Stand: 18.02.2020 12:04 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Nierensteine, Sodbrennen, Fibromyalgie

Die Ernährungs-Docs: Matthias Riedl. © NDR Foto: Moritz Schwarz
Ernährungs-Doc Matthias Riedl hat Fragen im Chat beantwortet.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Was kann ich etwa bei Nierensteinen tun, und was muss ich bei Sodbrennen beachten? Mit welcher Ernährung kann ich bei Fibromyalgie die Symptome lindern? Um diese Themen ging es in Folge 39 der Ernährungs-Docs.

Im Anschluss an die Sendung war Dr. Matthias Riedl live im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner hat Ihre Fragen beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Nanne: Ist bei der peganen Ernährung ganz auf zuckerhaltiges Obst, wie zum Beispiel Ananas, zu verzichten? Sollte das Gemüse vorzugsweise roh oder gegart sein?

Dr. Matthias Riedl: Die Menge von zuckerreichem Obst sollte reduziert werden. Kein striktes Verbot. Eine individuelle Mischung von gekochtem bzw. rohem Gemüse nach eigenem Belieben ist empfehlenswert.

U.: Könnte man bei Fibromyalgie anstatt zehntägigem Heilfasten auch Intervallfasten (16:8) machen?

Riedl: Ist nicht ganz so gut wirksam, aber auch möglich.

Dora: Nehme regelmäßig Pantoprazol und Iberogast (Magen-Darm-Entspannungstabletten). Hatte schon dreimal Gastritis mit extremen Schmerzen. Habe einen extrem nervösen Magen und sehr oft Sodbrennen. Zwiebeln, Lauch, Pfeffer, Erbsen, Bohnen, etc. kann ich gar nicht mehr essen. Habe dennoch fünf Kilogramm zugenommen im vergangenen Jahr. Wie werde ich satt und kann abnehmen?

Riedl: In Ihrem Fall würde ich zu einer Ernährungsanalyse bei einer Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) oder in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin raten. Adressen gibt es zum Beispiel beim BdEM oder VDOE.

Birgit: Ich habe Fibromyalgie und Migräne. Kommt bei dieser Kombination auch Heilfasten infrage?

Riedl: Für Migräne ist Fasten leider nicht geeignet, weil längere Hungerphasen Anfälle von Migräne auslösen können. Am besten nur entzündungslindernde Ernährung.

Vilandra: Gibt es beim ″stillen Reflux″ eine andere Ernährung, als die in der Sendung empfohlene bei normalem Reflux? Was ist dort genau zu beachten?

Riedl: Die Ernährung ist ähnlich.

Nanne: Ist die pegane Ernährung auf Dauer ausreichend? Wie erreicht man eine ausreichende Kalziumversorgung?

Riedl: Wichtige Kalzium-Träger sind Mandeln und grünes Gemüse oder Kalziumreiches Mineralwasser. Pegane Ernährung ist vollwertig.

Vroni: Ich habe Fibromyalgie und Arthrose in beiden Händen (Daumensattelgelenk). Auch die Muskulatur der Arme bis hoch zu den Brustmuskeln schmerzt bei jeder kleinen Anforderung. Gemüse schälen und schneiden geht kaum. Ich habe meine Ernährung weitgehend auf antientzündlich umgestellt. Dabei habe ich aber ein Problem: Ich neige zu Untergewicht. Mit den Wechseljahren wurde es etwas besser. Seit ich aber meine Ernährung umgestellt habe, habe ich wieder abgenommen. Was kann ich tun - ohne meine Hände noch mehr zu strapazieren -, um nicht abzunehmen?

Riedl: Das ist das Problem bei dieser Ernährung: Man nimmt leichter ab. Ich würde Ihnen eine Beratung bei einer Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) oder in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin empfehlen.

Sabine: Kann mein Sodbrennen durch eine Fruktose-Intoleranz entstanden sein? Habe diese Woche einen Atemtest, da ich in den vergangenen Monaten ungewollt Gewicht verloren habe.

Riedl: Nein, nicht wahrscheinlich.

Tim Schuster: Wie sieht es aus mit Jugendlichen im Wachstum? Müssen die auch mit Kohlenhydraten sparen, wenn sie sportlich sind?

Riedl: Nein. Kohlenhydrate werden je nach Bewegungsumfang dosiert. Sie sind Brennstoff und daher entsprechend zu dosieren.

Kerstin: Mein Sodbrennen wird mit wenig Kohlenhydraten besser, aber dann nehme ich ab. Welches sind die besten Kohlenhydrate bei Sodbrennen?

Riedl: Die besten Kohlenhydrat-Träger sind Gemüse oder alle Vollkornprodukte und Nüsse. Mandeln sind sogar direkt wirksam gegen Sodbrennen.

Achim_1976: Nach einer Radikal-Diät habe ich mein Zielgewicht erreicht. Zirka 50 Kilogramm sind in sieben Monaten quasi mit einer Nulldiät verschwunden. Jetzt habe ich Angst vor dem Jo-Jo-Effekt. Wie finde ich den Weg in eine "normale" Ernährung, ohne wieder an Gewicht zuzulegen?

Riedl: Radikale Diäten sind nicht ungefährlich. Der Körper läuft jetzt auf Sparflamme. Sie brauchen gezielte Hilfestellung einer Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) oder in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin.

Roksana: Ich habe auch Fibromyalgie. Ich vertrage aber keine fetten Öle (wie Leinöl oder Fischöl). Wie kann ich sonst Omega-3-Fettsäure zu mir nehmen? Welche nicht fetten Produckte eignen sich da noch?

Riedl: Walnüsse, Mandeln und Pistazien sind gute Omega-3-Fettsäure-Lieferanten.

Marie: Ich leide seit Jahren unter täglichem Sodbrennen und Magendrücken und habe oft das Gefühl, ständig hungrig zu sein. Diagnose ist Reizmagen. Übergewicht habe ich nicht, eher leichtes Untergewicht. Ich esse viel von dem, was Sie bei Sodbrennen empfehlen und verzichte auf Zucker, Kaffee und Co. Beim Sport ist das Sodbrennen oft besonders schlimm. Was kann ich noch tun?

Riedl: Mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen, drei Stunden vorm Sport nichts essen oder trinken. Wenn es ganz schlimm ist, kann man ein Alginat einnehmen. Den Apotheker nach einem solchen Präparat fragen. Es wird vom Körper nicht aufgenommen, sondern wirkt nur lokal. Wenn das nicht hilft, wäre eine Beratung bei einer Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) oder in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin ratsam.

Brigitte: Ich habe seit Jahren Fibromyalgie und habe schleichend das Problem, dass ich immer weniger auf "normalen" Liegen liegen kann. Im Liegen habe ich starke Schmerzen. Mit Physiotherapeuten muss ich diskutieren, dass ich nicht liegen kann. Bekomme oft gesagt: "Anwendungen im Sitzen seien nicht möglich." Im Urlaub nehme ich einen Topper mit. Was raten Sie mir?

Riedl: Sie sollten eine Ernährungsumstellung versuchen. Dann besteht berechtigte Hoffnung, dass diese Beschwerden nachlassen. Hilfestellung kann Ihnen eine Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) geben oder Sie besuchen eine Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin.

KERSTIN: Warum bei Reflux auf Kohlensäure verzichten? Dies ist doch eine sehr schwache Säure, die in der Salzsäure im Magen "weggepuffert" wird, oder?

Riedl: Ja, aber die Gase sammeln sich im oberen Magen und führen zu einem Überdruck, der Salzsäure mitreißt.

Silvi: Habe jeden Tag leichtes Sodbrennen trotz "Anti-Sodbrennen-Ernährung", Leinsamenaufguss und nur einer kleinen axialen Hernie. Nach Protonenpumpenhemmer noch mehr Probleme. Haben Sie eine Idee?

Riedl: Ich erlebe immer wieder, dass Patienten eine Ernährungsumstellung auf eigene Faust durchführen und sich dabei entscheidende Fehler einschleichen. Stellen Sie Ihr Ernährungsprotokoll einmal in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin vor. Dort findet man diese Fehler. Fachleute finden meistens etwas.

Die Mäh: Eine Frage zum Thema Fibromyalgie: Dürfen beim Fasten tatsächlich nicht mehr als zwei Liter Wasser getrunken werden?

Riedl: Faustregel sind 0,03 Liter pro Kilogramm Körpergewicht.

Celine: Welche Milchalternative würden Sie bei einer veganen Ernährung empfehlen? Mache bis jetzt immer selber Hafermilch.

Riedl: Gehen Sie einfach nach dem, was Ihnen schmeckt. Aber achten Sie auf den Zuckergehalt von Fertigprodukten. Ein hoher Zuckergehalt wäre kontraproduktiv.

Celine: Ich ernähre mich vegan, habe aber Eisenmangel. Mein Vitamin B12-Wert ist gut. Was kann ich gegen den Eisenmangel machen? Esse auch viel Gemüse, Obst, vermeide Industriezucker - so gut es geht - und esse viele Hülsenfrüchte.

Riedl: Um die Aufnahme von Eisen zu verbessern, kann man zu den Hauptmahlzeiten ein kleines Glas Orangensaft ergänzen. Das erhöht die Aufnahme von Eisen.

Katja: Wieso soll man bei Fibromyalgie neben Kuhmilch auch Käse, Joghurt und Quark meiden? Muss man es komplett weglassen, gibt es eine unbedenkliche Höchstmenge?

Riedl: Grundsätzlich sind tierische Fette sparsam zu dosieren. Es kommt immer auf die Gesamtmenge an. Wählen Sie eher fettarmen Käse, fettarme Milch und Quark in der Magerstufe und nehmen Sie das nicht täglich zu sich.

Perle: Kann ich bei Reflux "Low Carb" essen? Sind Joghurt mit zehn Prozent Fett geeignet oder eher schädlich? Was kann ich noch essen, da ich ständig husten muss und auch erbreche? Wechseljahresbeschwerden kommen dazu. Ich muss gestehen, dass mir kein Arzt mehr helfen kann, da alles untersucht wurde. Was kann ich noch tun?

Riedl: Sie sind ein klarer Fall für eine Beratung in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin, da Ihre Situation sehr komplex ist.

Caroline: Bei mir haben Gentests festgestellt, dass ich eine 70-prozentige Reduktion der hepatischen Lipase (LIPC) habe. Apolipoprotein E (ApoE) ist ebenfalls reduziert. Habe seit jeher erhöhte Triglyceridwerte. Leide unter entzündlichen Symptomen und würde deshalb gerne mehr gute Fette und Öle, wie Algenöl und Leinöl, zu mir nehmen. Ich frage mich nun bei meiner Genetik, ob das gut für mich ist, oder ob ich damit meine Fettsituation noch verschlechtere. Was raten Sie?

Riedl: Das glaube ich nicht. Steigen Sie langsam ein mit Fischölkapseln, die sind dafür empfohlen. Lassen Sie den Blutspiegel der Triyglyzeride messen.

Liliana: Was kann zur Gesunderhaltung des Speiseröhren-Schließmuskels getan werden? Wie sieht eine Ernährung aus, die das Bindegewebe stärkt? Gibt es zusätzlich geeignete Übungen?

Riedl: Nein, Übungen gibt es nicht. Die Ernährungsempfehlungen gegen Sodbrennen berücksichtigen sowohl die Säureproduktion als auch die Arbeit des Schließmuskels. Bisher können Sie das nur mit Ernährung positiv beeinflussen.

Herbert: Um Cholesterinsenker (10 mg Atorvastatin-Mepha) und Aspirin (ASS Cardio-Mepha) zukünftig zu vermeiden, können Sie mir einen speziellen Tipp geben? Ernähre mich gesund, nach Ihren Büchern.

Riedl: Die Blutfette können durch Abbau des Bauchfetts gesenkt werden. Eine Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes bewirkt auch Knoblauch oder Bärlauch. Insgesamt müsste aber die Umstellung so komplex erfolgen, wie ich sie hier nicht skizzieren kann. Ob damit die Medikamente abgesetzt werden können, müssten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, auch entsprechend anhand der Laborwerte.

TimSchuster: Hat ein Zuviel an Eiweiß (Doppelte der empfohlenen Menge) auf einen gesunden Körper negative Folgen?

Riedl: Nein, ein gesunder Körper kann das ab. Ich empfehle solche hohen Dosierungen nur bei Leistungssport in der Muskelaufbauphase.

ReallyOne: Ich hatte hohe Harnsäure- (8,4) und Cholesterinwerte (320). Ich habe mich die vergangenen drei Monate vegan ernährt. Mein Harnsäurewert ist jetzt 7,4 und Cholesterin 260. Außerdem habe ich circa sieben Kilogramm abgenommen. BMI von 40 auf 38. Ich esse allerdings noch viele Fleischersatzprodukte beispielsweise aus Soja. Außerdem höre ich von Menschen in meinem Umfeld, das vegan nicht gesund sei und mir es bestimmt an etwas mangelt. Was wäre ein guter Weg für mich, weiterzumachen?

Riedl: Vegane oder vegetarische Ernährung ist sehr gesund, wenn Sie auf Gemüse basiert. Auf Jahre muss der Vitamin-B- und Vitamin-D-Spiegel gemessen werden, weil vegane und vegetarische Ernährung zu wenig dieser Vitamine enthält. Sie können aber jede Woche eine kleine Fleisch- oder Fischportion zu sich nehmen. Dann besteht die Gefahr nicht.

Gerlinde: Ich bin am Reflux und Zwerchfellbruch vor zwei Jahren operiert worden. Der Reflux sowie das Transplant des Zwerchfells ist wieder offen. Laut Arzt soll ich dauernd Pantoprazol nehmen. Damit bin ich nicht einverstanden und habe auch keinen vollen Erfolg. Habe meine Ernährung schon umgestellt. Jedoch habe ich immer noch Probleme.

Riedl: Ihr Fall ist nicht einfach. Stellen Sie sich am besten in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin vor.

Geli: Nach dem Heilfasten: Fängt man da direkt mit der peganen Ernährung an? Wie geht das Fastenbrechen dann?

Riedl: Ja, das kann man gleich im Anschluss machen.

Ella: Ich habe Fibromyalgie und eine Histaminintoleranz. Hängt das zusammen?

Riedl: Nein, aber wer mehr als eine ernährungsbedingte Erkrankung hat, sollte sich in die Hände von Profis begeben. Das schaffen Sie alleine nicht.

Insa: Ich möchte gern Heilfasten nach Buchinger machen. Da ich aber des Öfteren Naproxen-Schmerztabletten und oder CBD-Öl einnehme, habe ich Bedenken, dass ich das während des Fastens im Notfall nicht einnehmen dürfte. Stimmt das?

Riedl: Doch, das dürfen Sie.

Friederike: Welche Ernährung ist denn sinnvoll und hilfreich bei Fibromyalgie und einer Fruktoseunverträglichkeit? Durch Letztere kann ich nicht so viel Obst und Gemüse zu mir nehmen. Schon gar nicht "alleine". Da ich ansonsten unglaubliche Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden bekommen.

Riedl: Auch hier trifft meine Antwort von eben zu: Sie sollten sich professionelle Hilfe in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin suchen.

Reini27: Kann man bei zwerchfellbruchbedingtem Reflux das Sodbrennen ohne Medikamente auflösen?

Riedl: Ein Versuch ist es wert.

Unbekannt: Ich leide bereits seit fünf Jahren an Magenbrennen mit der Diagnose einer wiederkehrenden Speiseröhrenentzündung durch eine Hernie. Gelten für mich die gleichen Tipps wie bei Reflux?

Riedl: Ja.

Sabine: Welcher Facharzt diagnostiziert eine Fibromyalgie? An wen muss ich mich wenden?

Riedl: Rheumatologen oder Neurologen.

Carmen: Ich habe zur Fibromyalgie noch Probleme mit Bluthochdruckkrisen und Herzproblemen. Kann ich während der Fastenzeit problemlos meine Blutdrucksenker (Bisoprolol) einnehmen?

Riedl: Ja. Es ist aber anzunehmen, dass der Blutdruck durch das Fasten sinkt und weniger Blutdrucksenker benötigt werden. Also regelmäßig Blutdruck messen.

Caroline: Sie raten zu Fischölkapseln. Da habe ich Bedenken wegen möglicher Schwermetallbelastung. Gibt es Präparate, die geprüft sind und frei von Schadstoffen?

Riedl: Alle Präparate sind hochgereinigt und frei von Pestiziden und Schwermetallen.

Thomas: Ist Sanddorn nur in konzentrierter Form gut für die Nieren oder auch in anderer Form möglich?

Riedl: Auch in anderer Form. Aber bitte kein Sanddorn-Schnaps.

Alice: Ich habe auch eine schwere Form der Fibromyalgie. Ich ernähre mich schon seit fünf Monaten pegan. Ich bin auch vor der Erkrankung schon ein sportlicher Mensch gewesen und mache auch jetzt noch, soweit es geht, Sport und sorge für regelmäßige Bewegung. Trotzdem gehen meine starken Beschwerden einfach nicht weg. Ich kann gar nicht mehr schlafen, habe starke Schmerzen und Nebel im Kopf. Haben Sie noch einen Tipp für mich? Heilfasten ist für mich vielleicht nicht das Richtige, da ich durch die Erkrankung im letzten halben Jahr sieben Kilogramm abgenommen habe und dadurch im Untergewicht bin, oder sollte ich es trotzdem ausprobieren?

Riedl: Bei Ihnen besteht jetzt sogar der Verdacht auf eine Mangelernährung. So weit darf das nicht kommen. Suchen Sie sich unbedingt Hilfe bei einer Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) oder in einer Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin.

Kitty: Ich habe seit zwei Monaten Sodbrennen. Bin im März zur Magenspiegelung angemeldet, insbesondere auch, weil ich Protonenpumpenhemmer nicht vertrage. Ich versuche mich so zu ernähren, dass ich möglichst wenig Sodbrennen und Reflux habe. Ich esse viel Gemüse (roh und gekocht), Nüsse, Mandeln, Tsampas, etwas Frischkäse und wenig Fleisch. Nun habe ich übers Wochenende wieder einmal Hartkäse gegessen und bekam ziemlich schlimmes Sodbrennen. Ist Hartkäse dafür bekannt oder ist dies individuell verschieden?

Riedl: Das ist individuell verschieden. Eiweiß fördert im Allgemeinen nicht das Sodbrennen. Es müssen noch andere Faktoren vorgelegen haben.

Floema: Antientzündliche Ernährung ist bereits Alltag, Fibro schon positiv beeinflusst, aber ich habe auch Nierensteinchen. Komme ich mit der Eiweißmenge in Konflikt?

Riedl: Nicht zwangsläufig. Eine antientzündliche Ernährung sollte nicht mehr als 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag an Eiweiß enthalten. Wenn Sie Zweifel haben, lassen Sie Ihre Ernährung analysieren. Das bezahlt die Krankenkasse.

Sonne: Habe auch Fibromyalgie und Migräne. Die Frage zum Fasten wurde schon beantwortet. Die Art der peganen Ernährung hört sich sehr interessant an. Leider mag ich keinen Fisch. Was gibt es als Alternative? Wie viele Eier darf man pro Woche essen?

Riedl: Wer keinen Fisch mag, lebt am besten vegetarisch mit fettarmen Milchprodukten (begrenzt) und maximal zwei bis drei Eiern pro Woche. Nüsse sind hervorragende Eiweißträger und liefern antientzündliche Omega-3-Fettsäuren.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 17.02.2020 | 21:00 Uhr

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