Stand: 18.02.2019 22:02 Uhr

Was hilft bei chronischer Bronchitis?

Hartnäckiger Husten bis hin zur Atemnot, dazu schleimiger oder gar blutiger Auswurf: So kann sich eine chronische Bronchitis äußern. Schätzungen zufolge macht jeder Zehnte in Deutschland irgendwann im Leben Bekanntschaft damit. Chronisch bedeutet, dass die Beschwerden Husten und Auswurf zwei Jahre hintereinander während jeweils mindestens drei Monaten an den meisten Wochentagen bestehen. Als besonders gefährdet gelten Raucher - ihr Anteil der chronisch an Bronchitis Erkrankten liegt bei 90 Prozent.

Verschiedene Brote mit Namensschildern aufgereiht. © NDR

Bronchitis: Weizenverzicht gegen den Dauerhusten

Die Ernährungs-Docs -

Jacqueline W. wird geplagt von Husten und Atemnot: Sie hat eine chronische Bronchitis. Frisches und Antientzündliches soll jetzt auf den Speiseplan - dafür kein Weizen mehr.

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Eine chronische Bronchitis ist nicht ansteckend. Man sollte sie aber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, denn unbehandelt kann sich daraus eine ernste Lungenkrankheit entwickeln: beispielsweise eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder ein Lungenemphysem. Als Spätfolge droht eine Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz).

Ursachen und Risikofaktoren für chronische Bronchitis

Es gibt zwei Hauptbronchien, die die Atemluft in die beiden Lungenflügel leiten. In den Lungenflügeln verästeln sie sich in immer feinere Zweige und enden schließlich in mikroskopisch kleinen Lungenbläschen. Bei chronischer Bronchitis ist die schützende Schleimhaut der Bronchien, also der kleinen Verästelungen der Luftröhre, dauerhaft entzündet. Keime oder Schadstoffe greifen die feinen Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut an, die normalerweise das Bronchialsekret Richtung Rachen befördern. So gerät der Selbstreinigungsprozess der Lunge ins Stocken. Schleim sammelt sich in den Bronchien an, vor allem über Nacht, was zu dem typischen morgendlichen Husten mit Auswurf führt.

Was bei einer Bronchitis passiert

Hauptauslöser für die Entzündung sind:

  • Tabakrauch - auch Passivrauchen erhöht das Bronchitis-Risiko
  • Luftschadstoffe
  • bestimmte Reizgase oder feine Stäube, zum Beispiel am Arbeitsplatz

Häufige Atemwegsinfektionen werden ebenfalls als Auslöser diskutiert - ob sie Ursache oder Folge einer chronischen Bronchitis sind, ist nicht immer ganz klar. Oft tritt die chronische Bronchitis auch begleitend zu Grunderkrankungen auf, vor allem bei Asthma oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis). Eine genetische Veranlagung kann bei der chronischen Bronchitis ebenfalls eine Rolle spielen - so etwa beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, der die Gefahr für ein Lungenemphysem erhöht, oder bei der Erbkrankheit Mukoviszidose.

Dauerhafter, vor allem morgendlicher Husten als Symptom

Typisches Symptom ist Husten mit Auswurf von zähem Schleim, vor allem morgens nach dem Aufstehen. Während der Husten nach einer akuten Bronchitis meist binnen drei bis vier Wochen abklingt, lässt er bei der chronischen Form nicht oder nur vorübergehend nach. Kurzatmigkeit, Atemnot und Engegefühl im Brustkorb können bei starker Verschleimung auftreten, aber auch ein Symptom anderer Erkrankungen sein - etwa einer beginnenden COPD oder aber einer Angina pectoris.

Wie eine chronische Bronchitis diagnostiziert wird

Ein rechtzeitiger Gang zum Arzt ist dringend angeraten, um dauerhafte Folgen zu vermeiden: etwa Bronchiektasen - bleibende, häufig eitergefüllte Ausbuchtungen der mittelgroßen Atemwege - oder eine mögliche dauerhafte Verengung der Atemwege (COPD).

Wichtig für die Diagnose sind Angaben zur Art und Häufigkeit der Beschwerden, zur Medikamenteneinnahme (ACE-Hemmer beispielsweise können Husten verursachen) und zum Lebensstil. Der Arzt wird den Brustkorb des Patienten auf typische Atemgeräusche hin abhören und abklopfen. Zudem gilt es, andere Erkrankungen sicher ausschließen wie Asthma, Lungenentzündung, Tuberkulose, Tumoren, Lungenembolie, gegebenenfalls auch Reflux- oder Herzerkrankungen. Verschiedenste Untersuchungen können dazu nötig sein - etwa eine Blutentnahme, Röntgen-Thorax, eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) oder ein EKG (Elektrokardiogramm). Der Arzt kann auch eine Probe des Auswurfs (Sputum) untersuchen lassen, um mögliche Infektionen festzustellen.

Ist die Lungenfunktion bereits herabgesetzt, wird in der Regel der Lungenfacharzt weitere Untersuchungen durchführen, etwa ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) oder Belastungstests (Fahrrad- oder Laufband-Ergometrie, Spiroergometrie).

Therapie bei chronischer Bronchitis

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Limo, Honig, Backwaren: All dies ist sehr zuckerhaltig - und damit entzündungsfördernd.

Eine chronische Bronchitis im Anfangsstadium ist heilbar: Sie kann sich - solange keine COPD entstanden ist - sogar komplett zurückbilden. Ihre Behandlung beruht auf mehreren Säulen, vor allem: weniger Atemschadstoffe, mehr Bewegung, immunstärkende Ernährung.

Schluss mit Rauchen - Keine Schadstoffe einatmen

Zigarettenrauch ist toxisch, Raucher merken es an der Schleimbildung. Aber schon wenige Tage nach dem Rauchstopp beginnen sich die Flimmerhärchen zu erholen, die Lungenfunktion bessert sich. Wer auf der Arbeit Schadstoffen ausgesetzt ist, sollte dies unbedingt mit seinem Arzt besprechen. Ein Ende der Schadstoff-Exposition ist enorm wichtig, damit sich die Lunge erholen kann.

Antientzündlich essen und Normalgewicht halten

Gegen das chronische Entzündungsgeschehen sollte eine immunstärkende Ernährungsweise mit viel Gemüse, Seefisch und guten, omega-3-reichen Ölen gesetzt werden. Entzündungsförderer wie Zucker und Weißmehlprodukte einschränken - ebenso Weizen, der häufiger Unverträglichkeiten verursacht. Übergewicht ist bei chronischer Bronchitis ebenso ungünstig wie Untergewicht.

Bewegung und Physiotherapie

Der Leistung angepasster Sport hilft, um die körperliche Belastbarkeit zu erhalten: leichter Ausdauersport wie Walking oder Radfahren, Gymnastik oder auch angeleitetes Krafttraining. Es gibt spezielle Lungensportgruppen mit fachkundiger Leitung. Sinnvoll sind zudem spezielle Atemübungen (etwa Atmen gegen Lippenbremse - Patientenschulungen werden angeboten). Klopfmassagen erleichtern den Sekret-Abstransport.

Lindernde Medikamente

Bei Luftnot kann der Arzt bronchialerweiterende Medikamente verschreiben, beispielsweise Beta-Sympathiko-Mimetika oder Anticholinergika. Auch Kortison-Sprays kommen infrage. Alle Medikamente können allerdings nur die Symptome lindern und nicht die Ursache der chronischen Bronchitis ausräumen.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 18.02.2019 | 21:00 Uhr

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