Stand: 14.05.2018 14:34 Uhr

Wegen Fracking-Vorstoß: BBU kritisiert Althusmann

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU) kritisiert die Aussagen von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in Bezug auf Fracking. Der Minister hatte vor wenigen Tagen Probebohrungen zum Fracking in unkonventionellen Lagerstätten nicht mehr ausgeschlossen. Der BBU hält den Vorstoß von Althusmann für einen "Angriff auf die Umwelt". Oliver Kalusch vom geschäftsführenden Vorstand des Dachverbandes zahlreicher Bürgerinitiativen wirft dem Wirtschaftsminister unter Verweis auf den Koalitionsvertrag "Lippenbekenntnisse" vor. Aus den USA sei bekannt, dass Fracking zu erheblichen Grundwasserkontaminationen führen könne. Hinzu kämen weitere Gefahren, etwa durch Erdbeben und durch Verpressungen des Lagerstättenwassers aus Fracking-Bohrungen in den Untergrund. Dies stehe in deutlichem Gegensatz zum Koalitionsvertrag, indem sich die Landesregierung bekennt, dass der Schutz des Trinkwassers "absoluten Vorrang" vor wirtschaftlichen Interessen habe.

Kurswechsel aus politischen Gründen

Kommerzielles unkonventionelles Fracking ist laut Bundesrecht bis 2021 verboten. Lediglich insgesamt vier wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen können laut Bundesregierung erlaubt werden. Anfang 2017 hatte sich Niedersachsen gemeinsam mit anderen Bundesländern gegen das unkonventionelle Fracking auch zu Forschungszwecken ausgesprochen. Althusmann rückte nun von dieser Haltung ab: Für den Kurswechsel gab ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums politische Gründe an.

Kritik von Olaf Lies

Bereits nach Bekanntwerden der geänderten Position von Althusmann zum Fracking war Kritik laut geworden. Neben den Grünen hatte sich auch Umweltminister Olaf Lies (SPD) gegen eine Aufweichung des Verbots. "Die Nutzung von Erdgas aus unkonventionellen Schiefergaslagerstätten und somit auch damit verbundene Erprobungsmaßnahmen lehne ich strikt ab", sagte Lies. Diese Ansicht habe er seinerzeit als Wirtschaftsminister vertreten, und sie habe sich in keiner Weise verändert. Als oberste Wasserbehörde werde das Umweltministerium kein Einvernehmen zu solchen Bohrungen erteilen, kündigte Lies zudem an.

BBU fordert Machtwort von Stephan Weil

Dem BBU reicht das nicht. Die Landesregierung, inklusive Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) müsse sich "klar und öffentlich" gegen den Fracking-Vorstoß von Althusmann positionieren, fordert der Verband.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.05.2018 | 17:00 Uhr

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