche Kalorien machen weniger dick? Was bringt das Zählen? mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr