Pistorius besucht LNG-Terminal: Wie ist die Sicherheitslage?

Stand: 07.12.2022 14:36 Uhr

Wenige Tage vor Eröffnung des ersten deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven hat sich Niedersachsens Innenminister Pistorius vor Ort ein Bild gemacht. Im Mittelpunkt standen die Sicherheitsmaßnahmen.

Der SPD-Politiker unterstrich die strategische Bedeutung des Terminals für die künftige Energieversorgung. Der Schutz der Anlagen habe daher höchste Priorität, auch wenn diese Aufgabe allein durch die Größe der Anlagen eine echte Herausforderung darstelle. Details oder die Anzahl der Polizeikräfte nannte er aus Sicherheitsgründen nicht. Allerdings sei der Personalaufwand für die rund 26 Kilometer lange Pipeline, die von Wilhelmshaven bis zum Gasspeicher in Etzel reicht, sehr hoch.

VIDEO: Pistorius begutachtet Sicherheitslage bei neuem LNG-Terminal (07.12.2022) (1 Min)

Pistorius fliegt mit Hubschrauber Pipeline ab

Seit Mitte August werden die im Bau befindliche Pipeline und der Anleger für den Terminal überwacht, damit es nicht zu Sabotageakten oder Anschlägen kommen kann. Die Maßnahmen waren bereits im Herbst nach den mutmaßlichen Sabotageakten gegen die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 sowie gegen die Bahn verstärkt worden. Auf der Schutzwache in Hooksiel am neuen LNG-Anleger sprach Pistorius außerdem mit Polizeikräften, um zum Abschluss mit dem Hubschrauber die Pipelinestrecke abzufliegen. Der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme betonte, dass es kein Zeitfenster gebe, wo man mit Baggern irgendwelche Schäden an der Pipeline anrichten könnte. Die Rohre seien inzwischen fertig verlegt im Boden. "Ziel aller Maßnahmen ist es, eine termingerechte Inbetriebnahme des LNG-Terminals zu ermöglichen", sagte Kühme.

Tanker "Höegh Esperanza" in Wilhelmshaven erwartet

Der Bau der Anlage ist nötig für den Anschluss des LNG-Anlegers an das deutsche Gasnetz. Beide wurden in Rekordzeit fertig gestellt. Offiziell eröffnet werden soll das Terminal am 17. Dezember. Vorher wird der mit Flüssigerdgas beladene Tanker "Höegh Esperanza" in Wilhelmshaven erwartet. Das 294 Meter lange und 46 Meter breite Schiff soll als schwimmender Tank und als Regasifizierungs-Einheit dienen.

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Das Bild zeigt das Spezialschiff «Hoegh Esperanza» (Aufnahmeort unbekannt). Der Gasimporteur Uniper erwartet Mitte Dezember das Spezialschiff «Hoegh Esperanza» als technisches Herzstück für das neue LNG-Anlandeterminal in Wilhelmshaven. © picture alliance/dpa/Höegh LNG | -

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 07.12.2022 | 19:30 Uhr

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