Mehrere Menschen nehmen an einem Warnstreik der Universitätsmedizin Göttingen teil. © NDR Foto: Theresa Möckel

Beschäftigte an Uni-Kliniken Hannover und Göttingen streiken

Stand: 16.11.2021 08:34 Uhr

Mit Warnstreiks an Universitätskliniken will die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Länder erhöhen. In Niedersachsen gehen heute Beschäftigte von MHH und UMG in den Ausstand.

"Natürlich löst eine bessere Bezahlung nicht die eklatanten Probleme im Gesundheitswesen. Sie wäre aber immerhin ein Anfang", sagte David Matrai, ver.di-Fachbereichsleiter für Niedersachsen und Bremen. Den Anfang machen am Morgen die Beschäftigten der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit einer Kundgebung und einer Demonstration. Etwas später protestieren in Hannovers Innenstadt Mitarbeitende der Medizinischen Hochschule (MHH).

Versorgung in Kliniken gesichert

Während der Warnstreiks sei die Versorgung von Notfällen in beiden Kliniken gesichert, hieß es. In Göttingen sei zwischen Klinikum und Gewerkschaft eine Mindestanzahl von Beschäftigten im Zentral-OP und beim Pflegedienst vereinbart. Dazu gehöre auch die Notaufnahme. Notfälle und bereits aufgenommene Patienten könnten problemlos behandelt werden, hieß es auch vonseiten der MHH. Patienten mit einem für heute vereinbarten Termin sollten allerdings vorher anrufen. Sollte es dennoch zu einem Engpass kommen, können streikende Mitarbeitende kurzfristig angerufen und zurück ins Krankenhaus geschickt werden. Ver.di stehe in engem Austausch mit den Kliniken.

Tarifgemeinschaft: Unrealistische Forderungen

Ver.di fordert in der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder mindestens 300 Euro mehr Gehalt für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Andere Landesbeschäftigte sollen demnach mindestens 150 Euro mehr bekommen. Für Auszubildende, Studierende und Praktikanten halten ver.di und Gewerkschaftsbund dbb monatlich 100 Euro mehr für angemessen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), vertreten durch den niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), weist die Forderungen als unrealistisch zurück.

Weitere Informationen
Schulbeschäftigte streiken in einer Schule. © NDR

Hunderte Schulbeschäftigte beteiligen sich an Warnstreiks

Es beteiligten sich unter anderem angestellte Lehrkräfte sowie Schulsozialarbeiter. Auch Pflegekräfte protestierten. (10.11.2021) mehr

Landesbedienstete stehen bei einem Warnstreik vor dem Staatstheater Braunschweig. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Warnstreik: Landesbeschäftigte in Lüneburg fordern mehr Lohn

Rund 70 Landesbedienstete haben am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. Betroffen war unter anderem die Straßenmeisterei. (09.11.2021) mehr

Landesbedienstete stehen bei einem Warnstreik vor dem Staatstheater Braunschweig. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Braunschweig: 250 Landesbedienstete bei Warnstreiks

Betroffen waren unter anderem Straßenmeisterei, TU und Staatstheater. Die Gewerkschaften fordern fünf Prozent mehr Lohn. (09.11.2021) mehr

Archiv
Das Rathaus am Maschsee. © NDR Foto: Julius Matuschik
8 Min

Nachrichten aus dem Studio Hannover

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in dem Mitschnitt der 15.00 Uhr Regional-Nachrichten auf NDR 1 Niedersachsen. 8 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2021 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Schild mit der Aufschrift "Reihe gesperrt" ist an einer Stuhlreihe in einer Veranstaltungshalle angebracht. © picture-alliance /Andreas Franke Foto: Andreas Franke

Theater und Einzelhandel fürchten strengere Corona-Regeln

Sorgen im Advent: Vor allem kleine Theater in Niedersachsen befürchten Zuschauerverluste, sollte 2G-Plus kommen. mehr