Energydrinks: Schwere Nebenwirkungen möglich

Stand: 06.06.2023 12:32 Uhr

Energydrinks versprechen eine höhere Leistungsfähigkeit. Vor allem bei Jugendlichen kommen sie gut an. Doch wegen der Nebenwirkungen fordern Experten, den Verkauf an Kinder und Jugendliche zu verbieten.

Laut einer Umfrage trinkt jeder Fünfte im Alter von 10 bis 16 Jahren regelmäßig Energydrinks. Doch wer die aufputschenden Getränke häufig und in großer Menge trinkt, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt oder sogar plötzlichen Herztod. Aus den USA sind bereits mehrere Todesfälle bekannt, die in Zusammenhang mit Energydrinks gebracht werden.

Zusatzstoffe in Energydrinks: Maximal-Dosis schnell erreicht

Was Energydrinks von anderen zuckerhaltigen Getränken unterscheidet, ist eine Mixtur von Zusatzstoffen - vor allem Koffein, Taurin, Vitamin B, L-Carnitine oder Ginseng-Extrakt. Koffein und Taurin sollen die Aufmerksamkeit und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Doch mit Energydrinks nimmt man schnell zu hohe Mengen dieser Stoffe zu sich.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält bei Koffein maximal drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag für ungefährlich. Demnach überschreitet ein 50 Kilogramm schwerer Jugendlicher sein Tageslimit bereits mit zwei kleinen Dosen eines Energydrinks.

Nebenwirkungen von Koffein: Gefahr für Herz und Kreislauf

Zu viel Koffein kann dramatische Nebenwirkungen haben:

  • Herzklopfen
  • Kurzatmigkeit
  • Schlafstörungen
  • Muskelzittern
  • Angstzustände
  • epileptische Attacken
  • Herzrhythmusstörungen

Besonders in Kombination mit Alkohol können Energydrinks das Herz-Kreislauf-System belasten. Denn Alkohol und Koffein erhöhen die Herzfrequenz. Das Koffein sorgt dafür, dass der Körper mehr Alkohol verträgt. Kommt körperliche Bewegung wie Tanzen oder Sport dazu, ist das Herz schnell überfordert. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Herzinfarkt.

Wirkstoff-Kombination belastet Herz

Eine Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung hat gezeigt: Die Kombination mehrerer Wirkstoffe in Energydrinks belastet das Herz stärker als Koffein allein. Bei den Studienteilnehmern, die einen Liter des Wachmacher-Mixes getrunken hatte, stieg der Blutdruck stärker als bei Teilnehmern, die nur Koffein zu sich genommen hatten. Auch ein wichtiger EKG-Wert, die QT-Zeit, veränderte sich - ein Zeichen dafür, dass Herzrhythmusstörungen auftreten können.

Wer auf Energydrinks verzichten sollte

Experten raten folgenden Konsumenten von Energydrinks ab:

  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Menschen, die ADHS-Mittel, Schlafmittel oder Beruhigungsmittel einnehmen
  • Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren

Schädigen B-Vitamine die Leber?

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass der erhöhte Konsum von Energydrinks auch die Leber schädigen kann. Vermutlich liegt das an der Zugabe von B-Vitaminen, die in hoher Konzentration zu Leberschäden führen können.

Viel Zucker in Energydrinks

Eine kleine Dose Energydrink enthält 54 Gramm Zucker. Das ist mehr als doppelt so viel wie die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene maximale Dosis pro Tag. Ein dauerhaft erhöhter Konsum der Getränke kann also auch zu Übergewicht und Diabetes führen.

Verkaufsverbot gefordert

Trotz der Gesundheitsgefahren müssen die Hersteller von Energydrinks nur im Kleingedruckten auf der Dose vor übermäßigem Konsum warnen: "Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und Schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen."

Verbraucherschützer und die WHO fordern ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche. Das Bundesernährungsministerium setzt bisher auf Aufklärung und hat zum Beispiel Informationsmaterial für Schulen in Auftrag gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.06.2023 | 20:15 Uhr

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