Tausende Teilnehmer bei Protesten von "Fridays for Future"

Stand: 24.09.2021 20:32 Uhr

"Alle fürs Klima": Unter diesem Motto sind am Freitag in ganz Niedersachsen junge Menschen auf die Straße gegangen. Zwei Tage vor der Bundestagswahl wollten sie mit ihrem Protest ein Zeichen setzen.

In Hannover, bei der größten Demonstration in Niedersachsen, beteiligten sich nach Polizeiangaben knapp 8.000 Menschen an der Aktion der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future". Die Veranstalter sprachen anschließend von 17.000 Teilnehmenden. An der Kundgebung nahmen auch die Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) teil, darunter der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich. Die EKD solidarisiere sich mit der Klimabewegung, ein „weiter so“ gehe nicht, erklärte Bedford-Strohm. Bundesweit haben sich am Freitag Zehntausende Menschen am globalen Klimastreik der "Fridays for Future"-Bewegung beteiligt.

Reger Zuspruch auch in anderen Städten

In Niedersachsen waren auch die anderen rund 60 Kundgebungen deutlich besser besucht als von den Organisatorinnen und Organisatoren erwartet. In Oldenburg zählte die Polizei nach Informationen des NDR in Niedersachsen mehr als 4.000 Demonstrierende - etwa viermal so viele, wie im Vorfeld angemeldet waren. Auch in Lüneburg übertraf die Resonanz die Erwartungen der Aktivistinnen und Aktivisten. War dort mit bis zu 1.000 Teilnehmenden gerechnet worden, so zählte die Polizei bis zum Nachmittag rund 1.500 Personen, die Veranstaltenden sprachen von mehr als 2.500.

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Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration von "Fridays for Future" teil. © NDR
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Auch in Göttingen und Braunschweig sind Demonstrierende für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. In Göttingen waren es nach Polizeiangaben rund 6.000 Menschen. Proteste gab es auch in vielen kleineren Orten wie Alfeld, Einbeck, Melle, Peine, Uslar und Winsen/Luhe. Sogar auf den Nordseeinseln Norderney und Spiekeroog wurde für das Klima gestreikt. In Vechta waren der Polizei zufolge bereits um 9 Uhr etwa 100 Jugendliche mit umweltpolitischen Forderungen durch die Straßen gezogen. In Zetel (Landkreis Friesland) demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in Wilhelmshaven versammelten sich etwa 250 Personen.

Friedliche Kundgebung in Bremen

In Bremen waren es am Freitag in der Spitze nach Polizeiangaben mindestens 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Aufzug und die abschließende Kundgebung seien friedlich verlaufen. "Fridays for Future" gab hingegen an, dass sich bis zu 15.000 Menschen an der Demonstration in der Hansestadt beteiligt hätten.

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Bewegung sieht Klima als wahlentscheidendes Thema

Die Bundestagswahl sei entscheidend für mehr Tempo beim Klimaschutz, heißt es im Aufruf der Klimaschutz-Bewegung. "Die Gesellschaft steht hinter uns. Klimagerechtigkeit wird das wahlentscheidende Thema." Von der künftigen Bundesregierung verlangt "Fridays for Future" unter anderem, dass sie spätestens 2030 aus der Kohleverstromung aussteigt. Die Erneuerbaren Energien müssten bis dahin mindestens 80 Prozent des Stromverbrauchs decken.

Das fordert Fridays for Future

Die "Fridays for Future"-Bewegung Deutschland hat im April 2019 ihre Forderungen veröffentlicht. Sie fordert den Kohleausstieg bis 2030 und eine komplett nachhaltige Energieversorgung sowie die sogenannte Nettonull bis 2035. Bis Ende des Jahres 2019 solle ein Viertel der Kohlekraft abgeschaltet, Subventionen für fossile Energie beendet und die CO2-Steuer eingeführt werden. Ziel aller Maßnahmen ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad und die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.09.2021 | 14:00 Uhr

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