Stand: 07.05.2018 14:28 Uhr

Ambrosia-Allergie: Gefahr durch Pollen

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Die unscheinbare Ambrosia gehört zu den stärksten Allergieauslösern der Pflanzenwelt.

Für Allergiker sind eingeschleppte Pflanzen wie Ambrosia, Baumhasel, Japanische Zeder, Olivenbaum und Zypresse zunehmend ein Problem. Zu den stärksten Allergieauslösern der Pflanzenwelt gehören die Pollen der Ambrosia. Das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) wurde bereits 1860 mit Getreidelieferungen aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Inzwischen breitet sich Ambrosia durch den Klimawandel und durch Beimischung in Vogelfutter auch hierzulande zunehmend aus.

Pollen fliegen durch die Luft.

Ambrosia-Allergie: Gefahr durch Pollen

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Ambrosia-Pollen können schwere Allergien auslösen. Auch andere Pflanzen wie Baumhasel und Zypresse sind stark allergen. Wie lässt sich die Verbreitung verhindern?

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Schwere Allergien durch Ambrosia

In einer einzigen Ambrosia-Staude stecken bis zu einer Milliarde Pollen. Diese können schon in sehr geringer Konzentration schwere Allergien und Asthma auslösen. Nur fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft genügen, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Zum Vergleich: Bei Birkenpollen muss die Konzentration etwa zehnmal so hoch sein.

Blütezeit der Ambrosia im Juli

Die Hauptpollenzeit der Ambrosia reicht bis in den Oktober. Perfekte Bedingungen findet sie auf Sonnenblumenfeldern. Aber auch an Autobahngrünstreifen, auf Verkehrsinseln und Brachflächen sprießt das Kraut besonders gut. Zur Blütezeit der Ambrosia im Juli ist der Kampf gegen das Gewächs meist schon verloren. Deshalb suchen Experten der Umweltbehörden im öffentlichen Raum frühzeitig nach ersten Pflänzchen, um sie zu bekämpfen. Doch auf Privatgrundstücken breitet sich die Ambrosia oft ungehemmt aus, weil gesetzliche Vorgaben fehlen und viele Grundstückseigentümer das Problem noch nicht erkannt haben.

Allergien durch Ambrosia vorbeugen

Die Ambrosia wird leicht mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt. Beim Herausrupfen können Pollen in die Erde gelangen, wo die Keime 40 Jahre lang überleben. Experten rücken der tückischen Pflanze mit 1.000 Grad heißen Flammen zu Leibe. Um den Kampf zu unterstützen, sollten Haushalte darauf achten, extra gekennzeichnetes Vogelfutter ohne Ambrosia zu verwenden. Wer Ambrosia im Garten entdeckt, sollte sie vorsichtig mit Handschuhen aus der Erde rupfen und mit dem Müll entsorgen - keinesfalls auf dem Kompost.

Allergien durch Baumhasel, Olivenbaum, Zeder und Zypresse

Auf allergene Trendpflanzen wie Baumhasel, Japanische Zeder, Olivenbaum im Kübel und Zypresse sollte man im eigenen Garten möglichst verzichten.

In Südeuropa zählen Olivenpollen zu den häufigsten Allergenen. Sie können zu Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergischem Schnupfen (Rhinitis) oder Asthma führen. Auch die Japanische Zeder produziert Pollen, die in ihrer Heimat als Allergen berüchtigt ist.

Zypressengewächse sind bei Landschaftsgärtnern beliebt. Doch sie haben eine für Allergiker unangenehme Eigenschaft: Ihre Blüte beginnt mitten im Winter. Pollenallergiker werden somit bereits im Januar, Februar und März geplagt - bisher blieben sie in diesen Monaten verschont.

Von März bis Anfang Mai produziert dann die Baumhasel Pollen. Sie stammt aus Südeuropa und hat sich an das Klima hierzulande angepasst. Die Baumhasel wird häufig an Straßen in Innenstädten angepflanzt.

Allergene Pflanzen meiden

Generell gilt: Insektenbestäubte Arten sind sicherer als windbestäubte Arten. So löst zum Beispiel der Oleander überhaupt keine Allergien aus und blüht wunderbar. Auch immergrüne Kiefern, Tannen, Fichten lösen weniger Allergien aus.

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Interviewpartner

Prof. Dr. Torsten Zuberbier
Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung - ECARF
Allergie-Centrum-Charité
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Internet: www.allergie-centrum-charite.de

Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Adresse siehe oben

Prof. Dr. med. Martin Wagenmann, Geschäftsführender Oberarzt
Hals-Nasen-Ohrenklinik
Zentrum Operative Medizin II
Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
Internet: www.uniklinik-duesseldorf.de

Prof. Dr. Maximilian Weigend, Direktor
Botanische Gärten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Meckenheimer Allee 171, 53115 Bonn
Internet: www.botgart.uni-bonn.de

Dipl.-Met. Thomas Dümmel
Fachbereich Geowissenschaften
Institut für Meteorologie
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10, 12165 Berlin
Internet: www.geo.fu-berlin.de/met

Weitere Informationen
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
An der Eickesmühle 15-19, 41238 Mönchengladbach
Tel. (02166) 64 78 820, Fax (02166) 64 78 880
Internet: www.daab.de

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Visite | 08.05.2018 | 20:15 Uhr

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