Stand: 28.09.2020 14:24 Uhr

Ernährung bei Hashimoto

Müdigkeit und ansteigendes Gewicht sind bei Hashimoto oft ein Problem. Beides lässt sich über die Ernährung oft positiv beeinflussen. Grundsätzlich gilt: das Immunsystem stärken, zuckerarm und entzündungshemmend essen.

Strategien für ein gesundes Gewicht

Ein Lachsfilet mit Gemüse liegt auf einem mit Nährstoff-Gruppen beschrifteten Teller. Auf dem Bereich für Fett steht ein Schüsselchen Olivenöl. © NDR
Lachsfilet mit Frühlingsgemüse und extra Öl: So könnte eine gesunde Tellereinteilung aussehen.

Mithilfe des Intervallfastens und einer kohlenhydratarmen Ernährung können auch bei Hashimoto-Kranken die Pfunde purzeln. Lassen Sie beispielsweise über Nacht 16 Stunden Pause zwischen Abendessen und der ersten Mahlzeit des Tages.

Zuckerfreie Getränke wie Wasser, Tee, in Maßen schwarzer Kaffee sind in der Fastenphase erlaubt, außerdem zwei Mahlzeiten am Tag - aber keine Zwischenmahlzeiten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bei Hashimoto-Patienten sollte immer die Glutenverträglichkeit getestet werden - nicht selten besteht eine Unverträglichkeit. In diesem Fall auf glutenhaltige Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste) verzichten, stattdessen auf Scheingetreide wie Buchweizen, Quinoa und Amarant ausweichen. Hirse, Quinoa oder Buchweizen im Müsli, Brot oder als Beilage liefern zudem wichtige Mineralstoffe und Eiweiß.
  • Am bedeutsamsten für den Körper ist viel Gemüse - zubereitet mit hochwertigen Ölen, ergänzend dazu: zuckerarmes Obst (zum Beispiel Beeren).
  • Genügend Eiweiß bei jeder Mahlzeit hilft dabei, gut und langanhaltend satt zu werden. Gute Eiweißquellen sind Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Pilze.
  • Entzündungshemmend wirken das Spurenelement Selen (steckt u. a. in Lachs, Champignons, Paranüssen oder Weizengraspulver), Omega-3-Fettsäuren (etwa in hochwertigem Lein- oder Hanföl, Algenöl, Lachs) und antioxidative Pflanzenstoffe aus buntem Gemüse und Gewürzen (wie dunklem Kakao, Zimt, Ingwer, Pfeffer, Kurkuma).
  • Präbiotika (Ballaststoffe) und Probiotika stärken die Darmflora: z. B. Sauerkraut, Joghurt, Miso-Suppen. Ist die Darmflora intakt, fällt oft auch das Abnehmen leichter.
  • Trinken: am besten 1,5 bis 2 Liter Wasser, Kaffee (max. 3 Tassen), Kräutertee (Fenchel, Kamille, Löwenzahn, Schafgarbe, Salbei), Gemüsesaft.
  • Eine Tasse bitterer Wermuttee wirkt appetitzügelnd. Vorsichtig dosieren: So viel Wermutkraut, wie zwischen zwei Finger passt, in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und genau 1 Minute ziehen lassen. Wermut regt die Verdauungssäfte an, sein Geschmack dämpft jedoch unmittelbar den Heißhunger auf Süßes. Nach dem Essen oder nach Bedarf trinken. Auch andere Bittermittel können Anwendung finden.

VIDEO: Hashimoto: Ernährung bei kranker Schilddrüse (14 Min)

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln, Kartoffeln, ReisIn Maßen: Vollkornbrot, Vollkorngetreideprodukte, insbesondere aus Hafer, Gerste, Dinkel, Roggen (glutenhaltig) oder Scheingetreide wie Buchweizen, Amarant, Quinoa (glutenfrei);
Haferflocken, Müsli ohne Zucker;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Weißbrot, Toastbrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Croissant;
Hartweizennudeln; geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer;
Fertiggerichte, Fast Food
Snacks und Knabberkram
(bei Bedarf 1 kleine Handvoll "Luxus" am Tag, max. 25 g)
Süße Backwaren, Süßigkeiten, süße Milchprodukte (s. u.), Salzgebäck, Chips, Flips
Obst
(1-2 Portionen am Tag)
Apfel, Aprikosen, Marillen, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren (frisch), Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Papaya, Orange, Pflaumen, Pfirsiche, Stachelbeere, Wassermelone, Zwetschgengezuckerte Obstkonserven und Obstmus, kandiertes Trockenobst
In Maßen, da zuckerreich: Banane, Kaki (Sharon), Weintrauben, Kirsche, Ananas, Mango, Honigmelone und Birne
Gemüse
(3 Portionen am Tag)
keine Einschränkungen außer s. rechtsMais (zuckerreich)
Nüsse und Samen
(ca. 40 g am Tag)
keine Einschränkungen außer s. rechtsErdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 2 EL am Tag)
Olivenöl, Rapsöl, Hanföl, Walnussöl, Leinöl*), Weizenkeimöl*);
in Maßen: Butter
Schweine- und Gänseschmalz, Butterschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(ca. 2 Liter am Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee, vor allem Kräutertee (Fenchel, Kamille, Löwenzahn, Schafgarbe, Salbei) und in Maßen KaffeeFruchtsaft, Softdrinks, Kakao, Alkohol
Fisch und Meeresfrüchte
(1-2 Mal pro Woche ca. 200-250 g)
Aal,  Forelle, Heilbutt, Hering, Karpfen, Lachs, Scholle, Seezunge, ThunfischFisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt; sehr jodreicher Fisch wie Meeräsche, Seelachs, Schellfisch
Wurstwaren und Fleisch
(2-3 Mal pro Woche ca. 200-250 g)
Magerer Aufschnitt wie Corned Beef, Putenbrustaufschnitt, Koch- und Lachsschinken, Kassler, Schinkenzwiebelmettwurst, Aspik;
Hühnerfleisch, Putenfleisch
Leberwurst, Mettwurst, Weißwurst, Salami, Schinkenspeck, Mortadella, Fleischwurst, Bockwurst, Bratwurst, Blutwurst, Fleischkäse/Leberkäse, Nackenfleisch, Bauchspeck und Ähnliche
Eier,
Milch- und Milchprodukte,
Käse
Eier in allen Variationen;
wenig:
Buttermilch, Speisequark bis 20 % Fett, Naturjoghurt bis 3,5 % Fett;
Käse bis 45 % Fett i. Tr. (Schnittkäse, Weichkäse, Fetakäse, Mozzarella, Harzer Käse, körniger Frischkäse
Mayonnaise;
Trinkmilch (Kuh-), Sahne, Schmand und Creme fraiche;
Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch

*) Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren). Optimal wirken Leinöl und Weizenkeimöl kombiniert.

Weitere Informationen
Ein Teller mit Mango-Avocado-Salat mit Mozzarella steht auf einem Tisch. © NDR Foto: Claudia Timmann

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 14.09.2020 | 21:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Hashimoto,hashimoto110.html

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