Stand: 17.07.2020 08:33 Uhr

Corona-Krise bedroht Existenz vieler Bordelle

An einer Bar in einem Bordell sitzen Menschen.
Auch das "Cheri" in Emden nahm am Tag der offenen Tür der Bordelle teil.

Deutschlandweit haben Bordelle am Donnerstag Besucher zu einem Tag der offenen Tür empfangen. Der Bundesverband für sexuelle Dienstleistungen organisierte die Aktion "Redlight on", um auf die schwierige Lage der Bordelle in der Corona-Krise hinzuweisen und ihr Hygienekonzept vorzustellen. Seit März müssen die Etablissements geschlossen bleiben. In Ostfriesland beteiligte sich das "Cheri" aus Emden an der Aktion.

VIDEO: Corona-Pandemie bringt Sexarbeiterinnen in Not (3 Min)

Sex-Arbeiterinnen in Not

Alle Räume im Bordell sind abgedunkelt und überall liegt ein Hauch von Reinigungsmitteln in der Luft. "Auch hier gibt es ein Hygienekonzept", sagt Thekenkraft Tanja Meyer NDR 1 Niedersachsen. Die Räume sind jedoch leer, da fast alle Mitarbeiterinnen nach Hause gefahren sind. Die Schließung der Bordelle stelle für die Frauen eine Gefahr dar, so Meyer. "Sie können nicht arbeiten und werden so in die Illegalität gedrängt."

Viele Bordelle vor dem Aus

Noch steht der Nachtclub "Cheri" in Emden nicht vor dem endgültigen Aus. Lange werde es aber auch nicht mehr dauern, befürchtet Meyer. Sie erwartet, dass die Corona-Krise viele der bundesweit knapp 33.000 Prostituierten arbeitslos werden lässt. Nur eine baldige Wiederöffnung könne das verhindern. "Die Luft ist verdammt dünn", sagt sie. "Ich denke mal, 80 Prozent der Betriebe wird es kosten."

Weitere Informationen
Die Herbertstraße auf St. Pauli in Hamburg. © picture alliance/Ulrich Perrey/dpa Foto: Ulrich Perrey

Corona-Krise: Bordelle wollen wieder öffnen

In Hamburg ist die Prostitution wegen der Corona-Pandemie bis zunächst Ende August verboten. Am Donnerstag haben Sexarbeiterinnen darüber aufgeklärt, wie Hygiene-Auflagen umgesetzt werden könnten. mehr

Sex-Arbeiterinnen demonstrieren in der Herbertstraße gegen Corona-Auflagen. © NDR Foto: Elke Spanner

Rotlicht-Demo für Sex-Arbeit trotz Corona

Sexarbeitende und Bordell-Betreibende aus ganz Deutschland haben in Hamburg für die Wiedereröffnung der Bordelle demonstriert. Rund 400 Menschen kamen in die Herbertstraße. mehr

Corona in Norddeutschland
Eine Hand hält einen Corona-Impfstoff von AstraZeneca. © picture alliance/dpa/MAXPPP

Corona in Niedersachsen: Schulstrategie und mehr Impfstoff

Kultusminister Tonne stellt seine Pläne für die Zeit nach den Ferien vor und AstraZeneca gibt es jetzt auch für Jüngere. mehr

Ein Mann wird auf das Coronavirus getestet. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Corona in Niedersachsen: Inzidenz sinkt leicht auf 4,1

Das Robert Koch-Institut meldet 73 neue Corona-Infektionen und 7 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. mehr

Ein telefonierender Mann legt die Hand vor sein Gesicht. © Fotolia.com Foto: NOBU

Corona-News-Ticker: Jüngster Lockdown für Norddeutsche besonders belastend

Nach einer Studie der TK fühlten sich im März 2021 mehr Menschen stark oder sehr stark belastet als im Mai 2020. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 16.07.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Die Kinderklinik am Klinikum Oldenburg. © dpa-Bildfunk Foto:  Mohssen Assanimoghaddam

Totes Frühchen: Staatsanwalt ermittelt gegen Klinik-Personal

Im Klinikum Oldenburg ist ein Säugling durch verunreinigte Spezialnahrung gestorben, ein weiterer erkrankte schwer. mehr