Stand: 05.12.2019 21:49 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wolfsangriffe auf Nutztiere nehmen weiter zu

Die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere hat im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen. Laut einem Bericht der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gab es 2018 bundesweit 639 gemeldete Übergriffe - knapp ein Viertel davon in Niedersachsen. Deutschlandweit wurden insgesamt 2.067 Nutztiere - darunter 1.656 Schafe - getötet, verletzt oder anschließend vermisst. 2017 hatte es 472 Übergriffe mit 1.667 Nutztieren gegeben. Damit stieg die Zahl der Vorfälle um rund 25 Prozent.

Hamburg taucht in der Grafik nicht auf, da es dort bislang erst einen Nutztierriss durch einen Wolf gegeben hat.

Niedersachsen besonders stark betroffen

Am stärksten betroffen ist Niedersachsen. Hier wurden 2018 insgesamt 494 Tiere Opfer der Angriffe, darunter 444 Schafe, 23 Rinder, 11 Ziegen, 11 Wildtiere in Gehegen sowie fünf sonstige Tiere. Bei der Zahl der Übergriffe liegt Niedersachsen mit 151 Fällen lediglich hinter Brandenburg, wo es zu 163 Attacken mit 401 betroffenen Tieren kam. In Schleswig-Holstein gab es 85 Übergriffe mit 149 Tieren, in Mecklenburg-Vorpommern 23 Übergriffe mit 162 Tieren und in Hamburg - wie erwähnt - einen Fall. Dort griff ein Wolf ein Schaf an.

Bundesweit schon mehr als 100 Rudel

Am Montag hatte die DBBW mitgeteilt, dass in Deutschland aktuell 105 Wolfsrudel leben, davon 21 in Niedersachsen und fünf in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu kommen bundesweit 25 Paare und 13 Einzeltiere. Die meisten von ihnen leben in Ost- und Norddeutschland. Wie viele Wölfe ein Rudel bilden, unterliegt starken Schwankungen. Es sind in der Regel das Elternpaar und sein Nachwuchs, die Sterblichkeit bei Wolfswelpen ist allerdings hoch.

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Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, 2018 seien in Niedersachsen 44 Schafe durch Wölfe getötet oder verletzt worden. Richtig ist: Es waren 444 Schafe. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.12.2019 | 14:00 Uhr

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