Stand: 29.06.2015 11:25 Uhr  | Archiv

Brustkrebs-Vorsorge: Richtiges Abtasten lernen

von Louisa Maria Giersberg
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80 von 100 Frauen mit Brustkrebs haben ihren Tumor selbst entdeckt.

In Deutschland erhalten jedes Jahr mehr als 70.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Es ist damit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Zwar gehen die meisten Frauen regelmäßig zur Vorsorge beim Gynäkologen und nehmen am Mammografie-Screening teil, aber das reicht meist nicht. In Schwerin gibt es jetzt einen Kurs, in dem Frauen lernen, ihre Brust selbst abzutasten.

Nicole Viehstädt und ihre Kollegin Katharina Dibbert halten diesen Kurs ab. Maximal vier Frauen nehmen an den regelmäßigen anderthalbstündigen Kursen teil. Es soll intim gehalten werden. Der Kurs bei den jungen Ärztinnen ist kostenlos.

Viele Frauen werden durch eine Krebserkrankung in ihrem Bekanntenkreis aufgeschreckt. Sie wollen sich schützen, sind aber verunsichert, wenn sie sich zu Hause abtasten. Was ist normal und was nicht? Frauenärztin Katharina Dibbert kennt das: "Jede Brust hat eine gewisse Knotigkeit. Die fühlt sich nie an wie Wackelpudding. Und jede Frau muss das Gewebe erst mal kennenlernen. Und dann, wenn sie weiß, wie sich das ganz normale Gewebe anfühlt, kann sie erst sagen,wenn es sich an einer Stelle  anders anfühlt."

80 von 100 Frauen mit Brustkrebs haben ihren Tumor selbst entdeckt - leider oft sehr spät. Hier setzt MammaCare an - das weltweit einzige zertifizierte System zum Abtasten der Brust. Umso kleiner der Befund, desto größer sind die Heilungschancen.

Üben an Brustmodellen

Die beiden Frauenärztinnen im Kurs haben mehrere Brust-Modelle vor sich ausgebreitet. Silikonkissen. Das erste ist durchsichtig, man sieht also, was man tastet. Das zweite ist undurchsichtig. "Normal" und "pathologisch" lassen sich so sehen und fühlen.

Zum Abschluss des Kurses tasten die Teilnehmerinnen dann ihre eigene Brust ab - eine relativ schmerzhafte Angelegenheit. Die Frauen sollen kreisende Bewegungen machen, leicht, mittel, stark - Zentimeter für Zentimeter. Das Abtasten wird von den Ärztinnen stets begleitet.

An der Uniklinikum Heidelberg wird derzeit übrigens daran geforscht, Brustkrebs im Urin nachzuweisen. Es wurde ein Urin-Test entwickelt, mit dem der Brustkrebs aufgrund des veränderten Stoffwechsels nachgewiesen werden soll.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 01.07.2015 | 09:20 Uhr

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