Stand: 18.09.2018 09:17 Uhr  | Archiv

Liquorverlust: Wenn Nervenwasser austritt

Eine MRT-Aufnahme von einem menschlichen Schädel.
Lecks in den Hirnhäuten lassen sich mit einer MRT-Untersuchung feststellen.

Bis zu 150 Milliliter Nervenwasser (Liquor) umspülen das Gehirn und das Rückenmark. Das Nervenwasser befindet sich zwischen den Hirnhäuten beziehungsweise Rückenmarkshäuten. Wenn die Häute nicht dicht sind, kann es austreten. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem Liquorverlust. Dadurch sackt das Gehirn etwas ab. Es kann zu Symptomen wie lageabhängigem Kopfschmerz und Wahrnehmungsstörungen kommen.

Ursachen und Diagnose

Ursache für den Verlust des Nervenwassers und den dadurch entstehenden Unterdruck kann eine spitze Kante (Knochensporn) an der Wirbelsäule sein, die ein Loch in die Rückenmarkshaut bohrt. Ein Knochensporn entsteht beispielsweise durch Verschleiß, wenn Gelenke oder Wirbel aufeinanderreiben.

Ein Liquorverlust lässt sich mithilfe einer Untersuchung des Nervenwassers im Rückenmark (Lumbalpunktion) feststellen: Dabei prüft der Arzt mit einem speziellen Gerät den Druck des Nervenwassers. Mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) vom Kopf bis zum Kreuzbein lässt sich herausfinden, an welcher Stelle sich das Leck befindet.

Liquorverlust behandeln

Um das Gehirn zu entlasten, werden beim Liquorverlustsyndrom an einer Stelle der Schädel (Bohrloch-Trepnation) und die äußere Hirnhaut geöffnet. Wird das Leck gefunden und geschlossen, verschwinden die Beschwerden in der Regel.

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Experten zum Thema

Dr. Daniela Bermpohl
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie 
Campus Charité Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
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Prof. Peter Vajkoczy, Direktor
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Neurochirurgie mit Arbeitsbereich Pädiatrische Neurochirurgie
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Tel. (030) 450 560 001

PD Dr. Eberhard Siebert, Oberarzt, Facharzt für diagnostische Radiologie, Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Neuroradiologie
Charité Centrum für Diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin (CC6)
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

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Visite | 18.09.2018 | 20:15 Uhr

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