Stand: 13.02.2018 14:26 Uhr

Notrufsystem: Niedersachsen ist bereit für eCall

In wenigen Wochen startet das neue europaweite Notrufsystem eCall. Dann - ab dem 1. April - ist das System, das im Falle eines Unfalls selbstständig die Rettungskräfte alarmiert, in allen Neuwagen Pflicht. Das Ziel ist es, den Zeitraum zwischen Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte zu verkürzen. Getestet wurde eCall bereits in den Notrufzentralen Hannover, Wolfsburg und Braunschweig, wie Niedersachsens Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Auch alle anderen Leitstellen des Landes seien vorbereitet, hieß es.

Lösen Airbags aus, wird Notruf abgesetzt

So funktioniert eCall: Verunglückt ein Auto, schickt das verbaute System automatisch alle wichtigen Daten an die Notrufzentrale, zum Beispiel den genauen Standort und die letzte Fahrtrichtung. Die Helfer wissen somit, wo sie hin müssen, auch wenn das Unfallopfer bewusstlos mit dem Wagen im Graben liegt. Über die Anschnallgurte wird auch ermittelt, wie viele Menschen im Auto sitzen. Der automatische Notruf wird nur abgesetzt, wenn auch die Airbags auslösen - so wird verhindert, dass sich die Helfer bei kleinen Blechschäden auf den Weg machen.

Althusmann: "Niedersachsen federführend"

"Durch das Notrufsystem können nach Schätzungen jährlich bis zu 2.500 Verkehrstote innerhalb der EU vermieden werden, da die Rettungskräfte schneller am Unfallort eintreffen", sagte Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Damit sorge eCall als digitale Innovation für mehr Verkehrssicherheit auch auf den Straßen im Land. "Niedersachsen ist bei der Umsetzung dieser Zukunftstechnologie federführend." So seien niedersächsische Firmen der Fahrzeugkommunikation an der Entwicklung beteiligt.

Kritik von Datenschützern

Laut Ministerium ruht das System im Fahrbetrieb und wird erst im Fall eines Unfalls aktiviert. Ganz ohne Kritik erfolgt die Einführung in der EU allerdings nicht. Datenschützer fürchten durch die Einführung einen weiteren Schritt hin zum gläsernen Autofahrer. Vom Bundesministerium für Verkehr in Berlin heißt es dazu: "Für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen und eine angemessene Verbraucherinformation sind in diesem Falle die Hersteller verantwortlich."

Niedersachsen koordinierte Projekt

Niedersachsen hatte sich laut Ministerium vor drei Jahren für die Umsetzung des europaweiten Notrufsystems beworben. In elf EU-Ländern koordinierte das Land in Abstimmung mit der Bundesregierung und den deutschen Bundesländern das Projekt. Die Kosten dafür lagen bei 30 Millionen Euro. Die Hälfte wurde von der EU finanziert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.02.2018 | 13:00 Uhr

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