Ein Spürhund liegt auf dem Boden. © picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Spürhunde erkennen Corona-Infektion äußerst zuverlässig

Stand: 21.08.2021 12:50 Uhr

Spezielle Spürhunde können laut der TiHo Hannover eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln. 92 Prozent von über 5.000 vorgelegten Proben wurden korrekt identifiziert.

Der Erfolg der Hunde sei dabei unabhängig davon, ob ihnen eine Urin-, Speichel- oder Schweißprobe vorgelegt wird, teilte die Tierärztliche Hochschule Hannover mit. Die Forscher um Paula Jendrny, Friederike Twele und Sebastian Meller von der TiHo veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachblatt "BMC Infectious Diseases". Für die Studie hatte das Forschungsteam zehn spezialisierte Spürhunde der Bundeswehr eingesetzt. "Für medizinische Spürhunde scheinen alle getesteten Körperflüssigkeiten in ähnlicher Weise geeignet zu sein, um SARS-CoV-2-Infizierte zuverlässig zu erkennen", heißt es in der Mitteilung.

Hunde erkennen sogar Krebs und Malaria

Hunde werden zunehmend in Bereichen der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Sie sind in der Lage, infektiöse und nicht-infektiöse Krankheiten wie verschiedene Krebsarten, Malaria, bakterielle und virale Infektionen zu erkennen. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entstanden.

Spürnasen auch für die Kultur interessant

Erst kürzlich hatte das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur angekündigt, die Studie "Back to Culture" mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern wollen die TiHo-Forschenden in diesem Herbst auf das Coronavirus trainierte Spürhunde bei mehreren Musikveranstaltungen einsetzen und die Ergebnisse mit Antigen- und PCR-Tests vergleichen.

Ein Tropfen in 50 Millionen Liter Wasser

Der Geruchssinn des Hundes ist dem Geruchssinn des Menschen weit überlegen. Hunde haben 40-mal mehr Riechrezeptorzellen - 200 bis 300 Millionen gegenüber fünf bis acht Millionen beim Menschen - und ein zusätzliches Geruchssystem. Ein Beispiel: Ein Hund wäre in der Lage, den Tropfen einer bestimmten Flüssigkeit in einem Becken mit 50 Millionen Litern Wasser, was 20 Schwimmbecken olympischer Größe entspräche, zu erkennen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.08.2021 | 06:30 Uhr

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