Stand: 04.05.2018 13:52 Uhr

Auto fahren birgt Gefahren für Allergiker

von Mayke Walhorn, NDR Info
Bild vergrößern
Wer unter einer Pollen-Allergie leidet, ist als Folge häufig müde und unkonzentriert.

Allergien können Menschen in verschiedener Weise belasten: Ständiges Niesen, brennende Augen oder auch ein unangenehmer Ausschlag auf der Haut sind nur einige der Auswirkungen. Tatsächlich können sie auch die Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr beeinträchtigen, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Sie können ein ähnlich hohes Gefährdungspotenzial haben wie der Alkoholkonsum, sagt der Allergie-Forscher Ludger Klimek. "Das hängt damit zusammen, dass viele der Entzündungsstoffe, die bei Allergien freigesetzt werden, im Gehirn einen Einfluss ausüben, der uns einfach müde, schlapp und auch unkonzentriert macht. In Studien konnte ganz klar gezeigt werden, dass sich das auf das Fahrverhalten von Autofahrern so auswirkt, als wenn sie 0,5 Promille Alkohol im Blut hätten."

Schlangenlinien und nachlassende Kontrolle

Gemeinsam mit seinen Kollegen im Allergiezentrum in Wiesbaden hat der Forscher in einer Studie auch herausgefunden, dass sich bei der Fahrt von Menschen mit einer Pollenallergie sogar vergleichbare Schlangenlinien feststellen lassen wie bei alkoholisierten Fahrern. Eine besondere Gefahr sei auch der oft heftige Niesreiz bei Allergien: "Beim Niesen, diesem Reflex, den ich ja nicht unterdrücken kann, können es durchaus 50 bis 100 Meter sein, auf denen ich das Auto nicht mehr unter Kontrolle habe."

Auch wer keine Symptome hat, kann beeinträchtigt sein

Auch leichte Allergien ohne belastende Symptome können zu einer eingeschränkten Fahrtüchtigkeit führen. "Das Problem ist, dass die allergische Erkrankung den gesamten Körper erfasst, sich durch das Blut überall hin verteilt. Auch wenn der Betroffene keine Allergie-Symptome bemerkt, kann die Allergie die Fahrtüchtigkeit beeinflussen." Zumindest gilt das für Pollen-Allergien. Zu den Auswirkungen von anderen Allergien auf das Autofahren haben die Forscher bisher noch keine Studien begonnen. Mit Nahrungsmittel-Allergien könnte es aber die gleichen Ergebnisse geben, meint Klimek.

Mann hört Radiobeim Autofahren. © fotolia.com Fotograf:  peshkova

Allergie am Steuer - nicht ohne Gefahr

NDR Info - Aktuell -

Pollen-Allergien können die Fahrtüchtigkeit so stark beeinträchtigen wie ein Blutalkoholwert von über 0,5 Promille. Das haben Wissenschaftler aus Wiesbaden herausgefunden.

4,9 bei 21 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ist das Fahren für Allergiker zu gefährlich?

Für Menschen die sich trotz Allergie ans Steuer setzen, muss das aber nicht heißen, dass sie unfallgefährdeter als andere sind, sagt der Allergieforscher. "Die Betroffenen müssen sich nur über die Gefahren bewusst sein und Vorkehrungen treffen - so wie Kurzsichtige nicht ohne Sehhilfen Auto fahren. Gerade moderne Nasensprays haben für Pollenallergien eine sehr gute Wirkung. Werden Vorkehrungen getroffen, haben auch Allergiker kein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr."

Auf eines sollten Betroffene auf jeden Fall achten: So schwer es dem einen oder anderen an warmen Tagen auch fallen mag: In der Zeit von starkem Pollenflug sollte für Heuschnupfen-Geplagte das Fahren im Cabrio oder mit offenem Fenster tabu sein.

Weitere Informationen

Allergien - die neue Volkskrankheit

Ob Heuschnupfen, Tierhaare, Hausstaub oder Lebensmittel - immer mehr Menschen leiden unter Allergien. Warum ist das so? Wie erkenne ich eine Allergie? Was hilft dagegen? mehr

Mehr Ratgeber

03:35
Nordtour

Paddler-Wanderfahrt auf der Schwentine

16.06.2018 18:00 Uhr
Nordtour
02:44
Lust auf Norden

Pfannenbrot - gluten- und laktosefrei

15.06.2018 18:15 Uhr
Lust auf Norden
01:58
Lust auf Norden

Schwerin: Baden vor der Insel Kaninchenwerder

15.06.2018 18:15 Uhr
Lust auf Norden