Stand: 28.12.2019 10:03 Uhr

Neue Dünge-Datenbank geht an den Start

Ein Landwirt bringt Gülle als Dünger auf einem Feld aus. © dpa Foto: Philipp Schulze
Niedersachsen nutzt künftig eine elektronische Datenbank, um die Einhaltung der Düngeregeln zu überprüfen. (Archivbild)

Zum Jahresende haben 30.000 Bauern Briefe der Landwirtschaftskammer bekommen. Bis zum 31. März 2020 müssen sie zusammentragen, wie viel Dünger sie in diesem Jahr auf ihren Feldern ausgebracht haben. Die Informationen werden in einer neu geschaffenen Datenbank zusammengefasst. Sie sollen dabei helfen, das Grundwasser vor Nitrat zu schützen. Das Düngen mit zu viel Gülle oder Kunstdünger gilt als eine der Hauptursachen für die stellenweise hohen Nitratmengen im niedersächsischen Grundwasser. Um leichter kontrollieren zu können, ob die strengen Regeln eingehalten werden, setzt Niedersachsen als erstes Bundesland eine elektronische Datenbank ein, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Betriebe müssen umfassende Angaben machen

ENNI heißt das Programm - die Kurzform für "Elektronische Nährstoffmeldungen Niedersachsen". Landwirtschaftliche Betriebe müssen melden, wie viele Hektar Acker sie bewirtschaften, wie viele Tiere sie besitzen und wie viel Dünger sie eingesetzt haben. Abgefragt wird außerdem die Qualität des Bodens und was gepflanzt wird. Daraus errechnet ENNI dann, ob vorschriftsmäßig gedüngt wurde.

Kontrollen vor Ort nur noch in Ausnahmefällen

Für die Landwirtschaftskammer in Oldenburg wird die Kontrolle durch das neue System einfacher. Bisher mussten die Mitarbeiter zu den Betrieben fahren, um diese zu überprüfen. Jetzt rücken sie nur noch aus, wenn die bei ENNI gemeldeten Daten nicht schlüssig erscheinen. Und das Landwirtschaftsministerium hofft, mit ENNI im Düngestreit mit der EU-Kommission punkten zu können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.12.2019 | 10:00 Uhr

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