Ein Wolf schaut hinter einem Baum hervor. © dpa-Bildfunk Foto: Lino Mirgeler

Wolfsberater kritisieren Lies: "Sind nicht überfordert"

Stand: 15.09.2021 21:37 Uhr

Wolfsberater aus Nord-Ost Niedersachsen kritisieren, dass Umweltminister Olaf Lies (SPD) die Kompetenzen beim Wolfsmanagement neu sortieren will. Sie seien nicht, wie von Lies behauptet, überfordert.

Zuvor hatte Lies in einer Landtagsdebatte angekündigt, das Wolfsmanagement neu zu ordnen. Um die landesweit 105 ehrenamtlichen Wolfsberater zu entlasten, werde ihre Arbeit in die Hände der Landwirtschaftskammer gelegt. Beim Monitoring - also dem Gewinnen von Daten - baue die Regierung in Zukunft mehr auf deren Wissen und Erfahrung. Wie der NDR in Niedersachsen berichtet, werfen die Wolfsberater Lies nun vor, dass er mit seinem politischen Manöver potentielle CDU-Wähler auf seine Seite ziehen wolle.

FDP will die Bejagung intensivieren

Auch abseits dieser Kontroverse beschäftigt das Thema Wolf die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags. Die FDP forderte in einer aktuellen Stunde , den Wolf intensiver zu bejagen. Der Wolf sei in Niedersachsen seit Jahren nicht mehr gefährdet und breite sich "ungehindert" aus, sagte ihr Agrarexperte Hermann Grupe: "Der Wolf muss wie jedes bejagbare Wild bejagt werden." Man könne nicht zulassen, dass Weidetiere gefährdet und Wildtiere zurückgedrängt würden.

Aufnahme ins Jagdrecht ist beantragt

Der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke entgegnete, alle rechtlichen Möglichkeiten seien ausgeschöpft, um verhaltensauffällige Wölfe entnehmen - also töten - zu können. Bereits im Februar sei ein Antrag auf den Weg gebracht worden, der eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht vorsehe. Die Landesregierung wirke beim Bund darauf hin, dass eine Untergrenze definiert werde, die für den Erhalt der Wölfe nötig sei - auch, um "die Sorgen und Ängste der Menschen im ländlichen Raum" stärker zu berücksichtigen, so Schmädeke.

Zahl der Übergriffe liegt bei rund 230

In Niedersachsen leben nach Angaben des zuständigen Umweltministeriums 39 Wolfsrudel, ein Wolfspaar und zwei Einzelwölfe. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf werden demnach weiterhin vorkommen und voraussichtlich zunehmen. Die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere in Niedersachsen sei von acht Übergriffen 2012 auf bislang rund 230 Übergriffe in diesem Jahr gestiegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 15.09.2021 | 15:00 Uhr

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