Stand: 07.02.2020 08:25 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Ambulante Suchthilfe sieht Existenz bedroht

Die ambulante Suchthilfe der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen schlägt Alarm. In einem Hilferuf an die Landtagsabgeordneten weist die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) auf eine gravierende Unterfinanzierung hin. Es fehle Geld, um die Arbeit ausreichend zu gewährleisten, heißt es. In dem Netzwerk sind landesweit 75 ambulante Suchtberatungsstellen organisiert.

Träger sprechen von finanziellen Lücken

In den vergangenen Jahren seien die Personalkosten deutlich gestiegen, doch die Zuwendungen des Landes blieben "dramatisch dahinter zurück", sagte Kai Kuppka von der Diakonie Oldenburg. AWO, Caritas, Diakonie und Paritätischer als Träger wüssten daher nicht mehr, wie sie die finanziellen Lücken füllen sollen. Sie und die Kommunen seien bereit, mehr Geld zu geben, allerdings sperre sich das Land. Die Situation werde immer bedrohlicher, sagte auch Conrad Tönsing von der Caritas im Bistum Osnabrück.

Ministerium versucht zu beschwichtigen

Das Sozialministerium verwies gegenüber NDR 1 Niedersachsen dagegen auf einen leichten Anstieg der Zuschüsse. 2013 habe es vom Land sieben Millionen Euro für die Suchthilfe gegeben, in diesem Jahr seien es 7,9 Millionen Euro. Aus dem Ministerium heißt es zudem: Die Suchthilfe sei ein wichtiger und fest verankerter Baustein des Gesundheitssystems, der weiter unterstützt werde.

Beratungsstellen droht Schließung

Dennoch denken nach Angaben der NLS einige ambulante Suchthilfen bereits darüber nach zu schließen. Sollte es dazu kommen, beginne "das Netz der ambulanten Suchthilfe zu reißen", warnen die Träger. Mit dem jetzt veröffentlichten Hilferuf fordert das Netzwerk das Land daher auf, die Suchthilfe finanziell stärker zu unterstützen, um den Erhalt sicherzustellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.02.2020 | 08:00 Uhr

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