Stand: 08.03.2019 16:06 Uhr

Wird Jagd auf den Wolf zur Jagd auf die Wolfsjäger?

Wolfsschützer auf der Jagd: Offenbar versuchen Tierschützer derzeit, die bewusst geschützten Identitäten der Wolfsjäger im Fall des zum Abschuss freigegebenen Rodewalder Problemwolfs öffentlich zu machen. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums NDR.de am Freitag bestätigte, gebe es im Landkreis Nienburg Gruppen, die gezielt Fotos von Personen anfertigten, die das Tier mit der Code-Nummer "GW717M" stellen sollen. Diese Aufnahmen würden anschließend auf einschlägigen Internetseiten veröffentlicht. Ob die Wolfsschützer mit ihrem Unterfangen bereits erfolgreich gewesen sind, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Lies nennt Störungen bei der Wolfsjagd "ein Unding"

Öffentlich wurde der Vorgang durch ein Interview von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. Es gibt Leute, die laufen mit Kameras durch den Wald, fotografieren und stellen das gnadenlos ins Internet, klagte der SPD-Politiker in einem Artikel der "Nordwest-Zeitung" vom Freitag. Es sei ein Unding, wenn Institutionen in der Ausübung ihres rechtsstaatlichen Handelns und die Ausführenden vor Ort so angegangen würden, so Lies weiter.

Lies ist vom Abschuss bis Ende März überzeugt

Wolfsschützer hatten vergeblich versucht, die Genehmigung zum Abschuss des Rodewalder Leitwolfes gerichtlich zu stoppen. Das Rudel nördlich von Hannover soll mehr als 40 Nutztiere gerissen haben, darunter auch Rinder und Ponys. Die behördliche Genehmigung zum Abschuss des Rüden ist bis zum 31. März verlängert worden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn bis zum Ende der Frist haben", sagte Lies.

15 Schafe bei Burgwedel gerissen

Unterdessen wurden in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben des Umweltministeriums auf einer Weide bei Burgwedel in der Region Hannover 15 Schafe gerissen und weitere verletzt. Zwei Mitarbeiter des Wolfsbüros hätten DNA-Proben genommen, sagte eine Sprecherin, nachdem die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" über den Fall berichtet hatte. Dass das Rodewalder Rudel die Schafe gerissen habe, sei eher unwahrscheinlich, weil dessen Territorium nicht so weit reiche, heißt es aus dem Umweltministerium.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.03.2019 | 15:30 Uhr

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