Drei Fläschchen Bitterstoffe und ein Teller mit einem Berg Zuckerwürfel stehen auf einem Tisch. © NDR

Bitterstoffe gegen den Heißhunger

Stand: 23.01.2020 16:44 Uhr

Bitterstoffe steigern die Magen- und Gallensaftsekretion und wirken verdauungsfördernd - dies kann genutzt werden, um das Abnehmen zu erleichtern.

Bitterstoffe sind Gifte, mit denen sich Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Für den Menschen dagegen sind viele dieser Stoffe sehr gesund. Durch den bitteren Geschmack lässt der Appetit schneller nach, sodass man weniger isst. So kann insbesondere Heißhunger auf Süßes gebremst werden. Da bittere Lebensmittel in der Regel auch deutlich weniger Kalorien als Süßigkeiten enthalten, können sie bei der Reduzierung von Übergewicht gleich doppelt behilflich sein.

Mit Kräuterbitter den Heißhunger bremsen

Bittere Lebensmittel wie Pampelmusen, Chicorée, Linsen, Kohlrabi, Kaffee, Artischocken, Löwenzahn, grüner Tee oder Bier (Hopfen) enthaltend allerdings nicht genügend Bitterstoffe, um die Lust auf Süßes einzudämmen. Um den Appetit zu zügeln, muss daher auf Bittertropfen-Konzentrate aus der Apotheke zurückgegriffen werden. Sogenannter Kräuterbitter enthält Bitterstoffe aus Wermut, Engelwurz, Pomeranze, Kalmus, Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Zimt, Koriander, Fenchel, Galgant, Gelber Enzian, Lavendel, Majoran, Schafgarbe, Löwenzahn, Zitwer und Ingwer, meist gelöst in Alkohol.

Die Tropfen sollten am besten vor jeder Mahlzeit und bei Heißhungerattacken eingenommen werden.

Bitterstoffe aus heutigem Gemüse herausgezüchtet

Bereits im Mittelalter spielten heimische Bitterstoffe eine große Rolle in der Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Damals war das Gemüse wesentlich reicher an Bitterstoffen. Diese sind heute aus den "modernen" Gemüsesorten weitgehend herausgezüchtet worden - zugunsten eines angenehmeren, milderen Geschmacks. Daher liegt die Reizschwelle für Bitterstoffe mittlerweile sehr niedrig.

Frauen reagieren empfindlicher als Männer. Laut einer Studie sind Menschen mit sensiblem Bitterempfinden um etwa 20 Prozent dünner als die, die nur ein schwaches Gespür dafür haben. Zwar ist die Zahl der Bitterrezeptoren genetisch festgelegt, allerdings kann das Bitterempfinden trainiert werden.

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