Stand: 27.02.2017 10:10 Uhr  | Archiv

Finger weg von diesen Hausmitteln!

Bei kleinen Verletzungen oder Krankheiten vertrauen viele von uns auf Tipps, mit denen angeblich schon unsere Urgroßmütter kleine und größere Wehwehchen geheilt haben. Aber nicht alle dieser Hausmittel helfen wirklich, einige können die gesundheitlichen Probleme sogar vergrößern. Eine Auswahl einiger weit verbreiteter Hausmittel-Irrtümer.

Mit Milch gegen Vergiftungen?

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Milch ist zwar gesund, als Gegenmittel bei Vergiftungen aber nicht zu empfehlen.

Wenn der Verzehr selbst gesammelter Pilze zu einer üblen Magenverstimmung führt, kann es sich um eine Pilzvergiftung handeln. Jetzt schnell ein Glas Milch trinken, um das Gift zu neutralisieren? Besser nicht. Anders als vielfach angenommen kann Milch nämlich keine Giftstoffe neutralisieren. Statt den Körper zu entgiften, kann sie die Beschwerden sogar verschlimmern. Das Fett in der Mich erhöht nämlich die Löslichkeit vieler Giftstoffe und führt so zu einer schneller fortlaufenden Vergiftung. Bei einer Vergiftung sollten Sie am besten schnellstmöglich beim Giftinformationszentrum-Nord anrufen (Tel. 0551/19 24 0).

Kamille gegen Bindehautentzündung?

Wenn sich ein Auge rötet, tränt und schmerzt, ist häufig eine Bindehautentzündung die Ursache. Weit verbreitet ist die Empfehlung, Kamille-Teebeutel auf das entzündete Auge zu legen. Doch auch hier heißt es: Finger weg! Kamille kann Allergien auslösen. Das Auflegen von Kamille-Teebeuteln oder mit Kamille getränkten Kompressen kann also eher zu weiteren Beschwerden führen, anstatt sie zu lindern. Außerdem sind Teebeutel unsteril - zusätzliche Erreger können so in das Auge gelangen. Besser ist es, einen Arzt aufzusuchen. Der kann feststellen, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt und dementsprechend antibiotische Augentropfen verschreiben.

Natron gegen Sodbrennen?

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Sodbrennen lässt sich vor allem durch leichte, fettarme Kost bekämpfen.

Im Internet kursiert ein alter Tipp gegen Sodbrennen: Natronpulver, das es sowohl in Apotheken als auch in Supermärkten zu kaufen gibt, soll gegen das lästige Brennen in der Speiseröhre helfen. Die Idee dahinter: Das basische Natron soll die aus dem Magen aufgestiegene Magensäure  neutralisieren. Das funktioniert auch, hat aber üble Nebenwirkungen. Denn bei diesem Prozess bildet sich auch viel Gas, das zu unangenehmen Blähungen oder sogar noch stärkerem Sodbrennen führen kann. Übelkeit, Magenschmerzen oder Erbrechen sind weitere mögliche Nebenwirkungen. Wer unter Sodbrennen leidet, sollte stattdessen versuchen zu entspannen, eine aufrechte Position einnehmen und vor allem Alkohol und fettreiches Essen meiden.

Honig, Quark und Mehl bei Brandwunden?

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Honig gehört auf das Frühstücksbrot oder in den Tee, aber auf keinen Fall auf Brandwunden.

Bei Brandverletzungen heißt es zunächst einmal: unbedingt kühlen! Das Wasser sollte dabei nicht eiskalt sein, sondern eher Zimmertemperatur haben, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Auf keinen Fall sollten zur vermeintlichen Schmerzlinderung Lebensmittel wie Honig, Joghurt, Quark oder Mehl auf die Brandwunden aufgetragen werden. Diese Fremdstoffe lassen sich nur schwer wieder von der Wunde entfernen und können dazu beitragen, dass sich die Verletzung entzündet. Außerdem erschweren sie den Ärzten die Beurteilung und Einschätzung der Verletzung.

Dieses Thema im Programm:

Dr. Wimmer: Wissen ist die beste Medizin | 27.02.2017 | 21:00 Uhr

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