Herbststurm flaut ab - keine größeren Einsätze mehr

Stand: 22.10.2021 21:30 Uhr

Dem ersten Herbststurm des Jahres ist am Freitag die Luft ausgegangen, auch der Bahnverkehr hat sich normalisiert. Vor allem die Küste bekam den Sturm aber noch einmal zu spüren.

Auf den ostfriesischen Inseln wehte es noch einmal kräftig. Auf Spiekeroog verzeichnete der Deutsche Wetterdienst bis zum frühen Freitagnachmittag eine Böe der Windstärke 11 mit 104 Kilometern pro Stunde. Die Polizeidienststellen und Feuerwehren im Land meldeten aber keine größeren Einsätze mehr. "Es ist viel ruhiger als angenommen", hieß es etwa von der Feuerwehr im Landkreis Aurich. Spätestens bis Sonnabendmorgen sollte dem Sturm laut Wetterdienst langsam die Puste ausgehen. Dann soll sich das Wetter weiter beruhigen und die Sonne scheinen.

Bahnverkehr läuft wieder normal

Auch nach Angaben der Bahn hat sich die Lage mittlerweile normalisiert. Am Donnerstag war der Fernverkehr in mehreren Bundesländern unterbrochen worden. Auch der Regionalverkehr läuft nun wieder nach Plan. Am Donnerstag hatten abgestürzte Äste für viele Störungen gesorgt, etwa bei den S-Bahnlinien rund um Hannover und auf den Strecken der Privatbahn Erixx im Heidekreuz sowie im Harz.

Einzelne Fähren fielen erneut aus

Die Fähren zu den ostfriesischen Inseln hatten auch am Freitag noch mit dem Sturm und in der Folge mit hohen Wasserständen zu kämpfen. Erneut gab es Ausfälle, einzelne Abfahrten wurden verschoben. Betroffen waren etwa Verbindungen von und nach Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge, wie die Fährbetriebe mitteilten. Am Donnerstag hatte eine Sturmflut den Fischmarkt in St. Pauli unter Wasser gesetzt.

Harz besonders betroffen

Vor allem im Harz waren die Einsatzkräfte am Donnerstag mit umgestürzten Bäumen beschäftigt. Auf dem Brocken waren Windgeschwindigkeiten um die 160 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Für einige Stunden fiel dort sogar das Messgerät aus, sodass der Wind vermutlich noch stärker gewesen sein dürfte, so der DWD. Die Harzer Schmalspurbahnen hatten den Verkehr auf der Brockenstrecke bereits am Mittwochnachmittag eingestellt.

Mehrere Rettungseinsätze in SH

In Schleswig-Holstein musste die Feuerwehr zu mehreren Rettungseinsätzen anrücken. In St. Peter-Ording wurde eine Familie von der Flut überrascht und mit einem Luftkissenboot in Sicherheit gebracht. Per Rettungshubschrauber wurden zwei Menschen bei Westerhever gerettet. Sie waren, nachdem sie im Deichvorland vom Wasser eingeschlossen wurden, von einer Brücke zum Leuchtturm gewatet, wo sie gerettet wurden.

Autofahrerinnen verletzt

Die meisten Unfälle im Norden verliefen glimpflich - aber nicht alle. Ein umstürzender Baum in Wolfsburg verfehlte nur knapp eine 20-Jährige, die gerade aus dem Auto stieg. Ein Ast traf sie jedoch am Kopf, sie kam in eine Klinik. Eine 22-Jährige gab an, ihr Wagen sei auf der A31 von einer Windböe erfasst worden. Die Frau verlor die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab, ihr Auto überschlug sich - sie kam schwer verletzt ins Krankenhaus. In Mecklenburg-Vorpommern wirbelte das Sturmtief vor allem im Westen des Landes. Ein 17-jähriger Motorradfahrer bekam nach Angaben der Polizei Äste ins Gesicht und stürzte. Er erlitt dabei aber nur leichte Verletzungen, wie es hieß.

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Ein im Sturm umgeknickter Baum liegt vor einem Haus. © NDR Foto: Søren Harms

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.10.2021 | 13:00 Uhr

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