Stand: 02.02.2019 20:05 Uhr

Ernährung bei Colitis ulcerosa

Das sollten Sie im Haus haben: Eier, Zwieback, Karotten, Bananen, Naturreis, Brokkoli, Hühnchen.

Menschen mit Colitis ulcerosa tragen wegen wiederkehrender Durchfälle und der Schädigung ihrer Darmschleimhaut ein hohes Risiko für eine Mangelernährung. Meist fehlen ihnen Eiweiß und Mikronährstoffe wie Kalzium, Eisen, Zink, Folsäure oder die Vitamine D und B12 - das schwächt den Körper zusätzlich. Mangelernährung kann Rückfälle begünstigen, deswegen ist es so wichtig, auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu achten.

Auch wenn es nicht "die Ernährung gegen Colitis" gibt: Die Chance einer Ernährungstherapie bei Colitis ulcerosa liegt darin, die beschwerdefreie Zeit so lange wie möglich zu erhalten.

Die Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich je nach dem Stadium der Erkrankung (Akutphase oder Ruhephase).

Richtig essen in der Ruhephase

Liegen keine Diarrhoe (mehr als drei Stühle täglich) und kein sichtbares Blut im Stuhl vor, spricht man von Remission. Für diese Phase empfiehlt sich eine leichte Vollkost, die kalorien-, vitamin- und ballaststoffreich ist. Also reichlich Vollkornprodukte (fein geschrotet), Gemüse, mildes Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte, Eier. Lebensmittel und Zubereitungsverfahren, die häufig Beschwerden auslösen, sollten Sie meiden: etwa frittierte und fette Speisen wie Pommes frites, Geräuchertes, paniert Gebratenes, stark Gewürztes, zu heiße und zu kalte Speisen. Zum schonenden Kochen eignet sich am besten ein Dampfgarer.

Entzündungshemmende Nahrungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren (aus beispielsweise Leinöl, Lachs) und anthocyanhaltige Beeren, insbesondere Heidelbeeren, können helfen. Auch bis zu drei Tassen frisch gefilterter Kaffee am Tag wirken entzündungshemmend. Studien zeigen, dass Gerstengras die Darmschleimhaut "reparieren" kann, wenn man es regelmäßig anwendet. Es lindert Entzündungen und wirkt gegen Durchfall.

Richtig essen in der Akutphase

Im entzündlichen Schub werden oft nur wenige milde Lebensmittel vertragen. Häufig kommt es zu einer schubbedingten Zuckerunverträglichkeit (Laktose, Fruktose, Sorbit). Zusätzlich zu den Ernährungsempfehlungen für die Remissionsphase gelten daher besondere Empfehlungen für die Akutphase, um den entzündeten Dickdarm zu entlasten. Jedoch bleibt es wichtig, trotz der Angst vor Beschwerden möglichst abwechslungsreich zu essen, um Nährstoffdefizite zu vermeiden.

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Überblick: Lebensmittelempfehlungen für die Ruhephase

Meist gut verträglichSchlechter verträglich,
nicht empfehlenswert
Brot und Backwaren, Getreide, Beilagen, Knabbergebäck
Toastbrot, Mischbrot, helle Brötchen, Feinbrot ohne Körner, Zwieback,
Hafer, Hirse, Weizen, Gerste, Quinoa, Amarant,
Salzkartoffeln, Reis, Nudeln, Grieß
Brot mit Körnern, Aufbackbrötchen, Pumpernickel, frisches Brot oder Hefegebäck,
fertige Müslimischungen,
verarbeitete Kartoffelprodukte (Pommes frites, Kroketten, Kartoffelsalat, Chips)
Süßes und Snacks
(bei Bedarf eine kleine Handvoll am Tag)
Butter-, Haferkekse, Obstkuchen, Biskuit, selbst gemachtes Gebäck aus Rühr- oder Quark-Öl-TeigSüßigkeiten/süße Backwaren wie Schokolade, Marzipan, Sahnetorte, Blätterteig, Schmalzgebäck; Schokolade, Marzipan,
Chips, Flips, Cracker
SüßungsmittelHonig, Reissirup, Ahornsirup;
nach individueller Verträglichkeit: Kokosblütensirup, Birkenzucker (Xylit)
Süßstoffe (Cyclamat u. a.), Sorbit, Lactit, Isomalt
ObstBanane, Heidelbeeren, Honigmelone, Papaya;
nach individueller Verträglichkeit:
andere Beerenfrüchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Aprikose, Pfirsich (geschält)
Apfel, Birne, Kirschen, Johannisbeeren, Mandarine, Orange, Pflaumen, Stachelbeeren, Weintrauben;
Trockenobst, gezuckerte Früchte
GemüseMilde Gemüsesorten wie Möhren, Brokkoli, Zucchini, Fenchel, Spargel, Kürbis, Kohlrabi, rote Bete, grüne Bohnen und Erbsen, Spinat, Mangold, Tomate, Salat, OlivenZwiebeln, Knoblauch, Lauch, Kohlgemüse (wie Grün-, Rosenkohl oder Weißkohl, Sauerkraut), Paprika, Auberginen, Artischocken, Rettich, Rhabarber, dicke Bohnen, weiße Bohnen
Nüsse und Samen (max. 1 kleine Handvoll am Tag)Wenig: gemahlene Nüsse, Sesam, Sonnenblumenkerne, MandelmusGanze Nüsse, Kerne und Samen
Fette und ÖleButter, Olivenöl, omega-3-haltige Pflanzenöle*) wie Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl
Margarine, Schmalz, Mayonnaise
Getränke
(ca. 2-3 Liter/Tag)
Stilles Wasser, ungezuckerte Kräutertees wie Kamille-, Fenchel-, Pfefferminz-, Melissentee
wenig: Kaffee, Espresso, schwarzer Tee
Alkohol, kohlensäure-, und zuckerhaltige Getränke, eisgekühlte Getränke, Fruchtsäfte
Fisch und MeeresfrüchteSeelachs, Dorsch, Kabeljau, Zander, Forelle, Scholle, Seehecht, Wels, Lengfisch,
je nach Fettverträglichkeit: Makrele, Lachs, Hering, Thunfisch
Fischkonserven, Fischsalate, panierter Fisch
Wurstwaren und FleischFettarmes, helles Fleisch wie Huhn, Pute, Geflügelaufschnitt/-wurstRotes Fleisch, fettes Fleisch wie Ente, Gans, Schweinebraten, Salami, Streichwurst, Cervelatwurst, Bratwurst
Eier,
Milch und Milchprodukte,
Käse
Weichgekochtes Ei, Spiegelei, Rührei, Omelett;
Milch, Naturjoghurt, Buttermilch, Dickmilch, Quark (bis 20 % Fettgehalt), Frischkäse, fettarmer Schnittkäse, saure Sahne, Mozzarella
Hartgekochtes Ei, Eiersalat;
größere Mengen Sahne, Schmand, Creme fraiche, lang gereifte Käse, Schimmelkäse

*) Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht (Oxyguard/omega-safe).

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 04.02.2019 | 21:00 Uhr

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