Stand: 17.07.2018 09:59 Uhr

Chat-Protokoll: Herzmuskelverdickung, MS, Blutfettwerte

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Internist und Diabetologe Dr. Matthias Riedl hat das Medicum Hamburg mit der Schwerpunkt-Praxis Ernährungsmedizin gegründet.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Was kann ich insbesondere bei Herzmuskelverdickung tun, um eine weitere Verdickung zu verhindern? Was muss ich bei Multipler Sklerose (MS) beachten - und was hilft gegen erhöhte Blutfettwerte?

Nach Folge 24 von Die Ernährungs-Docs war Dr. Matthias Riedl im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner hat Ihre Fragen beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Gerda Österreich: Zum Thema Intervallfasten: Wie teile ich die zwei Mahlzeiten am besten ein? Ich habe Turnusdienst, zwei Tage Frühdienst von 6 bis 12 Uhr (Aufstehen um 4.30 Uhr) und zwei Tage Spätdienst von 13 bis 19 Uhr (Wohnung verlassen um 12.20 Uhr).

Dr. Matthias Riedl: Es kommt ganz darauf an, zu welcher Zeit man einen leeren Magen erträgt. Meist ist es während der Arbeit schlechter. Zur Überbrückung bieten sich Tees, ein Liter, an. Ich würde es ausprobieren. Wichtig: nur zwei Mahlzeiten, die wirklich satt machen, und nicht zu spät abends essen.

Catrin: Gute/schlechte Darmbakterien, wer testet das? Intervallfasten, kaum Abnahme, woran kann es liegen? Fragen hätten wir noch mehr, finden es aber sehr schade, dass man so kräftig zur Kasse gebeten wird. Bei meiner Problematik und der meines Mannes wäre ich schon über 500 Euro los.

Riedl: Die Stuhluntersuchung liegt bei 120 Euro. Die Ernährungstherapie wird von der Kasse meistens bezahlt - manchmal auch nur anteilig. So teuer ist das nicht. Einfach mal bei einer Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin anfragen. Adressen finden Sie beim Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V.

Lea: Ist es sinnvoll, als gesunder Mensch dauerhaft auf Kohlenhydrate zu verzichten? Der Molekularmediziner Dr. med. Strunz plädiert dafür und sagt, dass der Mensch kaum Kohlenhydrate benötigt und die Lebensqualität dadurch wesentlich verbessert werden kann. Was halten Sie von dieser Maßnahme?

Riedl: Nein, ganz auf Kohlenhydrate zu verzichten wäre falsch. Aber im Gemüse sind genug davon. Weglassen sollte man die schlechten Kohlenhydrate wie Zucker. Aber auch gesunde können sich so verzuckern, dass die Leber verfettet.

Heidi: Ich habe ein Gesamtcholesterin von 286 (LDL 202, HDL 67) vererbt bekommen, aber keine weiteren Krankheiten. Nehme keine Tabletten etc. Mein Hausarzt meint, wir müssen nichts unternehmen, erst wenn ein weiteres Problem auftaucht (wie Hochdruck oder Diabetes). Ist das korrekt? Ich bin 66 Jahre alt, 1,64 Meter, 71 Kilogramm.

Riedl: Angesichts des Alters ist der Wert zu hoch. Ich würde die Ernährung umstellen. Wichtig: Besonders wenn es Verwandte mit Infarkten gibt, ist eine Therapie notwendig, weil das Risiko dann in der Familie liegt. Aber Ernährung ist der erste Schritt. Im ersten E-Docs-Buch steht, wie.

Nada: Bin von MS betroffen. Möchte Hinweise, wie ich herausfinden kann, welche wichtigen/guten Darmbakterien bei mir nicht in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Ernährung sehe ich als einen der wichtigsten Faktoren für die Gesundheit. Wo sollte ich ansetzen, um die für mich entscheidende Nahrungsmittelauswahl treffen zu können?

Riedl: Wenden Sie sich an eine Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin. Dort kennt man sich mit der Stuhluntersuchung aus. Aber in jedem Fall würde ich die Ernährung mit mehr Futter für die Darmbakterien umstellen. Denn die guten Darmbakterien sorgen für unsere Nerven.

Karl: Im neuen Katalog der Nahrungsmittel für niedrige Blutfettwerte wird ein Glas Weißwein als weniger schädlich als Rotwein bezeichnet. Bisher war immer Rotwein in gewissem Ausmaß als positiv gesehen worden, nicht jedoch Weißwein. Gibt es diesbezüglich neue Erkenntnisse? Und: Ist es für niedrige Blutfettwerte (und auch gegen Gelenkschmerzen) günstiger, in das Frühstücksmüsli einen Esslöffel mit Olivenöl (extra vergine) hinzuzufügen, als dasselbe Müsli ohne das Olivenöl zu essen?

Riedl: Ja, Olivenöl hilft gegen erhöhte Blutfette und gegen Arthritis. Und bitte keinen Wein. Leider ist Alkohol ab dem ersten Tropfen giftig. Vertretbar sind 0,4 Liter pro Woche. Mehr schädigt das Herz und fördert Krebs. Ist leider so.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 16.07.2018 | 21:00 Uhr

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