Stand: 25.09.2017 19:23 Uhr  | Archiv

Wenn Blutzellen den Darm angreifen

Frau hält sich den Bauch © Fotolia.com Foto: Antonioguillem
Leitsymptom der eosinophilen Colitis sind Bauchschmerzen - oft auf der rechten Darmseite.

Die eosinophile Colitis ist eine seltene chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit unbekannter Ursache. Die Entzündung wird durch sogenannte eosinophile Granulozyten ausgelöst, einer Unterart der weißen Blutzellen. Diese setzen sich in der Darmwand fest.

Symptome der eosinophilen Colitis

Die eosinophile Colitis kann in allen Abschnitten des Verdauungstrakts auftreten - von der Speiseröhre bis zum Dickdarm. Häufig betroffen sind die rechtsseitigen Darmabschnitte. Leitsymptom sind Schmerzen in diesem Bereich. Nahrungsmittelallergien können die Entzündung fördern. Viele Betroffene leiden an Begleiterkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen.

Die chronische Entzündung kann die Darmwand so stark zerstören, dass es zu einer Perforation kommt und der Darminhalt in die Bauchhöhle austritt. Die Folge ist dann eine lebensgefährliche Entzündung des gesamten Bauchraumes.

Diagnose per Gewebeprobe

Die Diagnose stützt sich auf die im Rahmen einer Magen- und Darmspiegelung nachgewiesenen Entzündungen der Schleimhaut. Dabei werden Gewebeproben entnommen und unter dem Mikroskop auf entzündliche Veränderungen untersucht.

Eosinophile Colitis behandeln

Behandelt wird die eosinophile Colitis mit örtlich wirksamen Glukokortikoiden. Wenn die konservative Therapie die Beschwerden nicht lindert, können entzündete Darmabschnitte operativ entfernt werden.

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Visite | 26.09.2017 | 20:15 Uhr

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