Menschen tanzen in einem Club. © picture alliance/dpa Foto: Felix Kästle

Verschärfung für Clubs und Bars: Land plant neue Corona-Regeln

Stand: 23.07.2021 17:44 Uhr

Niedersachsen will angesichts der schnell steigenden Inzidenz die Corona-Verordnung anpassen. Verschärfungen sind für Discos, Clubs und Bars beim Überschreiten der 10er-Inzidenz angedacht.

Mitte der Woche sollen die neuen Regeln nach den Plänen der Landesregierung in Kraft treten. Bei den geplanten Änderungen geht es nach Angaben der Staatskanzlei im Wesentlichen um zwei Punkte: So sollen "in Bereichen, die zuletzt nachweislich erheblich zur Zunahme der Infektionen beigetragen haben", die Regeln verschärft werden. Vorgesehen ist demnach beispielsweise, dass Discos, Clubs, Bars und Shisha-Einrichtungen bei einer Inzidenz über 10 schließen müssen. Zuletzt hatten sich die Meldungen über Infektionen im Zusammenhang mit Disco- und Clubbesuchen in Niedersachsen gehäuft. In der Region Hannover schickte das Gesundheitsamt beispielsweise 3.000 Partygänger in Quarantäne. Nach einem Corona-Fall in einer Osnabrücker Disco müssen sich womöglich rund 1.400 Personen isolieren.

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Mehrere Menschen tanzen in einer Diskothek. © picture alliance/dpa Foto: Horst Ossinger

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Spielraum bei Verschärfungen für einzelne Bereiche geplant

Des Weiteren will die rot-schwarze Landesregierung den Landkreisen und kreisfreien Städten mehr Handlungsspielraum einräumen, wenn diese aufgrund der Inzidenzlage in eine höhere Stufe wechseln - der Stufenplan sieht bestimmte Corona-Regeln jeweils ab den Inzidenzwerten 10, 35, 50 und 100 vor. Die Kommunen sollen die Möglichkeit bekommen, Bereiche von Verschärfungen auszunehmen, "die nachweislich nicht zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen haben". Als Beispiele nennt die Staatskanzlei die Bereiche Beherbergung, Gastronomie, Einzelhandel, körpernahe Dienstleistungen und Sport. Trotz des Übergangs in eine höhere Stufe könnten dann dort weiterhin die Regeln für niedrigere Inzidenzwerte gelten, so der Plan. Die Staatskanzlei wies darauf hin, dass die beispielhaft genannten Bereiche noch nicht endgültig feststehen.

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Eine Frau sortiert Röhrchen mit Rachenabstrichen, die auf den Coronavirus untersucht werden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Hendrik Schmidt

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Niedersachsen will Bund-Länder-Gespräche vorziehen

Generell will die Landesregierung vorerst aber weiter an ihrem Stufenplan und der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab für Lockerungen oder Verschärfungen der Maßnahmen festhalten. Allerdings drängt Niedersachsen darauf, die für Ende August geplanten Bund-Länder-Beratungen vorzuziehen. "Wir brauchen schnell neue Maßstäbe, die unter anderem auch den Impffortschritt berücksichtigen", sagte am Freitag eine Sprecherin der Staatskanzlei. Es bestehe Handlungsbedarf. Niedersachsen sei daran gelegen, dass die Bundesländer sich beim Vorgehen untereinander abstimmen.

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Besucher stehen an der Einlasskontrolle für ein Konzert. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Britta Pedersen

Neue Corona-Regeln: Niedersachsen erlaubt Großveranstaltungen

Voraussetzung ist eine Inzidenz von unter 35. Es gibt verschiedene Auflagen - unter anderem beim Alkoholkonsum. (16.07.2021) mehr

Großveranstaltungen sind bei Inzidenz unter 35 wieder erlaubt

Erst in der vergangenen Woche hatte Niedersachsen die Corona-Regeln in Abstimmung mit den anderen Bundesländern in Bezug auf Großveranstaltungen gelockert. Bei einer Inzidenz von unter 35 in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt sind seitdem wieder Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmenden möglich. Zugelassen werden müssen sie vom zuständigen Gesundheitsamt. Die Kapazitäten der Veranstaltungsorte dürfen zu höchstens 50 Prozent ausgelastet werden beziehungsweise sind maximal 25.000 Teilnehmende erlaubt.

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Ein Kontaktliste liegt auf einem Tresen in einem Restaurant. © picture alliance/dpa

Inzidenz steigt auf 51: Lüneburg verschärft Regeln

Ab Dienstag sollen in Stadt und Landkreis wieder strengere Regeln gelten. Vollständig Geimpfte sind davon ausgenommen. (23.07.2021) mehr

Etliche Regionen mussten Regeln wieder verschärfen

Inzwischen liegen in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten die Werte allerdings wieder dauerhaft über 10 - etwa in Osnabrück, in der Grafschaft Bentheim, in Wolfsburg und in der Region Hannover. Als erster hat der Landkreis Lüneburg am Freitag die Grenze von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten - und wies eine Inzidenz von 42 auf. In der Region sollen ab Dienstag wieder strengere Regeln gelten.

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Ein Mädchen mit bunter OP-Schutzmaske bekommt eine Spritze in den Oberarm ©  Picture Alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi Foto: Laci Perenyi | Laci Perenyi

Niedersachsen: Kritik an Sonder-Impfaktion für Jugendliche

Mitglieder der Ständigen Impfkommission und der Verband der Kinder- und Jugendärzte warnen vor möglichen Risiken. (19.07.2021) mehr

Kritik an Sonder-Impfaktion für Kinder und Jugendliche

Um einen "besorgniserregenden Anstieg der Infektionen" zu verhindern, appelliert das Land an die Bürgerinnen und Bürger, die bestehenden Regeln einzuhalten und sich vollständig impfen zu lassen. Bis Ende Juli wird die Warteliste für eine Impfung in den Impfzentren nach Angaben des Corona-Krisenstabs voraussichtlich abgearbeitet sein. Vielerorts gibt es mittlerweile bereits schnell verfügbare Impftermine. Auch gibt es immer wieder Sonderaktionen wie Impfungen auf Marktplätzen, in Hochhaussiedlungen oder in einer Moschee. Zudem wird die Sonder-Impfaktion für Kinder und Jugendliche verlängert. Eltern können Termine für ihre Kinder über die Hotline des Landes buchen. An der Aktion gab es allerdings auch Kritik von der Ständigen Impfkommission und vom Verband der Kinder- und Jugendärzte wegen möglicher Risiken.

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Corona-Hotline in Niedersachsen

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls in der Regel für 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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Person steht mit einer Schürze bekleidet am Grill, im Hintergund essen und trinken Leute. © Fotolia Foto: Kzenon

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.07.2021 | 19:30 Uhr

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