Stand: 28.06.2018 07:15 Uhr

DSGVO: Viel Arbeit für Datenschutzbeauftragte

Seit gut einen Monat wird die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) umgesetzt. Die Regelungen sind jedoch offenbar nicht für jeden einfach zu durchschauen. Bei der Landesdatenschutzbeauftragten haben die Mitarbeiter jedenfalls viel zu tun. "Wir spüren einen deutlichen Anstieg des Beratungsbedarfs und der Anfragen", sagte Johannes Pepping, Sprecher der Beauftragten Barbara Thiel. Das zeigen auch die Zahlen: Gab es im ersten Quartal dieses Jahres noch 1.300 Anfragen, waren es im zweiten Quartal bis Ende vergangener Woche rund 3.700.

Anfragen von Arztpraxen und Schulen

Die Anfragen kommen Peppings Angaben nach aus den verschiedensten Bereichen, besonders aus dem Bereich Gesundheit mit Nachfragen aus Arztpraxen, von kleinen Unternehmen, von Schulen und Betreibern von Internetseiten. Arztpraxen informieren sich zum Beispiel darüber, wie sie ihre Patienten über die Datenverarbeitung informieren müssen. Betreiber von Webseiten wollen wissen, in welcher Form sie Cookies einsetzen dürfen oder wie sie ihre Datenschutzerklärung formulieren müssen. "Kleine Betriebe und Vereine möchten herausfinden, ob sie jetzt einen Datenschutzbeauftragten benennen müssen", sagte Pepping.

Bußgelder am Ende des Verfahrens möglich

Inzwischen würden telefonische Anfragen nur noch am Vormittag bearbeitet, schriftliche am Nachmittag. "Sonst würden die Mitarbeiter in manchen Bereichen nur noch am Telefon hängen", sagte Pepping. Beschwerden kämen vor allem gegen Anbieter von Onlinediensten. Sie würden Daten ohne Rechtsgrundlage veröffentlichen, so der Vorwurf. Nach einer Prüfung werde ermittelt, ob ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht vorliege. Am Ende des Verfahrens könne ein Bußgeld verhängt werden, so Pepping. Aber auch Hinweise und Warnungen seien möglich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.06.2018 | 06:00 Uhr

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