Stand: 09.01.2018 09:25 Uhr  - Visite  | Archiv

Wenn Hände, Füße und Gesicht stark wachsen

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Eine MRT-Aufnahme zeigt den Tumor an der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Bei einer Akromegalie produziert ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) unkontrolliert das Wachstumshormon STH. Das führt im Kindesalter zu einem Riesenwuchs (Gigantismus), bei Erwachsenen zu Veränderungen der Gesichtszüge, Hände und Füße. In Deutschland leben etwa 3.000 bis 6.000 Menschen mit der seltenen Erkrankung. Die körperlichen Veränderungen entwickeln sich schleichend, deshalb wird eine Akromegalie oft erst nach Jahren erkannt. Ist die Krankheit voll ausgeprägt, sind die Heilungschancen deutlich geringer als bei einer Diagnose im Frühstadium. In sehr seltenen Ausnahmefällen kann eine Akromegalie auch eine andere Ursache als einen Hypophysentumor haben.

Symptome

Akromegalie-Erkrankte wirken oft kräftig und klagen über

  • geringe körperliche Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • vermehrtes Schwitzen
  • rasche Ermüdbarkeit
  • gelegentlich über Gelenkschmerzen

Die Haut ist verdickt, schwitzt stark und produziert vermehrt Talg. Die Hände sind warm und feucht, wirken verbreitert und plump. Auch die Gesichtszüge wirken grob, mit ausgeprägten Stirnfalten, tiefen Falten um den Mund herum sowie hervortretenden Lidwülsten. Die Stimme ist außergewöhnlich tief, die Zunge vergrößert.

Zu den typischen Folgen einer Akromegalie gehören Schnarchen und Schlafapnoe, Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkveränderungen. Der Tumor kann außerdem die Funktion der Hypophyse beeinträchtigen und dadurch zu Menstruationsstörungen, Unterfunktion der Nebennieren und der Schilddrüse führen. In einigen Fällen beengt der Tumor die Sehnerven und führt zu Gesichtsfeldeinschränkungen (Tunnelblick) bis hin zur Erblindung.

Diagnose

Neben Laboruntersuchungen (Wachstumsfaktor IGF-I, Zuckerbelastungstest, Hormonspiegel) hilft ein Kernspintomogramm (MRT), den Tumor in der Hypophyse nachzuweisen und seine Größe zu bestimmen.

Therapie

Ziel der operativen Therapie ist es, den Tumor zu entfernen und dabei die Funktion der Hypophyse zu erhalten. Gelingt das mit der Operation nicht, kommen Medikamente wie Dopamin-Agonisten, Somatostatin-Analoga, Wachstumshormon-Antagonisten oder eine Strahlentherapie zum Einsatz. Akromegalie-Erkrankte müssen ihr Leben unter Kontrolle des Hausarztes oder Endokrinologen bleiben, denn sogar nach zehn Jahren oder mehr kann der Tumor wieder auftreten (Rezidiv).

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Visite | 09.01.2018 | 20:15 Uhr

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