Stand: 13.02.2018 07:52 Uhr

Chat zu Fersensporn, Morbus Bechterew, Fettleber

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Ernährungsmedizinerin Anne Fleck ist Rheumatologin in Hamburg.

Essen als Medizin: Wie schaffe ich selbst so eine Ernährungsumstellung? Was kann ich etwa bei einem Fersensporn tun, um die Schmerzen zu lindern? Was muss ich bei Morbus Bechterew beachten - und was hilft bei einer Fettleber? Um diese Themen ging es am Montag, den 12. Februar um 21 Uhr bei den Ernährungs-Docs. Im Anschluss an die Sendung war Dr. Anne Fleck live im Chat. Die erfahrene Ernährungsmedizinerin hat Ihre Fragen beantwortet.

Anni: Ich habe keinen Morbus Bechterew, aber ich bekomme sehr leicht Blockaden im Rücken, vornehmlich der BWS und HWS. Ich habe einen sitzenden Job und mache zweimal die Woche MTT und spiele ein- bis zweimal die Woche noch Hockey und Tennis. Kann man mit Ernährung noch was machen gegen die Blockaden oder nicht? Oder muss ich damit für immer leben?

Dr. Anne Fleck: In Ihrem Fall sind selbstverständlich Maßnahmen wie Physiotherapie und reichliche Bewegung die wichtigste Strategie als Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit. Ernährungsmedizinisch gegen Blockaden anzuessen ist nur in dem Maß möglich, als dass Sie auf reichlich pflanzenbetonte Nahrungsmittel zurückgreifen sollten, zum Beispiel grünes Blattgemüse, Salate, Nüsse, Mandeln und Samen. Man vermutet, dass eine basische Ernährung die Gesundheit der Faszien im Bewegungsapparat stärkt, indem sie einer Übersäuerung des Gewebes entgegenwirkt.

Tiffy: Ich habe eine Frage zu dem Thema Fettleber. Da wurde gesagt, dass man Inulin zur Unterstützung nehmen soll. Könnten Sie eins empfehlen?

Fleck: Inulin, nicht zu verwechseln mit dem Hormon Insulin, ist ein präbiotisch wirksamer Ballaststoff, das heißt, er unterstützt die gesunde Darmflora und Verdauung im Allgmeinen. Zudem hat er eine stark sättigende Wirkung, was beim Entfetten der Leber gewünscht ist. Es gibt sehr gute Präparate, zum Beispiel in Bioläden, im Reformhaus oder im Internet. Achten Sie auf zusatzstofffreie Produkte.

Thomas: Ist jede nicht alkoholbedingte Fettleber wieder gesund zu bekommen? Wie wäre der Zeitraum bei gesunder Ernährung?

Fleck: Absolut ja! In Studien ist belegt, dass eine nicht alkoholische Fettleber heilbar ist, indem man über zwei Wochen lang streng nur wenige Kalorien verzehrt, maximal 600 kcal pro Tag. Dies erreicht man auch durch einfache, unverfälschte und natürliche Lebensmittel und ist nicht abhängig von Proteinshakes.

Nicole: Mein Mann leidet an einer Fettleber. Er ist jedoch sehr schlank und sportlich. Bei 1,75 Metern Größe wiegt er zurzeit 66 Kilogramm. Wir haben uns schon mal eine Zeit lang nach Ihren Rezepten ernährt. Die Leberwerte sind besser geworden, jedoch gingen die Cholesterinwerte in die Höhe. Wir finden es schwierig, nun auch noch die gesunden Fette wegzulassen, da mein Mann immer mehr und mehr abnimmt. Wie kann die Fettleber heilen, wenn schon kein sichtbares Fett an meinem Mann dran ist? Der Hausarzt spricht von einer Fettstoffwechselstörung, hat aber keine Ernährungstipps.

Fleck: Es ist nicht ungewöhnlich, dass sogar sehr schlanke Menschen an einer nicht alkoholischen Fettleber leiden können. Ihr Mann sollte nicht auf gesunde Fette (Omega 3-reiche Pflanzenöle, fetten Fisch mit langkettigen Omega 3-Fettsäuren (DHA), Nüsse, Mandeln, Samen und hochwertiges Olivenöl als gesundes Universalöl) verzichten. Wichtiger ist die Menge der Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln) kritisch zu beachten, auch im Hinblick auf den Cholesterinspiegel. Falls der HDL, der gute Cholesterinspiegel, deutlich erhöht ist, ist auch eine Erhöhung des gesamten Cholesterins nicht so tragisch.

Stephan: Was kann ich gegen eine über zwei Jahre währende Achillessehnenentzündung machen?

Fleck: Eine unklare anhaltende Achillessehnenentzündung sollte unbedingt weiterführend rheumatologisch abgeklärt werden. Es gibt Erkrankungen, wie zum Beispiel eine nicht erkannte Schuppenflechte, die beispielsweise auch Sehnen wie die Achillessehne befallen kann. Da zwei Prozent der Gesamtbevölkerung unter Schuppenflechte leiden, ist dies ein leicht unterschätztes Szenario. Gehen Sie es an!

antili: In einer früheren Sendung empfahlen Sie bei Fettleber unter anderem eine ärztlich verordnete Formula-Diät und rieten von Produkten aus der Drogerie ab. Meine Hausärztin kennt keine solchen Produkte (oder will sie nicht kennen). Ich weiß, dass sie keine Produktnamen nennen wollen, vielleicht können Sie trotzdem sagen, ob beispielsweise die Eigenmarke "Neutral" von dm eine Möglichkeit wäre.

Fleck: Sie sind nicht zwingend von Proteinshakes abhängig, um einer Fettleber die Stirn zu bieten. Es geht ebenso mit einer einfachen und konsequenten Ernährungsumstellung (kalorische Restriktion über zwei Wochen mit maximal 600 kcal pro Tag).

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 12.02.2018 | 21:00 Uhr

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