Stand: 01.06.2016 07:56 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Nebenwirkungen von Kontrastmitteln

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Prof. Olav Jansen hat Fragen im Chat beantwortet.

Weil eine Magnetresonanztomografie (MRT) ohne Strahlung funktioniert, gilt die Untersuchung im Magnetresonanztomografen als ungefährliche Alternative zum Röntgen. Doch jetzt warnen Experten vor den Kontrastmitteln, die bei vielen MRTs eingesetzt werden. Schon länger ist bekannt, dass Kontrastmittel bei Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion gefährliche Nebenwirkungen haben können. Nach Berichten der amerikanischen Arzneibehörde fanden sich jetzt aber auch im Gehirn von Menschen, die zuvor mindestens vier Kontrastmittel-MRTs bekommen hatten, Spuren des in Kontrastmitteln enthaltenen hochgiftigen Seltenerd-Metalls Gadolinium.

Prof. Olav Jansen, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, hat Zuschauerfragen zum Thema im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

edelfingen: Können Kontrastmittel negative Auswirkungen auf (chronische) Muskelverspannungen beziehungsweise -schmerzen haben?

Prof. Olav Jansen: Nein, es gibt keine Nebenwirkungen in dieser Hinsicht.

Unbekannt: Ich habe mindestens sieben MRTs beziehungsweise CTs mit Kontrastmittel gehabt und bin nun besorgt. Kann man eventuell Schäden feststellen beziehungsweise was kann ich nun tun?

Jansen: Durch das Kontrastmittel entstehen keine Schäden und keine Symptome, von daher kann ich Sie beruhigen.

Babe: Wenn sich die Metalle angeblich wieder nach und nach rauswaschen, warum dann die Ablagerungen?

Jansen: Wir vermuten einen ähnlichen Mechanismus wie beim Mangan. Dort kann man den Rückgang der Signalveränderung (Ablagerungen) beobachten.

Regine: Ich bin Kinderärztin und habe wegen diverser Verletzungen und Gelenkproblemen schon einige MRTs erhalten. Da ich von den Ablagerungen gelesen hatte, habe ich bei meinen MRT-Frakturkontrollen gebeten, mit dem Arzt über die Notwendigkeit der Kontrastmittelgabe zu sprechen. Dieses Gespräch wurde mir in drei verschiedenen radiologischen Praxen verweigert und ich habe dann "eben kein" Kontrastmittel erhalten. Vorher hatte ich schriftlich einwilligen sollen, aufgeklärt worden zu sein.

Jansen: Bei traumatologischen oder degenerativen Fragestellungen kann man auf Kontrastmittel in der Regel verzichten.

SM: Bei mir wurde im Februar 2016 eine MRT-Aufnahme des Kopfes mit Kontrastmittel durchgeführt. Dabei wurde eine beginnende Atrophie der Großhirnhemisphären frontotemporal bei Vorliegen einer mittelgradigen subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie (SAE) festgestellt. Kann dieses Kontrastmittel bewirken, dass nun insbesondere meine mittelgradige SAE zunimmt und damit auch die Gefahr eines Schlaganfalls?

Jansen: Nein, da brauchen Sie keine Angst haben.

Raisy: Weiß der Radiologe wohl, ob das hochgiftige Metall Gadolinium in seinem Kontrastmittel ist?

Jansen: Ja, das gehört zur Facharzt-Ausbildung und der Radiologe weiß, wem er das gibt und wann er es einsetzen muss.

GeDe: Ich entwickelte nach einer Untersuchung mit Gadolinium einen anaphylaktischen Schock. Basiert die Alternative für Nierenkranke ebenfalls auf Gadolinium?

Jansen: Alle MRT-Kontrastmittel haben eine Gadolinium-Basis. Wenn wirklich eine neue Kontrastmittelgabe notwendig ist, müssen Ihnen vorher Medikamente verabreicht werden, die eine allergische Reaktion blockieren.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 31.05.2016 | 20:15 Uhr

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