Stand: 03.12.2018 16:07 Uhr

Demenz: Hilfe für Angehörige

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Das Leben mit Demenzkranken stellt für Angehörige oft eine große Belastung dar.

Wenn Menschen an Demenz erkranken, bedeutet das eine große Herausforderung für die Angehörigen. Mit fortschreitender Krankheit verschlimmern sich Symptome wie Gedächtnisverlust, Wahnvorstellungen und  Persönlichkeitsveränderungen. Allein zu wissen, dass es nie wieder besser wird, ist eine große Belastung. Oft übernehmen Ehepartner oder erwachsene Kinder die häusliche Pflege und gelangen dabei an ihre Grenzen.

Demenzkranker und Angehörige im Interview.

Demenz: Hilfe für Angehörige

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Eine Demenz-Erkrankung in der Familie ist eine große Belastung. Wie können Angehörige mit der Herausforderung umgehen? Und wo finden sie Unterstützung?

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Kommunikation mit Demenzkranken ist schwierig

Eine besondere Herausforderung ist die Kommunikation mit Demenzkranken. Zum Alltag gehören Missverständnisse, Verwirrung, Wut, Ärger und Verzweiflung. Auf verbalem Wege sind Betroffene nicht mehr zu erreichen, der gewohnte Austausch geht verloren. In dieser Phase ist es für Angehörige wichtig zu verstehen, dass Demenzkranke auf rationaler Ebene nicht mehr erreichbar sind und dass sie sich nicht absichtlich oder etwa aus purer Bosheit so verhalten.

Rechtzeitig Informationen einholen

Damit Angehörige von Demenzkranken an ihrer Aufgabe nicht verzweifeln und sich keine Aggressionen aufbauen, sollten sie sich möglichst frühzeitig Informationen und Unterstützung von außen holen. Wichtige Fragen:

  • Was ist normal, was nicht?
  • Was kann im Veränderungsprozess passieren?
  • Wie geht man mit den eigenen Gefühlen und denen des Dementen um?
  • Was tun bei Aggressionen?
  • Wie kann man sich noch verständigen, ohne die Geduld zu verlieren?
  • Wann holt man sich Hilfe und wo?

Im Gespräch
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Demenz: Tipps für Angehörige

04.12.2018 20:15 Uhr
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Eine Demenz-Erkrankung in der Familie ist eine große Belastung. Wie Angehörige damit umgehen können, erklärt Neurologe Prof. Andreas Kastrup. Video (03:45 min)

Auf aggressives Verhalten richtig reagieren

Eine Demenzerkrankung beginnt in Bereichen des Gehirns, die das Gedächtnis treffen. Doch im weiteren Verlauf breitet sie sich aus und in der Folge können Betroffene ihre Gefühle nicht mehr kontrollieren. Sie gelangen ungefiltert an die Oberfläche, richten sich aber oft gar nicht an diejenigen, die ihnen gegenüberstehen.

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Für Demenzkranke zählt nur der aktuelle Augenblick. Eine Einordnung der Situation in einen größeren Kontext ist nicht mehr möglich. Diese Einschränkung macht Betroffenen Angst, fördert Unsicherheit und kann auch ein Bedrohungsgefühl erzeugen: Mit fortschreitender Erkrankung nehmen Erkrankte auch engste Familienmitglieder als Fremde und damit als Bedrohung wahr. In einer solchen Situation sollten Angehörige gelassen bleiben und nicht in eine Abwehrhaltung verfallen oder verzweifeln, denn die Betroffenen können nichts für ihr Verhalten.

Mit Demenzkranken nicht diskutieren

Angehörige sollten verstehen, dass Menschen mit Demenz unumstößlich von ihrer Wahrheit überzeugt sind. Sie denken, dass alle anderen nur Unsinn erzählen. Deshalb macht es keinen Sinn, Demenzkranke von der eigenen Position überzeugen zu wollen oder gegen ihre Sicht der Dinge zu argumentieren. Stattdessen ist es ratsam, sich mit dem Betroffenen in seine gefühlte Situation zu begeben.

Schöne Momente gemeinsam genießen

An schöne Momente können sich Demenzkranke nicht erinnern. Dennoch empfinden sie den Augenblick genauso wie gesunde Menschen. Deshalb sollten Angehörige versuchen, möglichst viele schöne Momente gemeinsam mit den Betroffenen zu erleben. Denn eine Demenz ist ein langsamer Abschied, der viel Liebe und Geduld erfordert.

Was Angehörige für sich tun können

  • auf sich und seine eigenen Bedürfnisse achten
  • eigenes Leben führen
  • Sport für Ausgleich und Aggressionsabbau
  • offen mit der Erkrankung umgehen
  • Sozialkontakte aufrecht erhalten und pflegen
  • Angebote der Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen
  • Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen nutzen

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Andreas Kastrup, Chefarzt
Kliniken für Neurologie
Klinikum Bremen-Ost gGmbH und Klinikum Bremen-Mitte gGmbH
Züricher Straße 40, 28325 Bremen
www.gesundheitnord.de

Jens Reinders, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Praxis für Neurologie und Psychiatrie
Bergedorfer Markt 2
21029 Hamburg-Bergedorf
www.praxis-neurologie-psychiatrie-bergedorf.de
040 7217300

Dr. Imogen Schiedermair, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Sportmedizin
Hausarztpraxis am Moorhof
Moorhof 7
22399 Hamburg
www.hausarztpraxis-am-moorhof.de

Weitere Informationen
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.
Alzheimer-Telefon (030) 259 37 95 14
www.deutsche-alzheimer.de

Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
www.wegweiser-demenz.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 04.12.2018 | 20:15 Uhr

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